Nextcloud auf dem Raspberry Pi

Seit ca. vier Jahren habe ich auf meinen Raspberry Pi eine eigene Cloud installiert. Anfangs war es mehr oder weniger eine reine Testumgebung. Mittlerweile möchte ich aber auf die Möglichkeit, Daten zu Hause in der eigenen Wolke zu speichern, nicht mehr verzichten.  Inzwischen läuft eine Nextcloud 11.0.2 auf einem Raspberry Pi 3 Modell B.

Vor einem halben Jahr bin ich dann noch einen Schritt weiter gegangen. Meine Kontakte, Kalender und Aufgaben werden ebenfalls über die Nextcloud mit meinem Smartphone und Notebook synchronisiert. Der Vorteil hierbei: Google bleibt außen vor. Zur Synchronisation setze ich mittlerweile DAVdroid in Verbindung mit der App Calendar Color ein. Des Weiteren werden Aufgaben mit der App Open Tasks bearbeitet. Natürlich kommt auch die eigentliche Applikation Nextcloud zum Einsatz. Diese Apps sind alle kostenlos auf F-Droid erhältlich. Wer den Entwicklern etwas Geld zukommen lassen will, kann dies natürlich direkt tun.

Mit ein wenig Willen und Lust zum Basteln ist die eigene Cloud schnell installiert und einsatzbereit. Hier kurz eine Liste der von mir eingesetzten Komponenten:

Von Außen erreiche ich die Nextcloud über eine auf INWX eingerichtete DynDNS-Adresse. Um den Zugang aus dem Internet etwas zu härten, verwende ich seit Kurzem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung über den Google Authenticator.

Vorsicht: Bei der Einrichtung sind die Backup-Codes unbedingt zu sichern! Hier besteht die Gefahr, dass man sich ungewollt aussperrt.

Und wie macht sich der Kleine so?

Vor über einem Monat habe ich einen Test gestartet, wobei nun alle Kontakte, Termine und Dateien meines Smartphones mit einem Raspberry Pi synchronisiert werden. Dazu wurde die Standard-Synchronisation dieser Dienste zu Google deaktiviert.

Auf dem Raspberry Pi läuft ein aktuelles Raspbian Jessie. Die Ports 21, 22, 80 und 443 wurden zu diesem Zweck (FTP, SSH, HTTP und HTTPS) am heimischen Router geöffnet. Um nun von außen einen Zugang zu bekommen, nutze ich den Dienst NoIP. So kann ich mit einer festen Internetadresse über die sich ständig ändernde öffentliche IP auf meinem Raspberry Pi zugreifen. Der RasPi gleicht diese IP mit dem installierten ddclient ab. Weiterhin sind der Webserver Apache2 und eine ownCloud installiert. Letztere dient der Speicherung der zuvor erwähnten Daten. Das Ganze wurde mit einem Let’s Encrypt Zertifikat verschlüsselt. 

Um diese Daten dann mit der Cloud zu synchronisieren, nutze ich mit dem Smartphone die drei kostenpflichtigen Apps CardDAV-SyncCalDAV-Sync und FolderSync. Am PC synchronisiert Debian 8 die Daten mit dem ownCloud Client. Kontakte und Termine werden im Mail-Programm Evolution abgegriffen.

Wie läuft das alles nun rückblickend?

Eigentlich erstaunlich gut und ohne Probleme meinerseits. Ein zwischenzeitlicher Ausfall, hatte mich aber kurzzeitig hierbei aus der Bahn geworfen. Mein Internet-Provider stellte ohne Ankündigung meinen Anschluss auf Port and Address Translation (PAT). Dabei war es nicht mehr möglich über die öffentliche IP auf mein Heimnetz zuzugreifen. Erst nach Rücksetzung durch den Support auf Network Address Translation (NAT) konnte ich meine Cloud wieder erreichen.

Fazit

Ja, es geht auch ohne Google, wenn man die Daten des Smartphones sichern möchte. Mit dieser Heim-Lösung bin ich im Moment sehr zufrieden. Die Anschaffungs- und Stromkosten eines Raspberry Pi inkl. Zubehör halten sich in Grenzen. Zudem nutze ich eine 64GB MicroSD, die wirklich sehr viel Spielraum zur Datensicherung bietet.

Übrigens gibt es CardDAV-Sync, CalDAV-Sync und FolderSync auch in kostenlosen Light-Versionen. Diese verfügen aber nicht über den vollständigen Funktionsumfang.

Ich habe hier anhand dieses Beispiels eine Einkaufsliste der eingesetzten Hardware zusammen gestellt.

Kontakte und Kalender der Nextcloud

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Vor drei Jahren hatte ich schon einmal über die Synchronisation von Kontakten mit der ownCloud geschrieben. Zu dieser Zeit hatte ich mit der freien Version von CardDAV-Sync experimentiert. Diese hatte damals jedoch leider nicht alle Daten synchronisiert.

Nun habe ich die Kaufversionen CardDAV-Sync und CalDAV-Sync von Marten Gajda mit meiner Nextcloud getestet.

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Fazit

Es klappt sehr gut. Die Apps machen genau was sie sollen.

Man muss sich also nicht immer blind in die Hände von Google begeben.

Chrome unter Debian Jessie

GoogleChrome

Will man Google Chrome unter Debian Jessie installieren, muss man zuvor folgende Pakete ins System einbinden.

# apt install gconf-service libgconf-2-4 libnspr4 libnss3 libpango1.0-0 libappindicator1 libcurl3

Nach dem Herunterladen wechselt man in das entsprechende Download-Verzeichnis und installiert Chrome.

# dpkg -i google-chrome-stable_current_amd64.deb

Zum Schluss wird noch der Signatur-Schlüssel eingelesen.

# apt-key adv --recv-keys --keyserver keyserver.ubuntu.com 1397BC53640DB551

Viel Spaß!

LG G Watch R

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Über den Sinn einer Smartwatch lässt sich mit Sicherheit streiten. Auch ich hatte bislang solch einem Gerät gegenüber meine Zweifel.

Freundlicherweise wurde mir von LG eine LG G Watch R für einen zweiwöchigen Test zur Verfügung gestellt. Während dieses Zeitraums habe ich die Uhr tagsüber ständig am Handgelenk getragen.

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Im Lieferumfang ist ein zweites Lederarmband, eine Ladestation und Schnellanleitung enthalten. Der Betrieb dieser Uhr setzt ein Android-Smartphone voraus. Nach dem ersten Start wird hier eine dauerhafte Verbindung via Bluetooth eingerichtet. Des Weiteren muss die App Android Wear auf dem Handy installiert werden. Um in den Genuss weiterer Features zu gelangen benötigt man weiterhin u.a. LG Anruf für Android Wear, um ggf. Anrufe anzunehmen bzw. abzuweisen. Nun ist es möglich Informationen vom Handy wie etwa die Wetteraussichten, Kurznachrichten, Google Now oder eMails abzufragen sowie einen Musik Player wie Googles Play Music zu steuern. Mit dem am Gehäuseboden verbauten Sensor kann man innerhalb weniger Sekunden eine Pulsmessung durchführen. Dies ist bei sportlichen Aktivitäten von Vorteil. Zusätzliche Sensoren wie Barometer und Kompass geben weitere nützliche Informationen. Wobei sich die Orientierung in Google Maps, bedingt durch das kleine runde Display, sehr schwierig gestaltet.

Die 62 Gramm schwere Uhr lässt sich gut tragen und wirkt nicht aufdringlich. Das schwarze Standard-Ziffernblatt, sieht auf den ersten Blick sehr real aus. Dieses lässt sich natürlich fast beliebig ändern. Das Gehäuse ist aus Kunststoff und im Vergleich zu manchen Chronographen nicht größer und auffälliger. Auf den ersten Blick wird man hier kaum einen Unterschied bei Tageslicht zu einer herkömmlichen Armbanduhr feststellen. Was mir gut gefällt ist das etwas versenkte Touch-Display. Dies schützt vor Stoß und Kratzern. Eine Akkuladung hält je nach Benutzung, ähnlich wie beim Smartphone bis zu zwei Tagen. Der Akku mit 410 mAh ist ebenfalls wie bei vielen mobilen Endgeräten nicht wechselbar. Das Laden erfolgt über eine magnetische Dockingstation, über die an der Unterseite freiliegenden Kontakte.

Vorteile

  • genaue Uhrzeit
  • ständige Versorgung mit Informationen vom Smartphone
  • GPS-Tracking (ideal zum Wandern, Radfahren etc.)
  • robustes Kunststoffgehäuse
  • Wechselarmband

Nachteile

  • nicht wasserdicht

Ausstattung

  • Größe: 4.6 x 5.4 x 1 cm
  • Gewicht: 64 g
  • Displaygroße: 1,3 Zoll rundes P-OLED Display
  • Akku: 410 mAh Akku
  • Sensoren: Pulsmesser, Schrittzähler, Druckmesser, Kompass-Funktion und Google Sprachsteuerung
  • OS: Android Wear Betriebssystem (kompatibel mit Android-Smartphones ab Version 4.3)

Fazit

Meine Skepsis gegenüber dem Sinn einer Smartwatch ist deutlich geringer geworden. Ob man solch eine Uhr tatsächlich benötigt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht, dass in bestimmten Situationen die G Watch R ein nützliches Gadget darstellt, um Informationen vom Smartphone zu erhalten. Ich denke dabei an Bahn- oder Busfahrten, Besprechungen, Restaurantbesuche etc., wo das Telefon auf lautlos gestellt ist und man durch eine leichte und diskrete Vibration am Handgelenk z.B. auf den Eingang einer eMail oder Hangouts-Nachricht aufmerksam gemacht wird. Auch zum Joggen, Wandern und Radfahren liefert die G Watch R durch ständiges Tracking via GPS viele nützliche Informationen. Wer also ständig online sein möchte, wird mit einer Smartwatch seine wahre Freude haben. Hierbei sollte man sich jedoch vorher über den Preis und die Halbwertzeit eines solchen Gerätes schon im Klaren sein.

Interview mit Jürgen Donauer von BITblokes

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Heute stand mir hierzu Jürgen Donauer (jdo) von BITblokes Rede und Antwort.

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Jürgens Arbeitsplatz (Foto: Jürgen Donauer)

intux: Wer sich mit Linux und Open Source auseinandersetzt kommt an BITblokes nicht vorbei. Du versorgst uns nicht nur fast täglich mit News rund um Linux und Open Source, sondern auch mit Tutorials aus diesen Bereichen. Was treibt Dich hierzu immer wieder an?

jdo: Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und mir macht es Spaß, mit neuen Sachen zu experimentieren und zu spielen. Open Source entwickelt sich sehr schnell und man hat Zugriff auf eine riesige Spielwiese, ohne gleich tief in die Tasche greifen zu müssen. Das ist eine Seite. Die andere Seite ist, dass ich viel von dem Zeug selbst aktiv im Einsatz habe. Somit muss ich die Sache einfach nur noch aufschreiben. Open Source ist unter anderem mit dem Gedanken erschaffen, sein Wissen mit anderen zu teilen.

intux: Was bedeutet der Name BITblokes?

jdo: Bit ist ein Bit und Bloke ist Englisch für einen Typ. Mehr steckt da eigentlich auch nicht dahinter. Blokes, also der Plural wurde genommen, falls mal mehrere Leute an der Seite schreiben. Dazu ist es aber nie wirklich gekommen. Außerdem war die Domain frei. Eigentlich ein ziemlich dämlicher Name, aber zum Ändern ein bisschen zu spät.

intux: Wie findest Du neben Deiner beruflichen Tätigkeit noch die Zeit noch für deine Artikel?

jdo: Indem ich es als Teil meines Berufs gemacht habe. Viel von dem Wissen kann ich aktiv wieder brauchen und umsetzen. Was ich privat recherchiere und aufschreibe, kann ich bei späterem Gebrauch einfach aus dem Ärmel schütteln. So irre das klingt, aber der Zeitaufwand spart mir später oft Zeit. Die Beiträge schreibe ich, wenn ich Zeit habe. Statt mich zu langweilen oder auf der Couch zu vergammeln, strenge ich lieber meine grauen Zellen an und schreibe die Erkenntnisse dann auf. In anderen Situationen muss es schneller gehen und dann kann ich auf dieses Wissen zurückgreifen.

intux: Ich kann mich noch gut an den Artikel „Schwenkbare Halterung für das Kamera-Modul des Raspberri Pi selbst gebastelt“ erinnern. Zu dieser Zeit habe ich selbst nach einem Gehäuse für die RasPiCam gesucht. Woran bastelst Du jetzt gerade?

jdo: Direkt gebastelt wird derzeit gar nicht – meinen Wassersensor Raspberry Pi werde ich demnächst etwas schicker machen. Ich mache mir aber im Moment Gedanken, wie man mit dem Budget einer normalen Einzelperson 360°-Panoramen unter Wasser bewerkstelligen könnte. Ich bin zwar nicht der Erste der das macht, aber das steht auf meiner To-Do-Liste. Da gibt es einige Herausforderungen, die man knacken muss. Die größte sind die Lichtverhältnisse beziehungsweise die schwindenden Farben in größeren Tiefen.

intux: Na dann wünsch ich Dir mal viel Erfolg bei der Realisierung dieses Vorhabens. Läuft auf Deinen Rechnern ausschließlich Linux?

jdo: Ja. Ich habe derzeit nicht mal mehr einen Dual-Boot-Rechner, auf dem Windows läuft. Windows brauchte ich für Spiele. Mit mehr als 1500 Spielen in Steam benötige ich das Microsoft-Betriebssystem nicht mehr. Dass es einige Spiele nicht für Linux gibt, finde ich schade – Fallout zum Beispiel. Ich bin aber zu stur, um nur deswegen Windows zu installieren.

intux: Was hast Du für Hardware im Einsatz?

jdo: Meine Hardware ist durchwegs etwas älter. Ich habe einen 2,5 Jahre alten Acer i7 mit 8 GByte RAM und SSD, ein Samsung Ultra 5 (zwei Jahre) für Reisen oder die Couch, einen der ersten Mac Minis mit Intel-Prozessoren (auf dem Linux hervorragend läuft) und ein Serverchen. Letzteres ist eine ZBOX mit Intel Atom Dual Core. Nicht schnell, aber für meine ownCloud, Squid und pdnsd reicht es. Weiterhin habe ich noch ein Raspberry Pi und ein Raspberry Pi 2. Momentan spiele ich mit dem Gedanken, die ZBOX durch das Raspberry Pi 2 zu ersetzen. Muss aber erst testen, wie performant das ist. Als großer Datenspeicher und Backup-Lösung steht noch ein älteres Synology herum.

Meine Hardware ist nicht die allerneueste, aber ich komme damit mehr als gut zurecht. Ich lasse mir ungern von den Konsumfritzen einreden oder vorschreiben, was ich gerade kaufen muss oder brauche. Hier kommt mir Linux als Betriebssystem sehr zu gute. Für den Mac Mini bekomme ich meines Wissens schon lange kein Mac OS X mehr, das noch unterstützt ist und darauf läuft. Macht aber nichts, da derzeit Linux Mint 17.2 Xfce darauf tickert und das sehr gut. Never change a running system! – und das an dieser Stelle nicht verbratene Geld gebe ich lieber für Urlaube aus.

intux: Wie man auf Deiner Seite sieht fotografierst Du gern. In letzter Zeit haben es Dir die 360°-Panoramen angetan. Kommst Du mit Open Source Software hierbei ausreichend zurecht oder vermisst Du hier einige Windows-Programme?

jdo: Ich brauche kein einziges Windows-Programm dafür, wobei es Hugin und GIMP auch für Windows gäbe. Ich habe angefangen, einen umfangreichen Beitrag über das Thema zu schreiben. Das wird aber noch eine Zeit lang dauern, weil das Thema recht komplex ist.

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Jürgen bei der Aufnahme eines 360°-Panoramas (Foto: Clive Hanna)

intux: Wie sieht Deine Fotoausrüstung im Detail aus?

jdo: Ah, es geht um meinen Schatzzzzzzzz …
Ich habe eine Canon EOS 7D, ein Tamron 17-50mm, ein Canon 70-200mm, ein Canon 100mm Macro und ein Tokina 10-17mm Fischauge. Letzteres verwende ich für die 360°-Panoramen und für unter Wasser. Weiterhin besitze ich eine Sony RX100 III, die ich mir wegen der Nasslinsen für unter Wasser gekauft habe. Damit kann ich Objektive unter Wasser wechseln und bin somit wesentlich flexibler. Nur im Makro-Bereich vermisse ich manchmal die Canon unter Wasser – ein UW-Sherpa wäre an dieser Stelle toll. Über Wasser ist die Canon aber flexibler, da ich bei der Sony keine Objektive wechseln kann (wobei die Sony für so eine kleine Knipse schon unglaublich geile Fotos macht – DSLR für die Hosentasche ist gar nicht mal so weit hergeholt). Ich werde diese Kameras sehr wahrscheinlich auch so lange verwenden, bis sie auseinander fallen. Die Unterwassergehäuse passen jeweils nur immer für das entsprechende Modell und sind alles andere als günstig.

Meine Ausrüstung ist laut Definition wohl nicht an der obersten Grenze des Profi-Spektrums definiert. Meine Meinung an dieser Stelle ist, dass man sich nicht vom Marketing-Geschwafel beeindrucken lassen sollte – eigentlich wie überall – die erzählen einem auch, dass man alle zwei Jahre ein neues Notebook braucht. Meine Hardware ist wie oben erwähnt schon älter und ich sehe derzeit keine Notwendigkeit, diese zu tauschen. Natürlich haben sehr teure Kameras bessere Technik. Das alleine macht aber noch kein gutes Foto. Wenn mich Leute zum Kauf einer DSLR fragen (die ein Bugdet haben), rate ich grundsätzlich zu einem etwas günstigeren Body und zu einem teureren Objektiv. Objektive hat man oft viele viele Jahre, wenn nicht ein Leben lang. Außerdem machen das Objektiv und Du das Bild und nicht der Body.

Das Fotografieren erinnert mich oft an den Umgang mit Open Source. Wenn man mit günstigeren Komponenten das gleiche Ergebnis erhalten möchte, muss man oft kreativ sein oder sich zu helfen wissen. Ein Panoramakopf ist ein Beispiel. Meiner hat unter 150 Euro gekostet und ich erziele die gewünschten Ergebnisse. Der hat aber keine Klicks und so Scherze, sondern ist sehr simpel. Du kannst aber auch ohne Probleme 500 Euro und mehr für so eine Komponente ausgeben.

Entwickelt man solche Fähigkeiten für Workarounds, kommt einem das immer wieder zu gute. Bei Linux, vor allen Dingen in den Anfangszeiten, musste man oft Workarounds finden oder Improvisieren, wofür man eigentlich dauernd als Frickler bezeichnet wurde. Ich bin im Nachhinein froh, das mitgemacht zu haben, weil es mir überall entgegenkommt. Vor allen Dingen beim Fotografieren unter Wasser muss man oft improvisieren oder Kompromisse eingehen und das schnell, sonst ist der Fisch weg. Improvisieren will aber gelernt sein. 🙂

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Unterwasserkamera (Foto: Jürgen Donauer)

intux: Ab und an zockst Du ja auch. Glaubst Du an den Erfolg der Steam-Box?

jdo: Ja, auf jeden Fall. Wenn jemand gegen Microsoft und Sony anstinken kann, dann ist das Valve. Die Firma hat die Mittel, die Anwenderzahlen und somit den richtigen Hebel. Auch wenn immer wieder Kritik laut wird (in letzter Zeit zum Glück immer weniger), dass proprietäre Elemente in Open Source nichts zu suchen haben, helfen solche Projekte ungemein. Die wenigsten werden wohl an der Steam Machine doktern. Sie hat aber dennoch den Vorteil, dass viele Spiele mit Unterstützung für Linux auf den Markt kommen. Je mehr sogenannte AAA-Titel verfügbar sind, desto weniger braucht man Windows, um diese zu spielen. Spiele und Windows gehörten lange Zeit zusammen wie Windows und Office. Beide Seiten werden derzeit immer weiter aufgeweicht und ich hoffe, dass dieser Trend anhält. Ich vermeide an dieser Stelle mit Absicht „das Jahr des Linux-Desktops“ zu erwähnen, weil wir darüber schon hinaus sind. Der Linux-Kernel ist überall zu finden und Canonical hat mit Ubuntus Konvergenz die richtige Idee. Es wird sich aber zeigen, wer im Endeffekt das Rennen macht. Google hat ja angekündigt, Chrome OS und Android irgendwie unter einen Hut zu bringen. Die riechen an dieser Stelle natürlich auch den Braten. Der Desktop wird meiner Meinung nach nicht verschwinden, sondern in andere Geräte gepackt. Allerdings sind diese Geräte im Moment nicht leistungsfähig genug für Spiele oder komplexe Bildbearbeitung wie bei den 360°-Panoramen. Somit wird die Steam Machine eine perfekte Lösung für Leute sein, die einen Desktop brauchen, der nicht so viele Ressourcen benötigt (einfache Office-Aufgaben und so weiter) und sich in ein tragbares Gerät packen lässt, aber die PC-Spiele zocken wollen.

intux: Eine Frage noch, die sicher nicht nur mich interessiert. Wie hat es Dich ausgerechnet nach Ägypten verschlagen?

jdo: Ich habe damals meinen Tauchlehrerschein hier gemacht und es hat mir einfach gefallen. Nach einer zweijährigen Odyssee durch diverse andere Länder bin ich hierher zurückgekehrt. 360 Tage Sonne im Jahr und als Taucher das Rote Meer vor der Nase …

intux: Vielen Dank für das Interview, Jürgen.

Interview mit Dietmar Janowski von Didis Blogazo

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Den Anfang hierzu macht Dietmar Janowski (Didi) von Didis Blogazo.

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Aufbau eines Linux-PC (Foto: Dietmar Janowski)

intux: Wann kamst Du das erste Mal mit Linux in Berührung?

Didi: Das erste Mal kam ich im Jahre 2010 und noch zu Zeiten Windows XPs mit Linux in Berührung. Einerseits war Windows Vista bereits am Markt. Da viele Entwickler ihre Programme auf dieses Betriebssystem umstellten und sich herauskristallisierte, dass die Unterstützung XPs nach und nach eingestellt wird bzw. Vista u. U. Schwierigkeiten mit betagterer Hardware haben wird, ich aber meine Geräte auf keinen Fall aufgeben wollte, nur weil Microsoft dies so beabsichtigte, nutzte ich zunächst Ubuntu mit Wubi, um zu prüfen, ob meine aktuelle Hardware einschließlich Drucker, Scanner Kameras etc. unter Linux erkannt wird, was der Fall war. Andererseits suchte ich ein Live-System für unterwegs, wobei die Wahl auf Knoppix fiel.

Ich hatte jedoch schon viel früher mit dem Einsatz einer Linux-Distribution geliebäugelt, mich aber einfach nicht getraut. Insofern muss ich Microsoft für die Einführung Vistas wirklich dankbar sein.

intux: Seit wann setzt Du Linux produktiv ein?

Didi: Wubi half mir dabei, mich nicht vorschnell entmutigen zu lassen, wenn ich ein gewünschtes Ergebnis verfehlte. Denn mit Wubi konnte ich das System bei einem Fehler zurücksetzen, wenn sich mir die Lösung des Problems verschloss. Als ich im Umgang mit Ubuntu sicher war und ich auftretende Probleme -sei es durch eigene Recherche oder mit Hilfe einschlägiger Foren- lösen konnte, vollzog ich den Umstieg um den 11. 10. 2010 herum. Windows gehört seit diesem Zeitpunkt der Vergangenheit an.

intux: Kommst du ohne kommerzielle Software bzw. MS-Produkte aus?

Didi: Nein, leider komme ich nicht ganz ohne kommerzielle Software bzw. MS-Produkte aus. Ubuntu selbst ist ja auch kommerziell, was ein Grund war, zu einer anderen Distribution zu wechseln.

Ich versuche, gewerbliche Software bzw. solche mit geschlossenem Quellcode und Programme Microsofts so restriktiv wie möglich einzusetzen. Nehmen wir z. B. Skype: Durch meine Vergangenheit habe ich noch viele Kontakte nach Südamerika, insbesondere nach Chile. Es ist schier unmöglich, auf open-source oder unkommerzielle Alternativen zu setzen, wenn die Gesprächspartner nicht mitziehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich allenfalls noch Google Hangouts antun würde. Anderenfalls bliebe mir dann nur noch die Möglichkeit, auf Skype und Co. und damit auf Videogespräche zu verzichten, was ich aber auf keinen Fall tun werde, weil mir meine Freunde und Bekannten viel zu wichtig sind.

Außerdem nutze ich Teamviewer, um gelegentlich zu helfen. Auch diesbezüglich war die Verwendung einer Alternative mangels Bereitschaft hierzu bisher nicht durchsetzbar.

Ein anderes Beispiel, welches zwar nicht meine Rechner-Software aber Online-Dienste betrifft, ist Facebook: Ich habe, damit meine Fotos nicht irgendwo im Netz kommerzialisiert werden, auf meinem bei Uberspace gemieteten Server mittels WordPress Bildergalerien erstellt, die nur für registrierte und von mir zugelassene Besucher einsehbar sind. Jedoch scheint selbst diese Registrierung für die meisten Kontakte zu viel Aufwand zu sein. Bei Facebook eingestellte Bilder hingegen werden reichlich kommentiert. Ich bin nun dazu übergegangen, nur ganz wenige Bilder, von denen ich es verantworten kann, dass sie eventuell und wohin auch immer verkauft werden, bei FB einzustellen. Denn es macht keinen Sinn, mit gutem Beispiel voranzugehen, wenn die eigentliche Funktion eines sozialen Netzwerkes dabei auf der Strecke und man selbst alleine bleibt. Gleiches gilt für Geraspora, was für mich, so gerne ich es auch ausgiebig nutzen würde, mangels Nutzer keine Alternative darstellt.

Offensichtlich hat sich die Aufregung um die NSA-Affäre gelegt, und man ist wieder zum Tagesgeschäft übergegangen. Sicherheit und Transparenz scheinen -zumindest im Privatbereich- kein Thema mehr zu sein. Die mir begegnende Gleichgültigkeit insbesondere auch derjenigen, die zuvor laut geschrien haben, ist schon befremdend.

intux: Auch im Job?

Didi: Im Job komme ich zumindest ohne spezielle Windows-Software aus. Die meisten meiner Kollegen arbeiten mit der kostenpflichtigen Windows-Kanzleisoftware AnNoText, ich hingegen mit der kostenlosen, unter der CC BY-NC-ND 3.0 DE-Lizenz stehenden closed source Freeware j-lawyer und mit einigen von Kollegen entwickelten OpenOffice- bzw. LibreOffice-Vorlagen. J-lawyer kann sowohl unter Windows als auch unter Linux betrieben werden.

Zur Zeit erfolgt die Einrichtung des besonderen elektronischen Anwaltspostfaches, wofür zwar weder eine spezielle Software, noch ein bestimmtes Betriebssystem, jedoch ein Kartenlesegerät erforderlich ist. Damit könnte es u. U. Treiberprobleme geben. Offene Treiber sind mir derzeit jedenfalls unbekannt. Ich warte noch ein wenig die Erfahrungen meiner Kollegen ab, bevor ich mich für die entsprechende Hardware entscheiden werde.

intux: Hast Du den Umstieg bereut?

Didi: Nein, noch nie. Auch der Teil meiner Verwandtschaft, der mit meiner Hilfe auf Linux-Rechner umgestiegen ist, will auf keinen Fall zurück zu Windows, was mir gelegen kommt, bleiben doch lästige Fragen, die früher an der Tagesordnung waren, unter Linux aus. Denn Ubuntu läuft problemlos, wenn es erst einmal eingerichtet ist, was zumindest für die LTS gilt.

intux: Fehlt Dir in punkto Software etwas?

Didi: Mir fehlt nichts. Ich habe für all die vormals eingesetzte Windows-Software Alternativen gefunden. Einzig die Qualität der damals mit der Adobe Creative Suite erstellten .pdf Dateien war etwas besser, als die der mittels Scribus i. V. m. Gimp und Inkscape exportierten Dokumente, was aber im Ergebnis unerheblich ist.

intux: Mit welchen Distributionen hast Du bisher gearbeitet?

Didi: Als erstes nutzte ich Ubuntu, dann, weil mir diese Distribution zu kommerziell war, Fedora. Derzeit arbeitet auf allen Rechnern -teils mit Gnome 3 oder XFCE- Debian, weil ich nicht immer die neuste Software, sondern vielmehr ein stabiles System benötige. Gelegentliche Sicherheitsaktualisierungen reichen mir völlig. Desweiteren gibt es für Debian bestimmte Pakete, wie ME TV, die als .rpm vorkompiliert für Fedora nicht existieren. An der Selbstkompilierung ME TVs scheiterten neben mir selbst ITler des Fedoraforums.

Außerdem nutze ich Knoppix, welches ich mir jedes Jahr auf der CeBIT besorge und das dort vom Entwickler Herrn Klaus Knopper vorgestellt wird.

intux: Erzähle bitte etwas zur von Dir eingesetzten Hardware.

Didi: Meinen Hauptrechner hat ein netter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bzw. System Administrator und Bloggerkollege Malte speziell im Hinblick auf die Kompatibilität mit Linux zusammengestellt und -gebaut. So konnte ich auf den Einbau bestimmter Komponenten Einfluss nehmen, was einem bei einschlägigen Linux-Onlineshops oft verwehrt bleibt. Die Einzelheiten mag der Interessierte hier nachlesen. Leider fehlt mir das Fachwissen, einen PC selber zusammenzubauen. Deshalb bin ich für die damalige Unterstützung dankbar.

intux: Spielst Du irgendwelche Games unter Linux? Wenn ja, welche?

Didi: Da gibt es zur Zeit nur UrbanTerror. Eine kurze Ballerei reicht zum Abreagieren. Dort bevorzuge ich das Team DM und einen Low Grav-Server. Sobald ich gewonnen oder einen der vorderen Plätze belegt habe, vergeht mir auch schon wieder die Lust. Für Rollen- und Strategiespiele fehlen mir Zeit und Ausdauer.

intux: Warum hast Du begonnen, zu bloggen?

Didi: Im Grunde ist mein Blog ein Nachschlagewerk. Stellt sich ein Problem, so halte ich die erarbeitete Lösung für den Fall fest, dass sich diese oder eine ähnliche Frage irgendwann noch einmal stellen sollte. Außerdem kann ich meine Erfahrungen so mit anderen Menschen teilen, die bei ihrer Suche auf den entsprechenden Beitrag stoßen. Sollte ich das Blog einmal schließen, blieben mir sämtliche mit QTM verfassten Beiträge offline zur Verfügung. Die Arbeit würde also nicht vergeblich gewesen sein.

Das Blog dient natürlich auch der Unterhaltung. Übrigens fetze ich mich dort recht häufig mit einem bestimmten Kommentator, der einem auch schon an anderer Stelle begegnet sein dürfte. Wir kennen uns persönlich. Ganz ernst sollte man die Angelegenheit also nicht nehmen.

intux: Vielen Dank für das Interview, Dietmar.

Amazon Prime auf Google Chrome

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Das Streamen von Amazon Prime Inhalten funktioniert übrigens mit Google Chrome unter Ubuntu ohne weitere Plugins. Jedoch ist aus meiner Sicht die Bildqualität schlechter als unter Firefox.

Eine Möglichkeit mit Chromium Prime-Inhalte zum Laufen zu bringen ist mir bisher leider noch nicht gelungen.