http-upload in Prosody aktivieren

Um nun auch Bilder in den XMPP-Chaträumen versenden zu können, habe ich den http-upload in Prosody aktiviert. Dazu wurde zuerst ein A-Record für die Subdomain upload.intux.de angelegt. Danach musste mein Let’s Encrypt Zertifikat, welches für intux.de und www.intux.de gültig war, noch erweitert werden.

# /opt/letsencrypt/letsencrypt-auto certonly --renew-by-default --rsa-key-size 4096 -d intux.de -d www.intux.de -d upload.intux.de

Im Anschluss wurden die Zertifikate noch in das entsprechende Verzeichnis /etc/prosody/certs kopiert.

# cp /etc/letsencrypt/live/intux.de/fullchain.pem /etc/prosody/certs
# cp /etc/letsencrypt/live/intux.de/privkey.pem /etc/prosody/certs
# chown root:prosody /etc/prosody/certs -R

Ich habe die Config von Prosody geöffnet

nano /etc/prosody/prosody.cfg.lua

und um

modules_enabled = {

.....
"http_upload";

.....
}

und 

Component "upload.intux.de" "http_upload"

erweitert. Danach wurde Prosody neu gestartet und http-upload aktiviert.

# /etc/init.d/prosody restart

Tipp

In Gajim muss das Plugin HttpUpload nachinstalliert werden.

exFAT

Neulich hatte ich einen USB-Stick bekommen, welcher auf einem Windows-System in exFAT formatiert war. Um auf die Daten zugreifen zu können, war es nötig folgende Erweiterungen zu installieren.

# apt-get install exfat-fuse exfat-utils

exFAT ist ein Microsoft-Dateisystem, welches es ermöglicht Dateien größer 4GB auf einen Flash-Speicher zu schreiben.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 1

Seit ein paar Tagen habe ich ein InfinityBook Pro 13 der Firma TUXEDO im Einsatz, welches ich schon auf der diesjährigen CeBIT bewundern konnte. Im Gespräch am TUXEDO-Stand bekundete ich bereits mein Interesse, mir das Pro 13 einmal näher ansehen zu dürfen. 

Vorab möchte ich mich bei TUXEDO bedanken, die es mir ermöglichen, das Notebook ausgiebig zu testen.

Über dieses Gerät werde ich nun in den nächsten Monaten berichten. Sinn des Ganzen ist nicht, einfach nur einen Testbericht zu schreiben, sondern meinen Lesern zu zeigen, wie sich das Gerät im Alltag eines Tech-Blogger schlägt. Dabei werden verschiedene Betriebssysteme auf dem Gerät getestet und erläutert auf welche Probleme man stoßen kann. Nun aber zu meinem ersten Eindruck:

Die Firma TUXEDO hat sich zum Ziel gesetzt dem Linux-User hochwertige Hardware zu liefern. Vor genau einem Jahr hatte ich schon einmal ein Gerät aus Königsbrunn. Dazu entstand der Artikel „TUXEDO InfinityBook 13 v2„.

Ein Jahr später steht nun das nagelneue InfinityBook Pro 13 auf meinem Schreibtisch und ich bin vom ersten Eindruck begeistert. Das Gerät macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Aluminiumgehäuse, welches das gesamte Notebook umschließt, wirkt robust und edel. Die Verarbeitung ist recht gut, könnte aber im Detail noch einen Tick besser sein. Die Spaltmaße wirken bei normalem Licht nahezu perfekt, doch offenbaren sich hier, bei etwas mehr Dunkelheit, kleine Schwächen. Diese fallen tatsächlich aber nur bei näherer Betrachtung ins Auge. Das Gerät hat folgende Austattung:

  • Arbeitsspeicher (DDR4 SO-DIMM): 16 GB (1x 16GB) 2400Mhz Crucial
  • Display / Bildschirm: Full-HD (1920 x 1080) IPS-Panel matt
  • Festplatte (SATAIII, 6Gb/s): ohne Festplatte
  • Festplatte M.2 SSD: 250 GB Samsung 960 EVO (PCIe/NVMe)
  • Prozessor (Intel Kaby Lake-U): Intel Core i7-7500U (2x 2.7-3.5GHz Dual-Core, 4 Threads, 4MB Cache, 7,5-15W TDP)
  • Tastatur / Keyboard: DEUTSCH (DE-DE) beleuchtet
  • WLAN & Bluetooth: Intel Dual AC 8265 & Bluetooth (M.2 2230) (Empfehlung)
  • Betriebssystem Linux: Ubuntu 16.04 LTS 64Bit (Empfehlung)
  • Betriebssystem Windows: Windows 10 Home 64Bit
  • UMTS / LTE Modul: ohne UMTS / LTE Modul

Die verbaute Hardware befindet sich momentan im Highend-Bereich. Das Gerät wiegt 1,3kg und ist nur 18mm dick. Positiv fällt auf, dass das InfinityBook Pro 13 über eine LAN-Schnittstelle verfügt. Diese war leider beim Vorgänger nicht vorhanden. Ein Debian zu installieren war somit umständlich. Das sollte beim InfinityBook Pro 13 nun kein Problem mehr darstellen. Das Gerät verfügt weiterhin über ausreichend USB-Schnittstellen (2 x USB 3.1 Type A und 1 x USB Typ-C mit Thunderbolt 3), einen Card-Reader und auf Wunsch sogar über ein UMTS/LTE-Modul. Das macht dieses Notebook gerade auf Reisen interessant. Ein HDMI-Anschluss sowie ein MiniDisplay Port sind ebenfalls verbaut. Das matte 13 Zoll IPS-Panel Display löst in FullHD (1920 x 1080) auf und ist sehr hell und kontrastreich. Die Funktionstasten lassen sich durch spezielle TUXEDO-Anpassungen in Ubuntu steuern. Dadurch ist es möglich, nicht nur die Helligkeit des Displays sondern auch der Tasten stufenweise zu dimmen. Die Tastaturbeleuchtung kann im Übrigen auch vollständig ausgeschaltet werden. Die verbaute M.2 SSD EVO 960 von Samsung ist blitzschnell. Das vorinstallierte Ubuntu 16.04 LTS startet in 18 Sekunden. Der verbaute 36Wh Lithium-Ionen Akku fällt etwas kleiner als beim getesteten Vorgängermodell aus, ist jedoch sehr gut auf die verbaute Hardware abgestimmt. Nach den TUXEDO-eigenen Tests hält dieser bis zu 12h mit Kernel 4.11rc4. Ich kam leider mit dem Kernel 4.9 nur auf etwas über 10h. Ein besseres Energiemangement des Kernel 4.11 sorgt an dieser Stelle für bessere Werte in der Testumgebung des Herstellers. Da diese Tests aber nicht wirklich etwas mit der Realität zu tun haben, war es dennoch interessant, dass das InfinityBook im normalen Einsatz (abgedunkeltes Display, deaktiviertes Bluetooth und angeschlossene Funkmaus) auf immer hin 5:20 Stunden kam. Das sind deutlich bessere Werte als beim getesteten Vorgängermodell mit 45Wh. Die Steigerung beträgt damit knapp 40%. Besonders witzig bei den Geräten von TUXEDO ist die spezielle Tux-Taste, welche die gewohnte Windows- oder Super-Taste ersetzt. Hier erkennt man sofort welche Zielgruppe mit der Hardware in erster Linie angesprochen werden soll.

TUXEDO InfinityBook Pro 13
Logo auf dem Gehäusedeckel
TUXEDO InfinityBook Pro 13
Anschlüsse rechts
Anschlüsse links
Tux-Taste
Tastatur und Touchpad
Verarbeitungsschwächen am Gehäuse.

Der Intel Core i7-7500U arbeitet flott und geräuschlos mit ca. 46°C im Normalbetrieb. Ubuntu 16.04 LTS kommt gut mit der Grafik zurecht. Ich hatte diesbezüglich während des Einsatzes mit Ubuntu keinerlei Probleme. Beim Gaming via Steam musste als Referenz wieder „Duke Nukem 3D: Megaton Edition“ her halten. Hier stieg die Temperatur auf ca. 90°C an. Der Lüfter war erstmals richtig zu hören. Natürlich muss man sehen, dass es sich hierbei um ein Notebook handelt, welches für den alltäglichen Gebrauch gebaut wurde. Die Stärken liegen hier eindeutig im mobilen Office-Bereich.

Der Grundpreis des InfinityBook Pro liegt bei 1099,00€. Man kann dieses Gerät speziell nach seinen Wünschen anpassen lassen, sodass das Testgerät mit 1411,99€ zu Buche schlägt.

Ubuntu 16.04
Ubuntu Dash
Terminal (Kernelversion 4.9)
Ubuntu Dateien
Firefox

Fazit

Das InfinityBook Pro 13 ist ein gut verarbeitetes Notebook im ansprechenden Aluminiumgehäuse. Die Hardware ist auf dem neuesten Stand der Technik. Wahlweise kann das Gerät mit den verschiedensten Linux-Distributionen oder gegen Aufpreis mit Windows sowie als Dualboot mit Linux und Windows vom Werk aus bestellt werden. Das InfinityBook richtet sich an Entwickler und Leute die viel unterwegs sind und auf ein leistungsfähiges Notebook auf Reisen nicht verzichten möchten. Hierfür ist das 13 Zoll Display völlig ausreichend. Ein optionales UMTS/LTE-Modul sorgt für genügend Mobilität.

Kleine Mängel muss ich dennoch aufführen. So gibt es beim Gehäuse, in Höhe der Webcam, Verarbeitungsschwächen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die in der Branche übliche und in die Irre führende Bewertung der Akkulaufzeit. Ein anderes Problem stellt das Wlan-Modul des Pro 13 dar, welches auch bei diesem Gerät nicht mit freien Treibern arbeitet.

Trotz einiger Kritik würde ich das InfinityBook Pro 13 dennoch zum Kauf empfehlen. Der Kunde erhält aus meiner Sicht ein gut verarbeitetes und leistungsstarkes Gerät zu einem gerechtfertigten Preis.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit Windows 10 schlägt.

Unerwünschte Anmeldungen in Prosody

Seit einiger Zeit kommt es auf meinem XMPP-Server immer wieder verstärkt zu Registrierungen von Spam-Accounts. Die neuen User sehen dann in etwa so aus:

l0v382l0stdust348@domain.tld

Das Schlimme dabei ist, dass solche Anmeldungen fast im Minutentakt erfolgen und sich so plötzlich dutzende neue unerwünschte Accounts in die Datenbank eintragen. Als erste Reaktion sperrte ich früher i.d.R. für eine gewisse Zeit die öffentliche Anmeldung. Da die Angriffe jedoch meist von ein und derselben IP kommen, kann man diese mit folgendem Eintrag in der /etc/prosody/prosody.cfg.lua recht erfolgreich abwehren.

Dazu setzt man dies entsprechende IP auf die Blacklist zur Registrierung. Hier ein Beispiel:

allow_registration = true
min_seconds_between_registrations = 300
registration_blacklist = { "83.218.198.86" }

Dabei werden Registrierungen zwar erlaubt, jedoch nur alle 300 Sekunden. Die IP von der die Spam-Registrierungen ausging wird gesperrt.

Dann klappt’s auch mit Knoppix

Knoppix 8.0 CeBIT-Edition

Als ich am 20.03.2017 auf der CeBIT war, konnte ich leider kein Medium von Knoppix 8.0 der CeBIT-Edition ergattern. Ein Kollege brachte aber eins mit. Dieses wurde gleich mal als Image gesichert und auf einen USB-Stick geschrieben. Unter Debian erledigt man das schnell am Terminal.

# dd if=/dev/cdrom of=/home/intux/KNOPPIX_8.iso
# dd if=/home/intux/KNOPPIX_8.iso of=/dev/sdb bs=1M && sync

hality.org

Startseite von hality.org

Heute möchte ich ein wenig Werbung für die regionale Open Source Community von Halle (Saale) machen. Ende Januar 2017 hatten Andreas und ich die Idee eine Online-Community für Gleichgesinnte zu gründen. Im Vordergrund sollte der Gedankenaustausch rund um freie und quelloffene Software stehen.

Hierzu haben wir am 10.02.2017 den Grundstein gelegt. Es wurde damit begonnen ein kleines soziales Netzwerk unter hality.org aufzubauen. Daran teilnehmen kann natürlich jeder! Hierbei spielt keine Rolle ob ihr Hallenser seid oder aus einer anderen Ecke der Republik kommt.

Um die Community etwas lebhafter zu gestalten, möchten wir natürlich auch Treffen organisieren. Dabei soll freie Software im Vordergrund stehen. Installationshilfen sowie Workshops sind geplant.

Unter XMPP und IRC stehen entsprechende Chaträume bereit.

XMPP: hality@conference.intux.de
IRC: #intux

Viel Spaß!

Nextcloud auf dem Raspberry Pi

Seit ca. vier Jahren habe ich auf meinen Raspberry Pi eine eigene Cloud installiert. Anfangs war es mehr oder weniger eine reine Testumgebung. Mittlerweile möchte ich aber auf die Möglichkeit, Daten zu Hause in der eigenen Wolke zu speichern, nicht mehr verzichten.  Inzwischen läuft eine Nextcloud 11.0.2 auf einem Raspberry Pi 3 Modell B.

Vor einem halben Jahr bin ich dann noch einen Schritt weiter gegangen. Meine Kontakte, Kalender und Aufgaben werden ebenfalls über die Nextcloud mit meinem Smartphone und Notebook synchronisiert. Der Vorteil hierbei: Google bleibt außen vor. Zur Synchronisation setze ich mittlerweile DAVdroid in Verbindung mit der App Calendar Color ein. Des Weiteren werden Aufgaben mit der App Open Tasks bearbeitet. Natürlich kommt auch die eigentliche Applikation Nextcloud zum Einsatz. Diese Apps sind alle kostenlos auf F-Droid erhältlich. Wer den Entwicklern etwas Geld zukommen lassen will, kann dies natürlich direkt tun.

Mit ein wenig Willen und Lust zum Basteln ist die eigene Cloud schnell installiert und einsatzbereit. Hier kurz eine Liste der von mir eingesetzten Komponenten:

Von Außen erreiche ich die Nextcloud über eine auf INWX eingerichtete DynDNS-Adresse. Um den Zugang aus dem Internet etwas zu härten, verwende ich seit Kurzem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung über den Google Authenticator.

Vorsicht: Bei der Einrichtung sind die Backup-Codes unbedingt zu sichern! Hier besteht die Gefahr, dass man sich ungewollt aussperrt.

Fehlgeschlagener Upload eines WordPress-Themes

Neulich musste ich feststellen, dass ich ein neues WordPress-Theme nicht installieren konnte, weil es zu groß war. Durch das Hochsetzen der Standard-Werte für upload_max_filesize und post_max_size in der /etc/php5/apache2/php.ini würde das kleine Problem behoben.

# nano /etc/php5/apache2/php.ini

Die Einträge

upload_max_filesize = 2M
post_max_size = 8M

wurden in

upload_max_filesize = 2G
post_max_size = 2G

geändert. Nach dem Neustart des Webservers konnte das Theme problemlos hochgeladen werden.

# /etc/init.d/apache2 restart

Interview mit Martin von blog.mdosch.de

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Das letzte Interview liegt nun schon eine ganze Weile zurück. Ich hatte hin und her überlegt, wen ich zu meiner vorerst letzten Befragung heran ziehen kann. Da ich gerne die Artikel von Martin Dosch von blog.mdosch.de lese, habe ich ihn kurzerhand gefragt und Martin sagte spontan zu.

Martins Notebook (Foto: Martin Dosch)

intux: Hallo Martin! Die Leser des OSBN kennen sicher Deinen Blog. Mich würde interessieren, was Du abseits der ganzen Technik für ein Mensch bist. Wo kommst Du her und was macht Du beruflich?

Martin: Hallo Frank! Ich komme ursprünglich aus einem Dorf in Unterfranken, lebe aber seit sechs Jahren in München wo ich als Systemtest- und Inbetriebnahmeingenieur arbeite. Zu meinem Job gehört Softwaretest am HiL-Prüfstand, das Erstellen der Inbetriebsetzungsdokumente und die Erstinbetriebnahme beim Kunden um evtl. Projektierungs- oder Installationsfehler zu finden und zu beheben. Ein sehr abwechslungsreicher und fordernder Job, aber im Gegensatz zu vielen anderen im OSBN hat mein Beruf nichts mit IT oder Linux zu tun.

intux: Du hast mir vor ein paar Jahren beim Umstieg in Richtung Debian einige Tipps gegeben. Wie lange bist Du eigentlich schon Debianer?

Martin: Nachdem ich ca. sechs bis sieben Jahre diverse Distributionen genutzt habe landete ich 2010 bei Debian. Zu dem Zeitpunkt noch in der Form von LMDE, das aus Debian Testing mit ein paar Mint-Tools bestand. Die Tools wie das Mint-eigene Update-Tool sagten mir aber nicht zu (das mache ich lieber manuell mit apt) und ich entfernte diese. Als ich feststellte, dass ich danach aus den Mintrepos nur noch das Artwork installiert hatte, habe ich dann auf ein pures Debian Testing umgeschwenkt.

intux: Wie bist Du zu Linux gekommen?

Martin: Als 2003 TCPA und Palladium ein großes Thema waren und ich diesen Weg nicht gehen wollte, fasste ich den Entschluss nach Alternativen zu suchen. Da kam mir natürlich Linux als erstes in den Sinn, denn für MacOS hätte ich neue Hardware kaufen müssen und von der Existenz von BSDs oder anderen Systemen wusste ich nicht mal. Ein IT-affiner Freund hatte auch schon etwas mit Linux experimentiert und gab mir seine CDs und ich installierte Red Hat 8. Zuerst natürlich im Dualboot, aber nachdem ich nach einigen Wochen des Experimentierens Grafik, Sound und meine Fritzkarte eingerichtet hatte, nutzte ich immer häufiger Linux. Bis ich irgendwann feststellte, dass ich meine Windowsinstallation schon seit Monaten nicht mehr gebootet hatte und komplett auf Linux umstellte.

intux: Setzt Du privat auch andere Desktop-Betriebssysteme ein?

Martin: Außer einer kurzen Phase von ca. 2 Wochen während meines Studiums, als ich für ein Projekt ein Windows benötigte, setze ich privat nur Linux ein. Auf meinen Hauptlaptop nutze ich Debian Testing, auf meinem „Netbook“ (falls 12″ noch unter Netbook fällt) für Dienstreisen Debian Stable und auf meinem Telefon Sailfish OS.

intux: Betreibst Du einen eigenen Server oder hast Du dies in Zukunft einmal vor?

Martin: Ich betreibe keinen öffentlich erreichbaren Server. Lediglich ein ausrangiertes Laptop, versehen mit Debian Stable, fungiert in meinem lokalen Netz als File- und Medienserver. Ich bin mit meinem Webspace bei Uberspace sehr zufrieden, da ich dort mit Shellzugriff auch eigene Serverdienste im Userspace einrichten kann, aber habe den Luxus mich nicht um die Absicherung des Servers kümmern zu müssen. Lediglich selbst installierte Dienste müssen aktuell gehalten und sicher konfiguriert werden. Das traue ich mir zu, aber ich möchte mich in meiner Freizeit nicht mit der Absicherung eines http- oder Email-Servers beschäftigen. 

intux: Erzähle bitte etwas über Deine Hardware.

Martin: Die ist wenig spektakulär. Als Hauptlaptop nutze ich ein „Wortmann Terra Mobile 1541 Pro“ bei dem mittlerweile die HDD durch eine 1TB SSD ersetzt wurde. Als platzsparenden Begleiter nutze ich derzeit ein „Lenovo ideapad 300S“, welches mein Chromebook (ChromeOS wurde natürlich durch Debian ersetzt) „Acer C720“ als Gerät für unterwegs ablöste. Mein altes Laptop, das nun als Homeserver dient, ist ein „Lenovo G560“ und mein Telefon ist ein klassisches Jolla 1.

intux: Bist Du eher ein Nutzer der auf Stabilität setzt oder jemand der gerne etwas Neues ausprobiert?

Martin: Sowohl als auch. Mein Hauptrechner soll mir möglichst neue Software bieten deshalb nutze ich da Debian Testing, bzw. während des Freeze Debian SID. Bei meinem „Netbook“, welches ich u.U. auch mal längere Zeit nicht benutze, möchte ich nicht nach längerer Pause erst mal gigabyteweise Updates installieren müssen und nutze Debian Stable. Da ich auf Reisen aber auch nur einen Browser, Bildbetrachter und Medienspieler benötige, ist es auch nicht schlimm, nicht auf dem neuesten Softwarestand zu sein. Auf dem Server läuft auch Debian Stable, auch aus dem Grund, nicht ständig Updates installieren zu müssen und die Serverdienste sind eh alle schon ziemlich ausgereift und ich würde von einem Semi-Rolling-Release wie Debian Testing nicht profitieren. Bei Sailfish OS nutze ich die early access releases, da ich zu Beginn mit Cal- und CardDAV einige Probleme hatte und schnell die Versionen mit den Bugfixes erhalten wollte. Mittlerweile läuft alles soweit zufriedenstellend, aber ich nutze nach wie vor die early access updates.

intux: Ich habe gelesen, Du bist ein großer Eishockey-Fan. Für welchen welchen Verein schlägt Dein Herz? 

Martin: Für den EHC RedBull München. Ich kam vor knapp 5 Jahren über einen Freund zum Eishockey und war gleich begeistert von dem Sport, der Atmosphäre im Stadion und dem entspannten Umgang der Fans beider Teams miteinander. Zuerst musste ich beweisen, dass ich leidensfähig bin, da ich die erste Zeit nur Niederlagen sah und München meist auf Platz 10 von 14 herumkrebste. Seit zwei Jahren läuft es aber richtig gut, München gewann letztes Jahr zum ersten Mal die Meisterschaft (zumindest mit diesem Verein) und steht auch heuer wieder im Finale.

intux: Was machst Du sonst noch in Deiner Freizeit?

Martin: Leider, aufgrund der begrenzten Zeit weniger als ich gerne tun würde. 😀 Ich lese sehr gerne und habe mittlerweile eine beeindruckende Büchersammlung aufgebaut. Musik ist mir auch sehr wichtig. Ich höre hauptsächlich Deathmetal bin aber auch für Blicke über den Tellerrand offen. So mag ich auch manches klassische Stück oder höre auch sehr gerne Johnny Cash, Creedence Clearwater Revival, Jace Everet, Sofia Talvik und The Prodigy. Im Sommer fahre ich gerne mit dem MTB durch die Wälder südlich von München und mache gerne in einem Biergarten halt. Ich hatte auch mal angefangen mich mit Fotografie und der Nachbearbeitung mit GIMP zu beschäftigen, aber das ist leider etwas eingeschlafen. Zu dem Thema habe ich mir auch ein sehr gutes Buch angeschafft, aber bisher nur etwas darin geschmökert. Zu Beginn 2016 habe ich spontan in Malaysia den Open Water Tauchschein gemacht und habe seitdem 10 Tauchgänge in Malaysia und auf den Philippinen getätigt. Was das Tauchen angeht bin ich also noch blutiger Anfänger, aber ich habe fest vor in den nächsten Jahren regelmäßig zu tauchen und auch weitere Tauchscheine hinzuzufügen.

intux: Bist Du auf der Suche nach einer neuen Blogsoftware inzwischen fündig geworden? Wenn ja, wie sehen die Pläne aus?

Martin: Da bin ich leider noch nicht weiter gekommen. Ich habe inzwischen Hugo ausprobiert, wurde damit aber nicht recht warm. Ich wollte mir auch mal blogcpp vom OSBN-Kollegen Tux anschauen, aber das habe ich trotz sehr freundlicher Hilfe von Tux leider noch nicht kompiliert bekommen. Wenn ich mal wieder Muse habe mich darum zu kümmern, werde ich mir auch mal Pelican genauer anschauen. Da mein derzeitiger Blogcompiler aber noch gut funktioniert, fehlt derzeit auch etwas der Druck sich um den Umstieg zu kümmern. Da die Software aber nicht mehr weiter entwickelt wird, werde ich da über kurz oder lang eine Lösung finden müssen.

intux: Vielen Dank für das Interview, Martin.

Acht Jahre Linux

Vor acht Jahren bin ich auf Linux umgestiegen. Man wie die Zeit vergeht. Im April 2009 bin ich das erste Mal mit Ubuntu in Kontakt gekommen. Mein Kollege Ecki zeigte mir das System auf seinem Notebook. Besonders genial fand ich, dass man Ubuntu vor der Installation als Live-System ausgiebig testen konnte, was ich tat. 

Unity-Desktop (Ubuntu 16.04 LTS)
Unitity-Desktop (Ubuntu 17.04 Beta)

Es folgte der harte Schnitt. Ich verbannte mein Windows vollständig und installierte mir das freie OS aus dem Hause Canonical in Version 9.04. Besonders innovativ fand ich die Einführung der Cloud Ubuntu One. GNOME 2 war zu diesem Zeitpunkt der Standard-Desktop. Am Anfang nahm ich jede halbjährliche neue Version mit. Diese brachten mal kleine und mal größere Neuerungen. Den kommerziellen Ansatz von Ubuntu nahm ich erst so richtig mit der Einführung des Music-Stors wahr. Ich fragte mich, warum man sich dort den weitaus größeren und erfahreneren Mitbewerbern stellen will. Mit Ubuntu 11.04 wurde dann Unity als Desktop-Umgebung eingeführt, was für mich einem Schock gleich kam. Ich versuchte es hin und wieder, aber ich konnte mich mit Unity einfach nicht anfreunden. Spätestens hier war mir klar, dass man etwas entwickeln will, was irgendwie an der Linux-Community vorbei gehen sollte. Ich blieb zwar bei Ubuntu, jedoch setzte ich von nun an auf GNOME 3. Eine weitere komische Entwicklung war festzustellen. Canonical setzte vor dem Download einen gewünschten Preis für das OS in das Download-Formular. Das konnte bzw. kann man zwar umgehen, jedoch fühlte sich das schon irgendwie komisch an. Es zeichnete sich immer mehr ab, dass Canonical den Privatanwender als Geldeinnahmequelle im Visier hat. 

Die Amazon-Lense hielt Einzug auf dem Desktop und Canonical entwickelte Ubuntu Phone, ein OS für ein Smartphone. Fraglich war, warum Canonical sich nicht auf das Nötigste konzentrierte, ein perfektes Betriebssystem für Desktop und Server. Canonical setzte noch einen drauf mit der Crowdfunding-Kampagne zu dem Super-Smartphone „Edge“. Das „Edge“ kam nie heraus und Canonical erlitt eine Pleite. Den großen Marktteilnehmern war man mit einem unfertigen mobilen Betriebssystem nicht gewachsen. Die einzige wirkliche Innovation lag in der Hardware. Das „Edge“ sollte, wie wir wissen, mit Saphir-Glas erscheinen. Inzwischen wurden auch Ubuntu One und der Music-Store eingestellt. 

Mir gefiel diese Entwicklung nicht wirklich und so liebäugelte ich mehr und mehr mit Debian. Ankündigungen von Mir und Snappy trugen dazu einiges bei. Irgendwann wechselte ich tatsächlich zu Debian und bin mit der Stabilität und Kontinuität dieses wirklich freien Betriebssystems voll zufrieden.

Nun bin ich 8 Jahre Linux-Nutzer und ich bereue keinen Tag. Ubuntu hatte zur Zeit meines Umstiegs großes Potential, jedoch hat man dieses aus meiner Sicht nicht nutzen können, weil man immer wieder blind irgendwelche Entwicklungen voran trieb, die nie wirklich eine Chance am Markt hatten.

Ubuntu kommt nun „back to the roots“ und wird hoffentlich wieder benutzerfreundlicher. Zwar ist von der einstigen Erfolgsgeschichte nicht mehr viel übrig, aber vielleicht bekommt hier Canonical mit Ubuntu nochmal die Kurve.