exFAT

Neulich hatte ich einen USB-Stick bekommen, welcher auf einem Windows-System in exFAT formatiert war. Um auf die Daten zugreifen zu können, war es nötig folgende Erweiterungen zu installieren.

# apt-get install exfat-fuse exfat-utils

exFAT ist ein Microsoft-Dateisystem, welches es ermöglicht Dateien größer 4GB auf einen Flash-Speicher zu schreiben.

Acht Jahre Linux

Vor acht Jahren bin ich auf Linux umgestiegen. Man wie die Zeit vergeht. Im April 2009 bin ich das erste Mal mit Ubuntu in Kontakt gekommen. Mein Kollege Ecki zeigte mir das System auf seinem Notebook. Besonders genial fand ich, dass man Ubuntu vor der Installation als Live-System ausgiebig testen konnte, was ich tat. 

Unity-Desktop (Ubuntu 16.04 LTS)
Unitity-Desktop (Ubuntu 17.04 Beta)

Es folgte der harte Schnitt. Ich verbannte mein Windows vollständig und installierte mir das freie OS aus dem Hause Canonical in Version 9.04. Besonders innovativ fand ich die Einführung der Cloud Ubuntu One. GNOME 2 war zu diesem Zeitpunkt der Standard-Desktop. Am Anfang nahm ich jede halbjährliche neue Version mit. Diese brachten mal kleine und mal größere Neuerungen. Den kommerziellen Ansatz von Ubuntu nahm ich erst so richtig mit der Einführung des Music-Stors wahr. Ich fragte mich, warum man sich dort den weitaus größeren und erfahreneren Mitbewerbern stellen will. Mit Ubuntu 11.04 wurde dann Unity als Desktop-Umgebung eingeführt, was für mich einem Schock gleich kam. Ich versuchte es hin und wieder, aber ich konnte mich mit Unity einfach nicht anfreunden. Spätestens hier war mir klar, dass man etwas entwickeln will, was irgendwie an der Linux-Community vorbei gehen sollte. Ich blieb zwar bei Ubuntu, jedoch setzte ich von nun an auf GNOME 3. Eine weitere komische Entwicklung war festzustellen. Canonical setzte vor dem Download einen gewünschten Preis für das OS in das Download-Formular. Das konnte bzw. kann man zwar umgehen, jedoch fühlte sich das schon irgendwie komisch an. Es zeichnete sich immer mehr ab, dass Canonical den Privatanwender als Geldeinnahmequelle im Visier hat. 

Die Amazon-Lense hielt Einzug auf dem Desktop und Canonical entwickelte Ubuntu Phone, ein OS für ein Smartphone. Fraglich war, warum Canonical sich nicht auf das Nötigste konzentrierte, ein perfektes Betriebssystem für Desktop und Server. Canonical setzte noch einen drauf mit der Crowdfunding-Kampagne zu dem Super-Smartphone „Edge“. Das „Edge“ kam nie heraus und Canonical erlitt eine Pleite. Den großen Marktteilnehmern war man mit einem unfertigen mobilen Betriebssystem nicht gewachsen. Die einzige wirkliche Innovation lag in der Hardware. Das „Edge“ sollte, wie wir wissen, mit Saphir-Glas erscheinen. Inzwischen wurden auch Ubuntu One und der Music-Store eingestellt. 

Mir gefiel diese Entwicklung nicht wirklich und so liebäugelte ich mehr und mehr mit Debian. Ankündigungen von Mir und Snappy trugen dazu einiges bei. Irgendwann wechselte ich tatsächlich zu Debian und bin mit der Stabilität und Kontinuität dieses wirklich freien Betriebssystems voll zufrieden.

Nun bin ich 8 Jahre Linux-Nutzer und ich bereue keinen Tag. Ubuntu hatte zur Zeit meines Umstiegs großes Potential, jedoch hat man dieses aus meiner Sicht nicht nutzen können, weil man immer wieder blind irgendwelche Entwicklungen voran trieb, die nie wirklich eine Chance am Markt hatten.

Ubuntu kommt nun „back to the roots“ und wird hoffentlich wieder benutzerfreundlicher. Zwar ist von der einstigen Erfolgsgeschichte nicht mehr viel übrig, aber vielleicht bekommt hier Canonical mit Ubuntu nochmal die Kurve.

Linux – Das umfassende Handbuch

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Linux – Das umfassende Handbuch“ oder „der Kofler“ ist seit 20 Jahren das Standardwerk zu Linux. Hierbei handelt es sich um ein sehr ausführliches Fachbuch, welches in jedes Bücherregal eines Linux-Anwenders gehört, egal ob dieser das freie Betriebssystem auf dem Desktop, dem Notebook, einem Einplatinencomputer wie dem Raspberry Pi oder auf dem Server einsetzt. „Linux – Das umfassende Handbuch“ von Dr. Michael Kofler ist 2015  in der 14., aktualisierten Auflage im Rheinwerk Verlag (ehemals Galileo Press) erschienen und umfasst 1430 Seiten. Dem Buch liegt eine CD-ROM mit eBook und Codebeispielen bei.

Im ersten Teil des Buches führt ein kleiner Abriss durch die Geschichte von Linux. Der Autor erklärt verständlich, was sich hinter Linux verbirgt. Begriffe wie Kernel, Distribution, Paketsystem etc. werden ausreichend erläutert. Auch Vor- und Nachteile zum Microsoft-Betriebssystem Windows werden gegenüber gestellt.  Damit räumt der Autor mit Behauptungen und Vorurteilen zu Linux auf, ohne den Leser jedoch zu beeinflussen. Installationsgrundlagen bzw. -anleitungen zeigen wie das System aufgespielt wird. Unterschiede zwischen den populärsten Linux-Distributionen zeigt der Autor auf und klärt über die verschiedenen Supportzyklen der einzelnen Versionen auf.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Umgang des Betriebssystems, zeigt die wichtigsten Desktop-Umgebungen und den Umgang mit Multimedia-Inhalten.

Die weiteren Abschnitte richten sich dann eher an die fortgeschritten Anwender, angefangen von der Nutzung des Terminals, über den Einsatz der gebräuchlichsten Editoren bis hin zur Systemadministration, der Serverkonfiguration sowie der Thematik Systemsicherheit.

„Linux – Das umfassende Handbuch“ ist in 7 Teile gegliedert und umfasst 41 Kapitel.

TEIL I Installation

Was ist Linux?
Installationsgrundlagen
Installationsanleitungen
Linux-Schnelleinstieg

TEIL II Desktop-Nutzung

Gnome, KDE, Unity & Co.
Web, Mail & Co.
Fotos und Bilder
Audio und Video
VirtualBox
Raspberry Pi

TEIL III Arbeiten im Terminal

Terminalfenster und Konsolen
bash (Shell)
Dateien und Verzeichnisse
Prozessverwaltung
Konverter für Grafik, Text und Multimedia
Netzwerk-Tools
Vim
Emacs

TEIL IV Systemkonfiguration und Administration

Basiskonfiguration
Software- und Paketverwaltung
Bibliotheken, Java und Mono
Grafiksystem
Administration des Dateisystems
GRUB
Das Init-System
Kernel und Module

TEIL V LAN-Server

Netzwerkkonfiguration
Internet-Gateway
Samba
NFS und AFP
CUPS

TEIL VI Root-Server

Secure Shell (SSH)
Apache
MySQL und MariaDB
Postfix und Dovecot
ownCloud

TEIL VII Sicherheit

Backups
Firewalls
Squid und DansGuardian (Webfilter)
SELinux und AppArmor
KVM

Leseproben und Downloads

Fazit

Der Kofler ist ein guter Begleiter im täglichen Umgang mit Linux, egal ob man eine entsprechende Distribution auf dem Desktop-PC oder einem Server einsetzt. Dieses Nachschlagewerk mit über 1400 Seiten sorgt für einen sicheren Umgang, gleichwohl bei Anfängern als auch bei fortgeschrittenen Linux-Usern. Das Buch vermittelt Neulingen die wichtigsten Grundlagen und hilft bei der Entscheidungsfindung zur Wahl der einzusetzenden Distribution, bevor es dann direkt in die Konfiguration und Administration des Grundsystems geht. „Linux – Das umfassende Handbuch“ ist das umfassende Kompendium für Linux schlechthin.

Interview mit tux. von tuxproject.de

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Heute stand mir hierzu tux. von tuxproject.de Rede und Antwort.

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Notebook (Foto: tux.)

intux: Ich hatte Dich ja vor einiger Zeit gefragt, ob Du Lust auf ein Interview hättest. Es kam zwar kein ganz eindeutiges „Ja“, aber irgendwie hast Du ja dann doch zugesagt.
Verrate uns bitte etwas mehr über den Menschen hinter der roten Maske (21st Century Schizoid Man).

tux.: Ich war etwas irritiert, dass ein Linuxblog Interesse an der Meinung von jemandem hat, der nicht viel Wert darauf legt, irgendwas mit Linux zu tun haben zu müssen. Aber wenn man mich schon mal fragt … – Ich bin Niedersachse aus Versehen, Musikfreund aus Überzeugung, Programmierer aus Langeweile und ganz, ganz selten, wenn mich mal der Schalk in den Nacken beißt, auch ein bisschen trollig. Alter und Aussehen, wie Max Goldt einmal sagte, sind egal. Im Internet weiß niemand, dass du ein Hund bist. 😉

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21st Century Schizoid Man (Bild: Barry Godber)

intux: Was machst Du beruflich?

tux.: Ich bin gerade nach etwas mehr als vier Jahren beruflicher Webentwicklung in eine neue Stelle gerutscht, in der ich, nun ja, Webentwicklung betreibe. Aufmerksame Leser könnten möglicherweise ein Muster erkennen. Das passt mir eigentlich ganz gut, weil ich privat schon seit etwas längerer Zeit das mit dem Web im Auge habe. Allmählich scheint mir, diese neue Technik könnte sich auf dem Markt tatsächlich durchsetzen. Dabei versuche ich grundsätzlich Dinge zu tun, auf die ich in meiner Freizeit weniger Lust hätte. Nicht vieles ist ärgerlicher als für das, was man gern tut, bezahlt zu werden, weil es Freiheit und Kreativität durch Auftrag und Finanzierung ersetzt. Ich habe, seit ich etwas mehr Zeit in meinen Beruf investiere, um so weniger Zeit in meine Hobby-Webprojekte gesteckt, da häuft sich ein riesiges „TODO“ an. Dafür habe ich endlich mal die Muße, mich um ein paar andere Sachen zu kümmern. Dazu unten mehr.

intux: Wenn man Deinen Kommentaren glauben darf, bist du ein großer Verfechter von BSD. Wo liegen Deiner Meinung die Vorteile gegenüber Linux?

tux.: „Verfechter“ ist schon das falsche Wort. Beim Querlesen von Linuxforen scheint mir, dass Bill Joy (nebenbei Mitte der 1970-er Jahre der „Erfinder“ von BSD) Recht hatte, als er mutmaßte, die Linuxgemeinschaft sehe ihren Zweck darin, Windows zu ersetzen. Wer sich immer nur in Konkurrenz sieht, der wird nie eine eigene Identität besitzen. Ein Betriebssystem ist auch ein Werkzeug und kein Selbstzweck, ich „verfechte“ nichts; ich reagiere nur mit angemessener Aversion auf aufdringliche Werbung. Für manches ist ein BSD die „richtige“ Wahl, für manches ein Windows, vielleicht gibt es sogar eine Nische für Apple-Systeme. Das Problem von Linux ist vielleicht auch, dass alle Nischen, in die es gern reinpassen würde, schon belegt sind. 🙂

Ich hatte – manche deiner Leser wissen das vermutlich – bis vor etwa vier Jahren eine Linux-Phase. Auf meinem damals einzigen Server arbeitete „selbstverständlich“ ein Debian Linux, auf meinem Laptop dualbootete ich Windows mit einem gelegentlich spaßeshalber benutzten Fedora Linux. Beide Systeme verabschiedeten sich allerdings ungefähr zur gleichen Zeit durch eine Dummheit von mir (ich wollte ein Update machen…). Das war mir dann doch zu doof. Der Server bekam ein FreeBSD und der Laptop ist seitdem wieder eine Nur-Windows-Kiste. Später kamen ein OpenBSD-Server und ein OpenBSD-Laptop dazu.

Ob es objektive „Vorteile“ eines Systems gegenüber einem anderen System gibt, wage ich nicht einzuschätzen. Grundsätzlich ist ein häufiger Vergleich ja der „gegen Linux“, und da gilt:

  • Die BSD-Lizenz ist wesentlich freier als die Knebel-GPL, die Benutzer zu bestimmtem Verhalten zwingt und eine sinnvolle Nutzung des Codes oft deutlich erschwert.
  • Shellshock war hier nie ein großes Thema. 😉
  • BSD ist ein in sich geschlossenes System, es ist nicht „der Kernel und haufenweise Drittanbieteranwendungen“ es ist „das System“.
  • Das sorgt für eine gewisse Konsistenz auch in der Codequalität. Natürlich ist zum Beispiel auch KDE unter FreeBSD nicht einfach KDE – es ist „das KDE von FreeBSD“.
  • Eigentlich als Konsequenz daraus ist es ziemlich schwierig, ein BSD klein zu bekommen. Ich habe es wirklich versucht.

Welches BSD man am Ende nimmt, ist noch eine andere Frage, sie alle haben unterschiedliche Eigenschaften. Ich entdecke gerade OpenBSD für mich, weil es „einfach funktioniert“. Machste an und läuft. Da hat mir sogar Fedora damals mehr Schmerzen bereitet. FreeBSD ist ideal für Umsteiger von Linux, auch, weil man viele Konzepte von dort übernimmt; NetBSD ist vor allem für Leute interessant, die systemnah programmieren wollen. Welches andere System hat Lua im Kernel? NetBSDs Treiber laufen dank „Rumpfkernel“ sogar unter Linux und Windows – und NetBSD selbst auf ziemlich allem, was einen Prozessor hat. DragonFly BSD als letztes „großes“ BSD – natürlich gibt es gerade von FreeBSD unzählige Desktop-Distributionen, die nicht viel mehr machen als ein GUI vorzuinstallieren – besitzt ein herausragendes SMP (also eine Mehrkernverwaltung) und übernimmt viele Konzepte vom guten alten Amiga, zum Beispiel Messaging-APIs, also pfeilschnelle Datenübertragung zwischen Prozessen.

Linus Torvalds hat Linux 2011 bereits „unwartbar“ genannt; mit dem Damoklesschwert systemd, das (Jehova! Jehova!) nichts sonderlich anderes ist als Windows‘ svchost.exe, wird die Situation keinesfalls eine bessere.

Wer mit Linux zufrieden ist, den will ich natürlich nicht bekehren. Wer Linux aber nur deswegen nutzt, weil es „besser ist als Windows“, der macht irgendwas verkehrt. Ich würde mir wünschen, als jemand, der viel Zeit mit Windows verbringt, nicht so oft von Leuten belästigt zu werden, die das anders sehen. Das ist doch kein Wettbewerb hier. 🙂

intux: Warum dann das Pseudonym tux.?

tux.: Das ist eigentlich ein blöder Zufall. Mein erster Nickname, irgendwann Ende der 90er aus schrecklich kindischem Anlass entstanden, war mir irgendwann zu unreif. Wer im Web schon mal mit mir aneinander geraten ist, der weiß, dass das durchaus was zu bedeuten hat. 🙂 „Tuxman“ (später verkürzt) war noch frei. Da hatte ich gerade mein erstes Linux installiert. Pinguine mag ich allerdings immer noch. (Hätte ich geahnt, wie viele Leute sich auch so nennen, hätte ich es mir vielleicht noch einmal anders überlegt.) Inzwischen wechsle ich meine Pseudonyme gelegentlich und anlassbezogen. Man will ja auch nicht zu viele Daten sammeln lassen.

intux: Was setzt Du privat für ein OS ein?

tux.: Das hatte ich ja oben schon kurz erwähnt: Ich arbeite überwiegend mit Windows, das mittlerweile genau das tut, was es tun soll; ein OpenBSD-Laptop (vollverschlüsselt, versteht sich) ist mein Begleiter auf allerlei Veranstaltungen, zwei BSD-Laptops halten einige meiner Webprojekte am Laufen. Nebenbei bin ich seit 2010 einigermaßen zufriedener Android-Nutzer.

intux: Du hast ja, wie man sieht, einige Projekte verwirklicht. Was war bisher aus Deiner Sicht das ehrgeizigste? Ich meine, wo steckt wirklich viel Herzblut drin und woran arbeitest Du im Moment?

tux.: Das meiste Herzblut steckt oft in dem, was die wenigste Arbeit bereitet. Wenn ich wählen müsste, welches meiner Projekte ich nie wieder weiterentwickeln dürfte, würde ich wahrscheinlich als allerletztes Projekt meine Firefox- und SeaMonkey-Erweiterung OpenDownload² wählen; da steckt zwar vergleichsweise wenig Code drin, aber es ist mir doch ein bisschen ans Herz gewachsen. Dass Mozilla es mit der Abschaffung von XUL erdolchen möchte, trifft mich daher besonders, aber ich habe schon Vorkehrungen für die „Zeit danach“ getroffen.

Ansonsten arbeite ich grundsätzlich an mehreren Projekten gleichzeitig. Meine bestehenden Projekte pflege ich „natürlich“ weiter, 2016 wird es also neue Versionen von Gamers.IRC (schon fast fertig), eMule beba (schon fast fertig) und wahrscheinlich auch meiner Android-App für ZenTweet.net (schon so was Ähnliches wie fertig) geben, vielleicht finde ich sogar endlich einmal die Muße, meine WordPress-Plugins zu aktualisieren. Ansonsten arbeite ich momentan vorrangig an drei neuen Projekten: einem Wikipedia-Bot, der automatische Webrecherche betreiben soll, einem plattformunabhängigen „besseren“ Taschenrechner für den Desktop und einem Gopher-Browser für mobile Geräte. Wenn in nächster Zeit jemand aus dem OSBN-Umfeld „zufällig“ die gleiche Idee haben sollte, bin ich möglicherweise ein wenig empört.

intux: Auf Deiner Seite thematisierst Du sehr sarkastisch Open Source, Politik, den Alltag und Musik. Auch teilst Du gern mal in Deinen Kommentaren aus. Wie und wann entstand die Idee Deine Gedanken in einem Blog zu publizieren und was treibt Dich hierbei an?

tux.: Ich habe kein Blog. Ich schreibe ins Internet rein. 😉 Mit „Blogs“ verbinde ich vieles, womit ich mich nicht unbedingt identifiziert sehen möchte. Entstanden ist „das Ding“ ursprünglich 2005, ich hatte Langeweile und WordPress war gerade im Trend (das war noch vor Version 2.0 mit dem „Kubrick“-Theme). Ursprünglich hieß es „TuxBlog“ (da war das Wort „Blogosphäre“ noch nicht so negativ behaftet), war quietschgrün, auf verschiedenen Gratishostern (erst Funpic, später bplaced) gehostet und behandelte schrecklich langweilige Themen. Mein erster Beitrag wurde bis heute nicht gelöscht, was dumm von mir ist. Er zeigt lediglich ein Foto und hat mit Tokio Hotel zu tun. Kennta, Tokio Hotel? Kennta.

2006 nahm ich aus Gründen eine Auszeit vom digitalen Miteinander, veröffentlichte nur alle paar Wochen einen Text. Da hatte ich gerade begonnen, politische Blogs zu lesen, weshalb ich so unfassbar langweilige Themen (meist irgendwas mit Krieg) hatte. Der heutige Untertitel meines Nichtblogs, „Musik, Computer, Politik und so“, ist wesentlich neuer, seitdem ist der Anteil an „Politik“ und „und so“ auch deutlich gewachsen.

Sarkasmus? Aber nein. – Ich weiß nicht, ob ich „austeile“. Ich finde manche Sachen halt doof. Das Internet hat aber einen großen Vorteil: Man haut mir dafür nicht auf’s Maul. 🙂 (Das war jetzt nur teilweise ernst gemeint.) Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen im Gespräch miteinander selten wirklich ihre Meinung äußern, weil sie Angst davor haben, das Gegenüber zu kränken. Ich finde, wenn jemand offensichtlichen Unsinn schreibt, dann sollte es keine Besonderheit bleiben, diesen Unsinn Unsinn zu nennen. Ich schreibe ja auch oft Quatsch.

Was mich beim Schreiben antreibt? Das ist schwierig. Manchmal regt mich etwas mächtig auf und ich muss das rauslassen, deutlich öfter will ich einfach nur einen schlechten Witz machen und für Twitter ist die Pointe zu lang. Hin und wieder habe ich auch mal wieder was programmiert und möchte den Leuten damit auf die Nerven gehen. Keinen Spaß verstehe ich bei den Beiträgen, die mit mir persönlich zu tun haben, und natürlich bei denen über Musik. Bei Musik ist es durchweg und ausnahmslos Herzblut. Musikfreunde wissen, wie das ist; Musik macht glücklich, Musik macht sorgenfrei, nein, Musik macht frei; Musik kann dich im nächsten Moment niederschlagen und im übernächsten auf Wolken tragen. Ich wurde einmal gefragt, warum ich mir eigentlich die Mühe mache, über Musikalben so viele Worte zu verlieren. Nun, ich bin kein Musikblogger. Selten schicken mir arglose Plattenfirmen mal Rezensionsmaterial und erwarten vermutlich positive Kritik, aber ich bin doch nicht das Privatfernsehen. 🙂 Ich schreibe über Dinge, die mir wichtig sind. Wenn mich ein Musikalbum so glücklich macht, dass ich es mit der Welt teilen will, dann tu‘ ich das. Da sammelt sich oft so viel an, dass ich inzwischen dazu übergegangen bin, das kumulativ mindestens einmal im Jahr zu machen.

Manchmal, ganz selten, bemerke ich, dass ich schon seit Tagen nichts mehr geschrieben habe, weil es keine interessanten Neuigkeiten gab. Manchmal fülle ich die Lücke dann mit irgendeinem Quatsch, inzwischen lasse ich die Abstände einfach länger werden. Man wird ja nicht jünger.

intux: Du verwendest ja als Avatar das Cover „In the Court of the Crimson King“ von Cimson King. Wie man sieht, scheinst Du die 1969 gegründete Band sehr zu mögen. Wann kamst Du das erste Mal mit diesen Musik-Dinos in Berührung?

tux.: „Musik-Dinos“ ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Ich hatte das vor ein paar Wochen mal recherchiert: Die ältesten bis heute durchgehend aktiven Bands sind über zehn Jahre älter. King Crimson lösen sich ja auch alle paar Jahre mal auf. Aber es stimmt schon, solche „alte“ Musik begeistert mich. Dabei konnte ich mit King Crimson sehr lange nicht viel anfangen, das war mir doch etwas zu komplizierte Musik. Das Interesse für Musik im eigentlichen Sinne trat mit meiner ersten Freundin in mein Leben, die The Velvet Underground klasse fand. Störrisch, wie ich damals war, habe ich erst nach der Trennung wirklich viel Zeit investiert, mich mit dieser Band zu befassen, die, wie ich schließlich zugeben musste, doch nicht ganz so schlimm klang wie am Telefon. 😉

Es dauerte nicht lange, bis ich über The Velvet Underground auf den Progressive Rock aufmerksam wurde, der ja gemeinhin eine ähnliche Klientel anlockt. Von The Velvet Underground führte der Weg durch das Internet mich über die späten Beatles zum Progressive Rock; The Velvet Underground waren ja auch bereits progressiv, nur eben anders, da sind die Verbindungen trotz des doch recht anderen musikalischen Prinzips erstaunlich schnell geknüpft. Erst stieß ich auf die eigentlich unvermeidlichen Yes, dann alles, was wie Yes klang (Yezda Urfa, Starcastle, …), dann Gentle Giant und Van der Graaf Generator, King Crimson folgte schließlich mit einiger Verzögerung. Nur Genesis fand ich immer schon ein wenig nervig.

Den Zugang zu King Crimson habe ich untypischerweise über das Stück „21st Century Schizoid Man“ gefunden, das für mich damals ungeahnt schräg und aggressiv klang. Laut Didi, der hier ja auch schon Rede und Antwort stehen durfte, teilen meine Begeisterung für als atonal Verschrienes nicht viele Menschen. Das verstehe ich nicht. 🙂 Ich würde mich allerdings nicht als „Fan“ einer Band bezeichnen, ich habe bisher noch keine Musikgruppe gefunden, die nicht auch mal richtig grauenvolle Alben veröffentlicht hätte. Bei King Crimson wäre das „Islands“. Allerdings freue ich mich auf 2016. King Crimson kommen nach vielen Jahren gleich zweimal nach Deutschland. Ich hoffe, ich schaffe es.

intux: Spielst Du selbst ein Instrument?

tux.: Ich kann schlecht Gitarre spielen und schief singen – zählt das?

intux: Was steht bei tux. 2016 auf der Agenda?

tux.: Ich wäre gern reich und sexy. Realistisch betrachtet würde es mir allerdings schon reichen, wenn ich es schaffe, die Liste der Projekte, die ich „mal irgendwann umsetzen könnte“, ein wenig zu kürzen. Ansonsten das Übliche: Ins Internet reinschreiben, der Droge Musik frönen und vielleicht mal wieder ein neues Land kennen lernen. Vielleicht Großbritannien? Da soll es ja manchmal feine Konzerte geben…

intux: Danke für das Interview, tux..

Interview mit Jürgen Donauer von BITblokes

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Heute stand mir hierzu Jürgen Donauer (jdo) von BITblokes Rede und Antwort.

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Jürgens Arbeitsplatz (Foto: Jürgen Donauer)

intux: Wer sich mit Linux und Open Source auseinandersetzt kommt an BITblokes nicht vorbei. Du versorgst uns nicht nur fast täglich mit News rund um Linux und Open Source, sondern auch mit Tutorials aus diesen Bereichen. Was treibt Dich hierzu immer wieder an?

jdo: Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und mir macht es Spaß, mit neuen Sachen zu experimentieren und zu spielen. Open Source entwickelt sich sehr schnell und man hat Zugriff auf eine riesige Spielwiese, ohne gleich tief in die Tasche greifen zu müssen. Das ist eine Seite. Die andere Seite ist, dass ich viel von dem Zeug selbst aktiv im Einsatz habe. Somit muss ich die Sache einfach nur noch aufschreiben. Open Source ist unter anderem mit dem Gedanken erschaffen, sein Wissen mit anderen zu teilen.

intux: Was bedeutet der Name BITblokes?

jdo: Bit ist ein Bit und Bloke ist Englisch für einen Typ. Mehr steckt da eigentlich auch nicht dahinter. Blokes, also der Plural wurde genommen, falls mal mehrere Leute an der Seite schreiben. Dazu ist es aber nie wirklich gekommen. Außerdem war die Domain frei. Eigentlich ein ziemlich dämlicher Name, aber zum Ändern ein bisschen zu spät.

intux: Wie findest Du neben Deiner beruflichen Tätigkeit noch die Zeit noch für deine Artikel?

jdo: Indem ich es als Teil meines Berufs gemacht habe. Viel von dem Wissen kann ich aktiv wieder brauchen und umsetzen. Was ich privat recherchiere und aufschreibe, kann ich bei späterem Gebrauch einfach aus dem Ärmel schütteln. So irre das klingt, aber der Zeitaufwand spart mir später oft Zeit. Die Beiträge schreibe ich, wenn ich Zeit habe. Statt mich zu langweilen oder auf der Couch zu vergammeln, strenge ich lieber meine grauen Zellen an und schreibe die Erkenntnisse dann auf. In anderen Situationen muss es schneller gehen und dann kann ich auf dieses Wissen zurückgreifen.

intux: Ich kann mich noch gut an den Artikel „Schwenkbare Halterung für das Kamera-Modul des Raspberri Pi selbst gebastelt“ erinnern. Zu dieser Zeit habe ich selbst nach einem Gehäuse für die RasPiCam gesucht. Woran bastelst Du jetzt gerade?

jdo: Direkt gebastelt wird derzeit gar nicht – meinen Wassersensor Raspberry Pi werde ich demnächst etwas schicker machen. Ich mache mir aber im Moment Gedanken, wie man mit dem Budget einer normalen Einzelperson 360°-Panoramen unter Wasser bewerkstelligen könnte. Ich bin zwar nicht der Erste der das macht, aber das steht auf meiner To-Do-Liste. Da gibt es einige Herausforderungen, die man knacken muss. Die größte sind die Lichtverhältnisse beziehungsweise die schwindenden Farben in größeren Tiefen.

intux: Na dann wünsch ich Dir mal viel Erfolg bei der Realisierung dieses Vorhabens. Läuft auf Deinen Rechnern ausschließlich Linux?

jdo: Ja. Ich habe derzeit nicht mal mehr einen Dual-Boot-Rechner, auf dem Windows läuft. Windows brauchte ich für Spiele. Mit mehr als 1500 Spielen in Steam benötige ich das Microsoft-Betriebssystem nicht mehr. Dass es einige Spiele nicht für Linux gibt, finde ich schade – Fallout zum Beispiel. Ich bin aber zu stur, um nur deswegen Windows zu installieren.

intux: Was hast Du für Hardware im Einsatz?

jdo: Meine Hardware ist durchwegs etwas älter. Ich habe einen 2,5 Jahre alten Acer i7 mit 8 GByte RAM und SSD, ein Samsung Ultra 5 (zwei Jahre) für Reisen oder die Couch, einen der ersten Mac Minis mit Intel-Prozessoren (auf dem Linux hervorragend läuft) und ein Serverchen. Letzteres ist eine ZBOX mit Intel Atom Dual Core. Nicht schnell, aber für meine ownCloud, Squid und pdnsd reicht es. Weiterhin habe ich noch ein Raspberry Pi und ein Raspberry Pi 2. Momentan spiele ich mit dem Gedanken, die ZBOX durch das Raspberry Pi 2 zu ersetzen. Muss aber erst testen, wie performant das ist. Als großer Datenspeicher und Backup-Lösung steht noch ein älteres Synology herum.

Meine Hardware ist nicht die allerneueste, aber ich komme damit mehr als gut zurecht. Ich lasse mir ungern von den Konsumfritzen einreden oder vorschreiben, was ich gerade kaufen muss oder brauche. Hier kommt mir Linux als Betriebssystem sehr zu gute. Für den Mac Mini bekomme ich meines Wissens schon lange kein Mac OS X mehr, das noch unterstützt ist und darauf läuft. Macht aber nichts, da derzeit Linux Mint 17.2 Xfce darauf tickert und das sehr gut. Never change a running system! – und das an dieser Stelle nicht verbratene Geld gebe ich lieber für Urlaube aus.

intux: Wie man auf Deiner Seite sieht fotografierst Du gern. In letzter Zeit haben es Dir die 360°-Panoramen angetan. Kommst Du mit Open Source Software hierbei ausreichend zurecht oder vermisst Du hier einige Windows-Programme?

jdo: Ich brauche kein einziges Windows-Programm dafür, wobei es Hugin und GIMP auch für Windows gäbe. Ich habe angefangen, einen umfangreichen Beitrag über das Thema zu schreiben. Das wird aber noch eine Zeit lang dauern, weil das Thema recht komplex ist.

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Jürgen bei der Aufnahme eines 360°-Panoramas (Foto: Clive Hanna)

intux: Wie sieht Deine Fotoausrüstung im Detail aus?

jdo: Ah, es geht um meinen Schatzzzzzzzz …
Ich habe eine Canon EOS 7D, ein Tamron 17-50mm, ein Canon 70-200mm, ein Canon 100mm Macro und ein Tokina 10-17mm Fischauge. Letzteres verwende ich für die 360°-Panoramen und für unter Wasser. Weiterhin besitze ich eine Sony RX100 III, die ich mir wegen der Nasslinsen für unter Wasser gekauft habe. Damit kann ich Objektive unter Wasser wechseln und bin somit wesentlich flexibler. Nur im Makro-Bereich vermisse ich manchmal die Canon unter Wasser – ein UW-Sherpa wäre an dieser Stelle toll. Über Wasser ist die Canon aber flexibler, da ich bei der Sony keine Objektive wechseln kann (wobei die Sony für so eine kleine Knipse schon unglaublich geile Fotos macht – DSLR für die Hosentasche ist gar nicht mal so weit hergeholt). Ich werde diese Kameras sehr wahrscheinlich auch so lange verwenden, bis sie auseinander fallen. Die Unterwassergehäuse passen jeweils nur immer für das entsprechende Modell und sind alles andere als günstig.

Meine Ausrüstung ist laut Definition wohl nicht an der obersten Grenze des Profi-Spektrums definiert. Meine Meinung an dieser Stelle ist, dass man sich nicht vom Marketing-Geschwafel beeindrucken lassen sollte – eigentlich wie überall – die erzählen einem auch, dass man alle zwei Jahre ein neues Notebook braucht. Meine Hardware ist wie oben erwähnt schon älter und ich sehe derzeit keine Notwendigkeit, diese zu tauschen. Natürlich haben sehr teure Kameras bessere Technik. Das alleine macht aber noch kein gutes Foto. Wenn mich Leute zum Kauf einer DSLR fragen (die ein Bugdet haben), rate ich grundsätzlich zu einem etwas günstigeren Body und zu einem teureren Objektiv. Objektive hat man oft viele viele Jahre, wenn nicht ein Leben lang. Außerdem machen das Objektiv und Du das Bild und nicht der Body.

Das Fotografieren erinnert mich oft an den Umgang mit Open Source. Wenn man mit günstigeren Komponenten das gleiche Ergebnis erhalten möchte, muss man oft kreativ sein oder sich zu helfen wissen. Ein Panoramakopf ist ein Beispiel. Meiner hat unter 150 Euro gekostet und ich erziele die gewünschten Ergebnisse. Der hat aber keine Klicks und so Scherze, sondern ist sehr simpel. Du kannst aber auch ohne Probleme 500 Euro und mehr für so eine Komponente ausgeben.

Entwickelt man solche Fähigkeiten für Workarounds, kommt einem das immer wieder zu gute. Bei Linux, vor allen Dingen in den Anfangszeiten, musste man oft Workarounds finden oder Improvisieren, wofür man eigentlich dauernd als Frickler bezeichnet wurde. Ich bin im Nachhinein froh, das mitgemacht zu haben, weil es mir überall entgegenkommt. Vor allen Dingen beim Fotografieren unter Wasser muss man oft improvisieren oder Kompromisse eingehen und das schnell, sonst ist der Fisch weg. Improvisieren will aber gelernt sein. 🙂

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Unterwasserkamera (Foto: Jürgen Donauer)

intux: Ab und an zockst Du ja auch. Glaubst Du an den Erfolg der Steam-Box?

jdo: Ja, auf jeden Fall. Wenn jemand gegen Microsoft und Sony anstinken kann, dann ist das Valve. Die Firma hat die Mittel, die Anwenderzahlen und somit den richtigen Hebel. Auch wenn immer wieder Kritik laut wird (in letzter Zeit zum Glück immer weniger), dass proprietäre Elemente in Open Source nichts zu suchen haben, helfen solche Projekte ungemein. Die wenigsten werden wohl an der Steam Machine doktern. Sie hat aber dennoch den Vorteil, dass viele Spiele mit Unterstützung für Linux auf den Markt kommen. Je mehr sogenannte AAA-Titel verfügbar sind, desto weniger braucht man Windows, um diese zu spielen. Spiele und Windows gehörten lange Zeit zusammen wie Windows und Office. Beide Seiten werden derzeit immer weiter aufgeweicht und ich hoffe, dass dieser Trend anhält. Ich vermeide an dieser Stelle mit Absicht „das Jahr des Linux-Desktops“ zu erwähnen, weil wir darüber schon hinaus sind. Der Linux-Kernel ist überall zu finden und Canonical hat mit Ubuntus Konvergenz die richtige Idee. Es wird sich aber zeigen, wer im Endeffekt das Rennen macht. Google hat ja angekündigt, Chrome OS und Android irgendwie unter einen Hut zu bringen. Die riechen an dieser Stelle natürlich auch den Braten. Der Desktop wird meiner Meinung nach nicht verschwinden, sondern in andere Geräte gepackt. Allerdings sind diese Geräte im Moment nicht leistungsfähig genug für Spiele oder komplexe Bildbearbeitung wie bei den 360°-Panoramen. Somit wird die Steam Machine eine perfekte Lösung für Leute sein, die einen Desktop brauchen, der nicht so viele Ressourcen benötigt (einfache Office-Aufgaben und so weiter) und sich in ein tragbares Gerät packen lässt, aber die PC-Spiele zocken wollen.

intux: Eine Frage noch, die sicher nicht nur mich interessiert. Wie hat es Dich ausgerechnet nach Ägypten verschlagen?

jdo: Ich habe damals meinen Tauchlehrerschein hier gemacht und es hat mir einfach gefallen. Nach einer zweijährigen Odyssee durch diverse andere Länder bin ich hierher zurückgekehrt. 360 Tage Sonne im Jahr und als Taucher das Rote Meer vor der Nase …

intux: Vielen Dank für das Interview, Jürgen.

Interview mit Steven Seifried von canox.net

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Heute stand mir hierzu Steven Seifried von canox.net Rede und Antwort.

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Stevens Arbeitsplatz (Foto: Steven Seifried)

intux: Dein Blog canox.net ist 2015 wie aus dem Nichts gekommen. Du hast dich auf kurze und knappe Tutorials spezialisiert.  Ist canox.net Deine erste eigene Seite?

Steven: Die Seite canox.net betreibe ich seit Februar 2014. Daraus entstand dann im darauf folgendem Juli der Blog, da ich zuvor alle Anleitungen in HTML geschrieben hatte und mir das auf Dauer zu anstrengend war. Da ich bereits mit WordPress Erfahrung gesammelt und auch für einen anderen Blog geschrieben hatte, konnte ich mit WordPress gleich loslegen. canox.net ist nicht meine erste Seite. Bereits 2012 hatte ich eine kleine Webseite, welche mittlerweile offline ist.

intux: Was bedeutet der Name CANOX?

Steven: Der Name CANOX setzt sich aus dem alten Namen meines YouTube-Kanals Canis Nova zusammen. Das X steht für die unterschiedlichen Themen die im Blog behandelt werden. Die Domain canox.net war dazu dann auch noch zu haben.

intux: Werden die veröffentlichten Tutorial von Dir auch real durchgetestet?

Steven: Ja, werden sie.

intux: Seit wann interessierst Du dich für Open Source Software und wann hast Du Dich dazu entschlossen darüber zu schreiben?

Steven: Ich habe seit dem ich mich mit dem PC beschäftige immer wieder von Open Source und vorallem von Linux gehört. Ein knappes Jahr vor dem Supportende von Windows XP, welches ich bis dahin eingesetzt hatte, lud ich mir aufgrund einer Empfehlung Knoppix aus dem Internet. Damit sammelte ich die ersten Erfahrungen auf dem Laptop. Davon begeistert suchte ich nach einer geeigneten Distribution für meinen Lappi und bin dabei auf Lubuntu gestoßen.

Im Dezember 2013 machte ich mir Gedanken evtl. über die Themen Linux und Open Source zu schreiben. Als dann im Januar 2014 mein Raspberry Pi endlich eintraf entschloss ich mich eine neue Internetseite zu starten und auf dieser über den Raspberry Pi zu berichten. Das war dann der Startschuss für canox.net.

intux: Die Schwerpunkte Deiner Seite liegen neben Linux und Android eher bei den Einplatinencomputern. Welcher ist da momentan Dein Favorit?

Steven: Mein momentaner Favorit ist der Raspberry Pi 2 B. Ich besitze zwar noch einen Banana Pi und Banana Pro, welche ich beide aber nicht mehr einsetze. Auf meinem Raspberry Pi 2 läuft derzeit meine ownCloud.

intux: Welche Hardware setzt Du gerade ein?

Steven: Seit Oktober besitze ich einen neuen PC, mit 4 x 2,0 GHz, 8 GB Arbeitsspeicher und 500 GB Festplatte. Der Monitor ist ein HANNS-G HT231. Des Weiteren besitze ich noch einen Samsung NP305V5A-A04DE mit 2 x 2,20 GHz, 4 GB Arbeitsspeicher und 500 GB Festplatte.

Mobil bin ich mit meinem Google Nexus 5, auf welchem aktuell Android 6.0 installiert ist, da ich auf CyanogenMod 13 warte, unterwegs. Mein MacBook „Late 2009“ mit OS X 10.11 habe ich mittlerweile nicht mehr im Einsatz.

intux: Du schreibst, dass Du mittlerweile auf Linux umgestiegen bist. Welche Distributionen verwendest Du gerade?

Steven: Getestet habe ich bislang Debian, Linux Mint, openSUSE und Ubuntu mit seinen Derivaten. Auch Fedora habe ich mir einmal angesehen.

Auf meinem PC und auf meinem Laptop benutze ich aktuell Ubuntu 14.04 LTS. Sobald Kubuntu 16.04 erscheint werde ich selbiges benutzen, da mir die KDE-Desktopumgebung erst seit Plasma 5 gefällt und ich nur die LTS-Versionen der Ubuntu-Varianten einsetzen möchte. Generell benutze ich am liebsten Distributionen auf Basis von Debian.

intux: Warum nur LTS-Versionen? Als Tech-Blogger könntest du aber risikofreudiger sein!?

Steven: Mit den „Zwischenversionen“ (14.10, 15.04, 15.10) spielt Canonical ja ein bisschen rum. Deswegen, da ich auf diese Spielereien verzichten kann, setze ich die LTS-Versionen ein.

intux: Also wäre ein Rolling Release auch keine Alternative?

Steven: Auch wenn ich mit Arch Linux bereits Erfahrungen gesammelt habe, würde ich kein Rolling Release einsetzen, da ich Distributionen auf Debian-Basis bevorzuge.

intux: Kannst Du mittlerweile ganz auf Windows verzichten?

Steven: Privat ja, beruflich leider nein. Im Job läuft eine Spezialsoftware für Windows auf einer CNC-Maschine. Hierfür gibt es leider keine Alternativen.

intux: Vielen Dank für das Interview, Steven.

Interview mit Dietmar Janowski von Didis Blogazo

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Den Anfang hierzu macht Dietmar Janowski (Didi) von Didis Blogazo.

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Aufbau eines Linux-PC (Foto: Dietmar Janowski)

intux: Wann kamst Du das erste Mal mit Linux in Berührung?

Didi: Das erste Mal kam ich im Jahre 2010 und noch zu Zeiten Windows XPs mit Linux in Berührung. Einerseits war Windows Vista bereits am Markt. Da viele Entwickler ihre Programme auf dieses Betriebssystem umstellten und sich herauskristallisierte, dass die Unterstützung XPs nach und nach eingestellt wird bzw. Vista u. U. Schwierigkeiten mit betagterer Hardware haben wird, ich aber meine Geräte auf keinen Fall aufgeben wollte, nur weil Microsoft dies so beabsichtigte, nutzte ich zunächst Ubuntu mit Wubi, um zu prüfen, ob meine aktuelle Hardware einschließlich Drucker, Scanner Kameras etc. unter Linux erkannt wird, was der Fall war. Andererseits suchte ich ein Live-System für unterwegs, wobei die Wahl auf Knoppix fiel.

Ich hatte jedoch schon viel früher mit dem Einsatz einer Linux-Distribution geliebäugelt, mich aber einfach nicht getraut. Insofern muss ich Microsoft für die Einführung Vistas wirklich dankbar sein.

intux: Seit wann setzt Du Linux produktiv ein?

Didi: Wubi half mir dabei, mich nicht vorschnell entmutigen zu lassen, wenn ich ein gewünschtes Ergebnis verfehlte. Denn mit Wubi konnte ich das System bei einem Fehler zurücksetzen, wenn sich mir die Lösung des Problems verschloss. Als ich im Umgang mit Ubuntu sicher war und ich auftretende Probleme -sei es durch eigene Recherche oder mit Hilfe einschlägiger Foren- lösen konnte, vollzog ich den Umstieg um den 11. 10. 2010 herum. Windows gehört seit diesem Zeitpunkt der Vergangenheit an.

intux: Kommst du ohne kommerzielle Software bzw. MS-Produkte aus?

Didi: Nein, leider komme ich nicht ganz ohne kommerzielle Software bzw. MS-Produkte aus. Ubuntu selbst ist ja auch kommerziell, was ein Grund war, zu einer anderen Distribution zu wechseln.

Ich versuche, gewerbliche Software bzw. solche mit geschlossenem Quellcode und Programme Microsofts so restriktiv wie möglich einzusetzen. Nehmen wir z. B. Skype: Durch meine Vergangenheit habe ich noch viele Kontakte nach Südamerika, insbesondere nach Chile. Es ist schier unmöglich, auf open-source oder unkommerzielle Alternativen zu setzen, wenn die Gesprächspartner nicht mitziehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich allenfalls noch Google Hangouts antun würde. Anderenfalls bliebe mir dann nur noch die Möglichkeit, auf Skype und Co. und damit auf Videogespräche zu verzichten, was ich aber auf keinen Fall tun werde, weil mir meine Freunde und Bekannten viel zu wichtig sind.

Außerdem nutze ich Teamviewer, um gelegentlich zu helfen. Auch diesbezüglich war die Verwendung einer Alternative mangels Bereitschaft hierzu bisher nicht durchsetzbar.

Ein anderes Beispiel, welches zwar nicht meine Rechner-Software aber Online-Dienste betrifft, ist Facebook: Ich habe, damit meine Fotos nicht irgendwo im Netz kommerzialisiert werden, auf meinem bei Uberspace gemieteten Server mittels WordPress Bildergalerien erstellt, die nur für registrierte und von mir zugelassene Besucher einsehbar sind. Jedoch scheint selbst diese Registrierung für die meisten Kontakte zu viel Aufwand zu sein. Bei Facebook eingestellte Bilder hingegen werden reichlich kommentiert. Ich bin nun dazu übergegangen, nur ganz wenige Bilder, von denen ich es verantworten kann, dass sie eventuell und wohin auch immer verkauft werden, bei FB einzustellen. Denn es macht keinen Sinn, mit gutem Beispiel voranzugehen, wenn die eigentliche Funktion eines sozialen Netzwerkes dabei auf der Strecke und man selbst alleine bleibt. Gleiches gilt für Geraspora, was für mich, so gerne ich es auch ausgiebig nutzen würde, mangels Nutzer keine Alternative darstellt.

Offensichtlich hat sich die Aufregung um die NSA-Affäre gelegt, und man ist wieder zum Tagesgeschäft übergegangen. Sicherheit und Transparenz scheinen -zumindest im Privatbereich- kein Thema mehr zu sein. Die mir begegnende Gleichgültigkeit insbesondere auch derjenigen, die zuvor laut geschrien haben, ist schon befremdend.

intux: Auch im Job?

Didi: Im Job komme ich zumindest ohne spezielle Windows-Software aus. Die meisten meiner Kollegen arbeiten mit der kostenpflichtigen Windows-Kanzleisoftware AnNoText, ich hingegen mit der kostenlosen, unter der CC BY-NC-ND 3.0 DE-Lizenz stehenden closed source Freeware j-lawyer und mit einigen von Kollegen entwickelten OpenOffice- bzw. LibreOffice-Vorlagen. J-lawyer kann sowohl unter Windows als auch unter Linux betrieben werden.

Zur Zeit erfolgt die Einrichtung des besonderen elektronischen Anwaltspostfaches, wofür zwar weder eine spezielle Software, noch ein bestimmtes Betriebssystem, jedoch ein Kartenlesegerät erforderlich ist. Damit könnte es u. U. Treiberprobleme geben. Offene Treiber sind mir derzeit jedenfalls unbekannt. Ich warte noch ein wenig die Erfahrungen meiner Kollegen ab, bevor ich mich für die entsprechende Hardware entscheiden werde.

intux: Hast Du den Umstieg bereut?

Didi: Nein, noch nie. Auch der Teil meiner Verwandtschaft, der mit meiner Hilfe auf Linux-Rechner umgestiegen ist, will auf keinen Fall zurück zu Windows, was mir gelegen kommt, bleiben doch lästige Fragen, die früher an der Tagesordnung waren, unter Linux aus. Denn Ubuntu läuft problemlos, wenn es erst einmal eingerichtet ist, was zumindest für die LTS gilt.

intux: Fehlt Dir in punkto Software etwas?

Didi: Mir fehlt nichts. Ich habe für all die vormals eingesetzte Windows-Software Alternativen gefunden. Einzig die Qualität der damals mit der Adobe Creative Suite erstellten .pdf Dateien war etwas besser, als die der mittels Scribus i. V. m. Gimp und Inkscape exportierten Dokumente, was aber im Ergebnis unerheblich ist.

intux: Mit welchen Distributionen hast Du bisher gearbeitet?

Didi: Als erstes nutzte ich Ubuntu, dann, weil mir diese Distribution zu kommerziell war, Fedora. Derzeit arbeitet auf allen Rechnern -teils mit Gnome 3 oder XFCE- Debian, weil ich nicht immer die neuste Software, sondern vielmehr ein stabiles System benötige. Gelegentliche Sicherheitsaktualisierungen reichen mir völlig. Desweiteren gibt es für Debian bestimmte Pakete, wie ME TV, die als .rpm vorkompiliert für Fedora nicht existieren. An der Selbstkompilierung ME TVs scheiterten neben mir selbst ITler des Fedoraforums.

Außerdem nutze ich Knoppix, welches ich mir jedes Jahr auf der CeBIT besorge und das dort vom Entwickler Herrn Klaus Knopper vorgestellt wird.

intux: Erzähle bitte etwas zur von Dir eingesetzten Hardware.

Didi: Meinen Hauptrechner hat ein netter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bzw. System Administrator und Bloggerkollege Malte speziell im Hinblick auf die Kompatibilität mit Linux zusammengestellt und -gebaut. So konnte ich auf den Einbau bestimmter Komponenten Einfluss nehmen, was einem bei einschlägigen Linux-Onlineshops oft verwehrt bleibt. Die Einzelheiten mag der Interessierte hier nachlesen. Leider fehlt mir das Fachwissen, einen PC selber zusammenzubauen. Deshalb bin ich für die damalige Unterstützung dankbar.

intux: Spielst Du irgendwelche Games unter Linux? Wenn ja, welche?

Didi: Da gibt es zur Zeit nur UrbanTerror. Eine kurze Ballerei reicht zum Abreagieren. Dort bevorzuge ich das Team DM und einen Low Grav-Server. Sobald ich gewonnen oder einen der vorderen Plätze belegt habe, vergeht mir auch schon wieder die Lust. Für Rollen- und Strategiespiele fehlen mir Zeit und Ausdauer.

intux: Warum hast Du begonnen, zu bloggen?

Didi: Im Grunde ist mein Blog ein Nachschlagewerk. Stellt sich ein Problem, so halte ich die erarbeitete Lösung für den Fall fest, dass sich diese oder eine ähnliche Frage irgendwann noch einmal stellen sollte. Außerdem kann ich meine Erfahrungen so mit anderen Menschen teilen, die bei ihrer Suche auf den entsprechenden Beitrag stoßen. Sollte ich das Blog einmal schließen, blieben mir sämtliche mit QTM verfassten Beiträge offline zur Verfügung. Die Arbeit würde also nicht vergeblich gewesen sein.

Das Blog dient natürlich auch der Unterhaltung. Übrigens fetze ich mich dort recht häufig mit einem bestimmten Kommentator, der einem auch schon an anderer Stelle begegnet sein dürfte. Wir kennen uns persönlich. Ganz ernst sollte man die Angelegenheit also nicht nehmen.

intux: Vielen Dank für das Interview, Dietmar.

Projektmanagement mit Planner

In naher Zukunft steht bei mir Zuhause die Renovierung der Küche an. Bevor jedoch die Küchenmöbel geliefert werden, ist natürlich noch einiges zu erledigen. Um alles im Vorfeld richtig zu koordinieren, ist es sinnvoll einen Projektmanager einzusetzen. Hier habe ich mich des Programms Planner bedient, um die entsprechenden Zeitlinien und Abhängigkeiten in einem Gantt-Diagramm darzustellen, damit nichts schief geht.

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Übrigen kann man mit Planner Daten vom Pendant MS Project einlesen. Hier muss laut Wiki von ubuntuusers.de jedoch mit Datenverlust gerechnet werden. Abspeichern ist nur im *.planner-Format möglich.

Planner ist für Linux und Windows erhältlich. Mehr zum Projekt findet man hier.

Planner ist in den offiziellen Paketquellen von Ubuntu enthalten.

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Wie bekomme ich Windows 10 auf mein ThinkPad E550?

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Am gleichen Tag als Windows 10 erschienen ist, habe ich mir das Image (3,4GB) über mein Ubuntu aus dem Netz herunter geladen, um das neue OS von Microsoft einmal anzutesten. Da ich vorhatte Windows 10 in der VirtualBox zu installieren, brauchte ich den Productkey. Früher klebte ein Sticker mit dem Code direkt unter meinem Notebook. Jetzt ist auf meinem neuen Gerät nur noch das Logo von Windows 8 zu identifizieren.

Nach der Neuanschaffung des Notebooks gab ich Windows 8 gar nicht erst die Chance sich auf meinem E550 zu entfalten. Die Festplatte wurde gleich für Ubuntu 14.04 LTS partitioniert und formatiert. Somit konnte Windows weder registriert noch aktiviert werden.

Will man aber Windows 8 oder 10 in der VirtualBox nach der Installation aktivieren, so braucht man den richtigen Productkey, der im BIOS eines mit Windows erworbenen Rechners hinterlegt ist.

Dieser lässt sich mit dem Befehl

sudo cat /sys/firmware/acpi/tables/MSDM

auslesen. Heraus kam bei mir dann folgendes:

MSDMU�LENOVOTP-J5 PPTECXXXXX-XXXXXX-XXXXXX-XXXXXX-XXXXXintux@ThinkPad-E550:~$

Dabei habe ich die Buchstaben-Zahlen-Kolonne des Schlüssels durch X verschleiert.

Bei einer frischen Installation auf die Festplatte holt sich übrigens Windows i.d.R. den Key direkt aus dem BIOS. Eine Eingabe ist so nicht erforderlich.

Ein großes Problem, welches ein Linux-User, wie ich hat, ist die Beschaffung des eigentlichen Windows-Images. Das ISO von Windows 10 kann man zwar hier downloaden, jedoch wird der Productkey nicht angenommen. Mein Key ist für Windows 8 vorgesehen. Also muss zuerst Windows 8 installiert werden um auf Version 10 upzugraden. Windows 8 lässt sich jedoch nicht direkt herunterladen. Dies geht nur über das Media Creation Tool für Windows 8 (3,3GB). Wenn man also hier an die ISO kommen will, ist man auf einen Windows-PC (ab Version 7) angewiesen, mit dem man Windows 8 downloaden kann. Microsoft, wie kompliziert ist das denn! Dieses Media Creation Tool gibt es im Übrigen auch für Windows 10. Der Linux-User wird also mal wieder im Regen stehen gelassen.

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Windows 8.1

Windows 10-6

Windows 10

Nachdem diese Hürden genommen wurden, konnte ich Windows 8 in der VirtualBox installieren und aktivieren. Darüber wurde im Anschluss dann Windows 10 installiert. Die Aktivierung über meinen zuvor ausgelesenen Productkey war so auch kein Problem mehr.