InfinityBook Pro 13 – Randnotiz

Im Moment läuft bei mir auf dem InfinityBook Pro 13 der Firma TUXEDO Debian Testing mit Kernel 4.12. Wie schon erwartet (siehe Artikel „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 3„), konnte die Akkulaufzeit mit Kernel 4.11 noch einmal deutlich gepusht werden. Im Normalbetrieb mit WLAN und angeschlossener Funkmaus konnte ich eine Steigerung von 5:20 Stunden auf immerhin 7:00 Stunden verzeichnen. Damit kommt es zu einem Zuwachs von immerhin knapp über 30% gegenüber Ubuntu 16.04 LTS. Im hier schon oft erwähnten Standby-Test gibt das Pro 13 übrigens erst nach immerhin 14 Stunden auf.

Debian Testing Desktop
geschätzte Akkulaufzeit während des Betriebs

Fazit

Ab Kernel 4.11 kann man, wie auch unter der von TUXEDO angepassten Xubuntu-Version, mit deutlich längeren Akkulaufzeiten des TUXEDO InfinityBook Pro 13 rechnen. Damit kann auf dem Gerät schon fast das Energieverbrauchsniveau wie unter Windows 10 erreicht werden. 

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 4

Ubuntu 16.04Windows 10 und Debian 9 konnte ich bislang auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 testen. Nun geht es an das Innere des Pro 13. Das Gerät wird wie hier von TUXEDO beschrieben geöffnet.

Quelle: YouTube

Nach dem Lösen von 15 Schrauben und der Entfernung des Bodens erhält man einen Überblick über die Erweiterbarkeit, die zur Verfügung stehenden Schnittstellen bzw. die austauschbaren Komponenten.

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 von innen

Die wichtigsten Komponenten und Schnittstellen sind auf dem Bild farblich markiert. Oben links sieht man den Lüfter, welcher bei Bedarf mit Pinsel, Sauger oder Druckluft leicht vom eingezogenen Staub befreit werden kann. Rechts daneben befinden sich zwei SO-DIMM-Sockel, in denen beim Testgerät ein 16GB-Riegel verbaut ist. Da nur ein Sockel belegt ist, besteht die Möglichkeit den RAM des InifinityBook problemlos zu erweitern. Rechts daneben sieht man drei M.2-Ports. Der obere mit 42mm ist mit dem WLAN-Modul belegt. Daneben befindet sich die CMOS Batterie, welche gewechselt werden kann. Der darunter liegende 60mm-Steckplatz ist frei. Wiederum darunter, im 80mm-Port, befindet sich die M.2 NVMe SSD 250 GB Samsung 960 EVO. Unten links hat man die Option eine 2,5″ HDD/SSD in den für SATAIII-Festplatten vorgesehenen Stauraum einzubauen. 

InfinityBook Pro 13 mit zusätzlich eingebauter 2,5″ SSHD

Rechts daneben ist der Akku verbaut, welcher mit ein paar Handgriffen (lösen von 5 Schrauben) ausgebaut bzw. gewechselt ist.

ausgebauter Akku

Die Lautsprecher des InfinityBookPro 13 liegen, wie man auf den Bildern erkennen kann, links neben dem SATAIII-Port und rechts neben dem Akku.

Ansicht Akku, M.2-Ports
Ansicht Lüfter, 2,5″ SATAIII-Port

Fazit

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 lässt sich recht gut und leicht erweitern. Arbeits- und Festplattenspeicher können einfach hinzu gesteckt werden. Der Arbeitsspeicher kann maximal bis auf 32 GB DDR4 aufgerüstet werden. Beim Massenspeicher hat man die Wahl zu einer M.2 SSD zu greifen oder eine 2,5″ SATAIII HDD, SSHD bzw. SSD zu verwenden. Der Akku ist zwar fest verbaut, lässt sich jedoch gut demontieren und bei Bedarf durch einen neuen ersetzen. Die CMOS-Batterie sowie das WLAN-Modul können ebenfalls schnell gewechselt werden.

Bei der Montage bzw. Demontage sollte man darauf achten, dass sensible Aluminiumgehäuse vor Kratzern entsprechend zu schützen.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit dem von TUXEDO angepassten Xubuntu schlägt.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 3

Nachdem ich Ubuntu und Windows auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 getestet habe, wollte ich wissen, wie sich das frisch veröffentlichte Debian 9 Stretch auf diesem Gerät schlägt. Hatte man bei der Installation von Debian 8 noch arge Installationsprobleme mit dem Kernel 3.16, so verlief das EFI-Setup mit Stretch problemlos. Die Funktionstastenbelegung funktioniert nach dem Setup fast komplett. Der Flugmodus über die Taste F11 lässt sich mit einem kleinen Eingriff in die Konfiguration des Grub aktivieren. Die verbaute Hardware wird vollständig erkannt. Um allerdings das WLAN-Modul zu aktivieren, ist es nötig den unfreien Intel-Treiber iwlwifi (non-free) einzuspielen. Dieses Problem trat schon beim Vorgängermodell auf. Da das Pro 13 über eine LAN-Schnittstelle verfügt, kann das Paket aber problemlos aus den Quellen contrib non-free installiert werden. Die Webcam sowie der Card-Reader funktionierten auf Anhieb und die Grafik läuft einwandfrei.

Debian 9 Stretch Desktop
Debian 9 Stretch Dash
Terminal (Kernelversion 4.9)
Debian 9 Stretch Übersicht (GNOME-Version 3.22)
Cheese Webcam

Debian 9 verrichtet ansonsten seinen Dienst erwartungsgemäß stabil und zuverlässig. Das System startet einen Tick schneller als unter Ubuntu, in knapp 16 Sekunden. Allerdings muss man bei der Performance der Akkulaufzeit ein paar Abstriche machen. Nach 7:30 Stunden im üblichen Standby-Test geht dem Gerät die Puste aus. Allerdings kam ich beim Arbeiten mit dem InfinityBook auf eine ähnliche Laufleistung wie unter Ubuntu. Das Notebook quittierte seinen Dienst nach 5:10 Stunden. Verantwortlich hierfür ist der, wie unter der LTS, eingesetzte Kernel 4.9. Später sollte eine deutliche Verbesserung spürbar sein, wenn neuere Kernel über die Backports frei gegeben und auch eingespielt werden. Die CPU-Temperatur liegt im Normalbetrieb bei ca. 46°C. Dabei ist der Lüfter nicht zu hören. 

Natürlich habe ich auch wieder etwas „Duke Nukem 3D: Megaton Edition“ via Steam gezockt, um die CPU etwas an die Grenzen zu führen. Die Temperatur stieg in den Spitzen auf maximal 100°C. Der Lüfter machte dann natürlich ordentlich Geräusche. Das InfinityBook ist eben kein Gaming Notebook, sondern richtet sich eher an Entwickler, Reisende, Normalanwender, aber auch Blogger.

Duke Nukem 3D: Megaton Edition

Fazit

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 kam im Test mit Debian 9 Stretch gut zurecht. Es wurden im Test mit dem Gerät normale Aufgaben mit LibreOffice, Gimp, Inkscape, Firefox etc. erledigt. Selbst nicht so anspruchsvolle Spiele laufen auf dem InfinityBook gut. Allerdings wirkt hier der Lüfter störend.

Die Akkulaufleistung ist mit Debian 9 vergleichbar wie unter Ubuntu 16.04 LTS. Mit dem Kernel 4.9 kommt dabei die getestete Linux-Distribution auch hier nicht ansatzweise an ein Windows heran. Die Problematik ist bekannt. Jedoch besteht im Hinblick auf neuere und aktuellere Kernel etwas Hoffnung.

Alles in Allem kann man aber sehr gut auf dem InfinityBook mit Debian 9 stable arbeiten. Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 ist also auch für eingefleischte Debianer einen Blick wert. Wobei man beim WLAN-Modul zu einem unfreien Treiber greifen muss.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie das TUXEDO InfinityBook Pro 13 von innen aussieht und wie es um die Erweiterbarkeit bestellt ist.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 2

Nachdem ich nun einige Tage mit Ubuntu auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 gearbeitet habe, wollte ich nun auch Windows 10 Home 64-Bit auf dem Gerät ausprobieren. Da hier von Hause aus ein Dualboot-System vorinstalliert war, ging das natürlich problemlos. Ich hatte nun ca. einen Monat Zeit intensiv mit dem Microsoft-Betriebssystem zu arbeiten.

Windows 10 Desktop
Windows 10 Startmenü

Um einen wirklichen Vergleich zum Test „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 1“ zu bekommen, wurden meinerseits nur Open Source Anwendungen wie Gimp, Inkscape, Filezilla, Putty, Gajim etc. installiert, mit denen ich auch auf dem Ubuntu-System gearbeitet hatte. Als Unterbau ist Windows dafür natürlich, genau wie Ubuntu, bestens geeignet. 

Das System ist in ca. 28 Sekunden vollständig gebootet und einsatzbereit. Das dauert zwar im Vergleich zu Ubuntu 10 Sekunden länger, aber was sofort auffällt, ist das bessere Energiemanagement von Windows 10. Der 36Wh Lithium-Ionen Akku wird weniger stark belastet als unter einem aktuellen Linux. So kam ich bei normaler Anwendung (abgedunkeltes Display, deaktiviertes Bluetooth und angeschlossene Funkmaus) auf gut 7:50 Stunden. Das überzeugt natürlich! Wenn man nach der von TUXEDO angewandten Testmethode vorgeht, läuft der Akku sogar bis zu 30 Stunden. TUXEDO schreibt hierzu:

Wir testen die Laufzeit unserer Notebooks immer im Leerlauf, bei minimaler Displayhelligkeit, mit deaktivierter Tastaturbeleuchtung, deaktiviertem WLAN & Bluetooth und ohne jegliche angeschlossenen Geräte (USB, LAN, HDMI, VGA, etc. abstecken!).

Das ist über das Doppelte der unter Ubuntu angegebenen Laufzeit des Herstellers. Fakt ist, der verbaute Intel Core i7-7500U scheint im Moment einfach besser mit dem Microsoft-Betriebssystem klar zu kommen als aktuelle Linux-Kernel. Die gesamte verbaute Hardware wird erwartungsgemäß, bis auf eine Ausnahme, erkannt und arbeitet einwandfrei. Nur der Insyde Airplane Mode HID Mini-Driver meldet beim ersten Start im Gerätemanager einen Konflikt. Dieser angepasste Treiber erlaubt es HID-Geräte wie Mäuse, Tastaturen und andere Eingabegeräte unter bestimmten Voraussetzungen im Flugmodus weiter zu betreiben. Komischerweise meldet Windows, dass bereits der aktuellste Treiber installiert ist. Nach einer Anfrage beim wirklich sehr schnellen und kompetenten Support von TUXEDO wurde mir der passende Treiber (07_AirplaneMode.zip) zur Verfügung gestellt, der das Problem behebt. Die Grafik des Notebooks ist sehr gut auf das Gerät abgestimmt. Die Webcam arbeitet mit einer fokussierten Gesichtserkennung. Weiterhin werden unter Windows 10 die Funktionstasten vom System angesprochen und steuern wie auch unter Ubuntu Lautstärke und Helligkeit der Tastaturbeleuchtung. 

Windows 10 Gerätemanager (nach dem ersten Start)
Windows 10 Gerätemanager (nach dem Einspielen des Airplane Mode Treibers)

Fazit

Auch wenn wahrscheinlich die Zielgruppe der TUXEDO-Hardware in erster Line Linux-User sind, so macht das InfinityBook Pro 13 mit Windows eine sehr gute Figur. Die Performance ist unter reellen Arbeitsbedingungen sogar noch besser als mit einem auf Linux basierendem Betriebssystem. Die Hardware läuft mit Microsofts Windows 10 Home 64-Bit sehr gut und energiesparend. 

Somit kann ich das Gerät auch mit dieser Konfiguration getrost zum Kauf empfehlen.

Vorschau

Im nächsten Artikel folgt ein kleiner Bericht, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit Debian 9 Stretch schlägt, welches am 17.06.2017 erscheint.

exFAT

Neulich hatte ich einen USB-Stick bekommen, welcher auf einem Windows-System in exFAT formatiert war. Um auf die Daten zugreifen zu können, war es nötig folgende Erweiterungen zu installieren.

exFAT ist ein Microsoft-Dateisystem, welches es ermöglicht Dateien größer 4GB auf einen Flash-Speicher zu schreiben.

Acht Jahre Linux

Vor acht Jahren bin ich auf Linux umgestiegen. Man wie die Zeit vergeht. Im April 2009 bin ich das erste Mal mit Ubuntu in Kontakt gekommen. Mein Kollege Ecki zeigte mir das System auf seinem Notebook. Besonders genial fand ich, dass man Ubuntu vor der Installation als Live-System ausgiebig testen konnte, was ich tat. 

Unity-Desktop (Ubuntu 16.04 LTS)
Unitity-Desktop (Ubuntu 17.04 Beta)

Es folgte der harte Schnitt. Ich verbannte mein Windows vollständig und installierte mir das freie OS aus dem Hause Canonical in Version 9.04. Besonders innovativ fand ich die Einführung der Cloud Ubuntu One. GNOME 2 war zu diesem Zeitpunkt der Standard-Desktop. Am Anfang nahm ich jede halbjährliche neue Version mit. Diese brachten mal kleine und mal größere Neuerungen. Den kommerziellen Ansatz von Ubuntu nahm ich erst so richtig mit der Einführung des Music-Stors wahr. Ich fragte mich, warum man sich dort den weitaus größeren und erfahreneren Mitbewerbern stellen will. Mit Ubuntu 11.04 wurde dann Unity als Desktop-Umgebung eingeführt, was für mich einem Schock gleich kam. Ich versuchte es hin und wieder, aber ich konnte mich mit Unity einfach nicht anfreunden. Spätestens hier war mir klar, dass man etwas entwickeln will, was irgendwie an der Linux-Community vorbei gehen sollte. Ich blieb zwar bei Ubuntu, jedoch setzte ich von nun an auf GNOME 3. Eine weitere komische Entwicklung war festzustellen. Canonical setzte vor dem Download einen gewünschten Preis für das OS in das Download-Formular. Das konnte bzw. kann man zwar umgehen, jedoch fühlte sich das schon irgendwie komisch an. Es zeichnete sich immer mehr ab, dass Canonical den Privatanwender als Geldeinnahmequelle im Visier hat. 

Die Amazon-Lense hielt Einzug auf dem Desktop und Canonical entwickelte Ubuntu Phone, ein OS für ein Smartphone. Fraglich war, warum Canonical sich nicht auf das Nötigste konzentrierte, ein perfektes Betriebssystem für Desktop und Server. Canonical setzte noch einen drauf mit der Crowdfunding-Kampagne zu dem Super-Smartphone „Edge“. Das „Edge“ kam nie heraus und Canonical erlitt eine Pleite. Den großen Marktteilnehmern war man mit einem unfertigen mobilen Betriebssystem nicht gewachsen. Die einzige wirkliche Innovation lag in der Hardware. Das „Edge“ sollte, wie wir wissen, mit Saphir-Glas erscheinen. Inzwischen wurden auch Ubuntu One und der Music-Store eingestellt. 

Mir gefiel diese Entwicklung nicht wirklich und so liebäugelte ich mehr und mehr mit Debian. Ankündigungen von Mir und Snappy trugen dazu einiges bei. Irgendwann wechselte ich tatsächlich zu Debian und bin mit der Stabilität und Kontinuität dieses wirklich freien Betriebssystems voll zufrieden.

Nun bin ich 8 Jahre Linux-Nutzer und ich bereue keinen Tag. Ubuntu hatte zur Zeit meines Umstiegs großes Potential, jedoch hat man dieses aus meiner Sicht nicht nutzen können, weil man immer wieder blind irgendwelche Entwicklungen voran trieb, die nie wirklich eine Chance am Markt hatten.

Ubuntu kommt nun „back to the roots“ und wird hoffentlich wieder benutzerfreundlicher. Zwar ist von der einstigen Erfolgsgeschichte nicht mehr viel übrig, aber vielleicht bekommt hier Canonical mit Ubuntu nochmal die Kurve.

Linux – Das umfassende Handbuch

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Linux – Das umfassende Handbuch“ oder „der Kofler“ ist seit 20 Jahren das Standardwerk zu Linux. Hierbei handelt es sich um ein sehr ausführliches Fachbuch, welches in jedes Bücherregal eines Linux-Anwenders gehört, egal ob dieser das freie Betriebssystem auf dem Desktop, dem Notebook, einem Einplatinencomputer wie dem Raspberry Pi oder auf dem Server einsetzt. „Linux – Das umfassende Handbuch“ von Dr. Michael Kofler ist 2015  in der 14., aktualisierten Auflage im Rheinwerk Verlag (ehemals Galileo Press) erschienen und umfasst 1430 Seiten. Dem Buch liegt eine CD-ROM mit eBook und Codebeispielen bei.

Im ersten Teil des Buches führt ein kleiner Abriss durch die Geschichte von Linux. Der Autor erklärt verständlich, was sich hinter Linux verbirgt. Begriffe wie Kernel, Distribution, Paketsystem etc. werden ausreichend erläutert. Auch Vor- und Nachteile zum Microsoft-Betriebssystem Windows werden gegenüber gestellt.  Damit räumt der Autor mit Behauptungen und Vorurteilen zu Linux auf, ohne den Leser jedoch zu beeinflussen. Installationsgrundlagen bzw. -anleitungen zeigen wie das System aufgespielt wird. Unterschiede zwischen den populärsten Linux-Distributionen zeigt der Autor auf und klärt über die verschiedenen Supportzyklen der einzelnen Versionen auf.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Umgang des Betriebssystems, zeigt die wichtigsten Desktop-Umgebungen und den Umgang mit Multimedia-Inhalten.

Die weiteren Abschnitte richten sich dann eher an die fortgeschritten Anwender, angefangen von der Nutzung des Terminals, über den Einsatz der gebräuchlichsten Editoren bis hin zur Systemadministration, der Serverkonfiguration sowie der Thematik Systemsicherheit.

„Linux – Das umfassende Handbuch“ ist in 7 Teile gegliedert und umfasst 41 Kapitel.

TEIL I Installation

Was ist Linux?
Installationsgrundlagen
Installationsanleitungen
Linux-Schnelleinstieg

TEIL II Desktop-Nutzung

Gnome, KDE, Unity & Co.
Web, Mail & Co.
Fotos und Bilder
Audio und Video
VirtualBox
Raspberry Pi

TEIL III Arbeiten im Terminal

Terminalfenster und Konsolen
bash (Shell)
Dateien und Verzeichnisse
Prozessverwaltung
Konverter für Grafik, Text und Multimedia
Netzwerk-Tools
Vim
Emacs

TEIL IV Systemkonfiguration und Administration

Basiskonfiguration
Software- und Paketverwaltung
Bibliotheken, Java und Mono
Grafiksystem
Administration des Dateisystems
GRUB
Das Init-System
Kernel und Module

TEIL V LAN-Server

Netzwerkkonfiguration
Internet-Gateway
Samba
NFS und AFP
CUPS

TEIL VI Root-Server

Secure Shell (SSH)
Apache
MySQL und MariaDB
Postfix und Dovecot
ownCloud

TEIL VII Sicherheit

Backups
Firewalls
Squid und DansGuardian (Webfilter)
SELinux und AppArmor
KVM

Leseproben und Downloads

Fazit

Der Kofler ist ein guter Begleiter im täglichen Umgang mit Linux, egal ob man eine entsprechende Distribution auf dem Desktop-PC oder einem Server einsetzt. Dieses Nachschlagewerk mit über 1400 Seiten sorgt für einen sicheren Umgang, gleichwohl bei Anfängern als auch bei fortgeschrittenen Linux-Usern. Das Buch vermittelt Neulingen die wichtigsten Grundlagen und hilft bei der Entscheidungsfindung zur Wahl der einzusetzenden Distribution, bevor es dann direkt in die Konfiguration und Administration des Grundsystems geht. „Linux – Das umfassende Handbuch“ ist das umfassende Kompendium für Linux schlechthin.

Interview mit tux. von tuxproject.de

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Heute stand mir hierzu tux. von tuxproject.de Rede und Antwort.

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Notebook (Foto: tux.)

intux: Ich hatte Dich ja vor einiger Zeit gefragt, ob Du Lust auf ein Interview hättest. Es kam zwar kein ganz eindeutiges „Ja“, aber irgendwie hast Du ja dann doch zugesagt.
Verrate uns bitte etwas mehr über den Menschen hinter der roten Maske (21st Century Schizoid Man).

tux.: Ich war etwas irritiert, dass ein Linuxblog Interesse an der Meinung von jemandem hat, der nicht viel Wert darauf legt, irgendwas mit Linux zu tun haben zu müssen. Aber wenn man mich schon mal fragt … – Ich bin Niedersachse aus Versehen, Musikfreund aus Überzeugung, Programmierer aus Langeweile und ganz, ganz selten, wenn mich mal der Schalk in den Nacken beißt, auch ein bisschen trollig. Alter und Aussehen, wie Max Goldt einmal sagte, sind egal. Im Internet weiß niemand, dass du ein Hund bist. 😉

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21st Century Schizoid Man (Bild: Barry Godber)

intux: Was machst Du beruflich?

tux.: Ich bin gerade nach etwas mehr als vier Jahren beruflicher Webentwicklung in eine neue Stelle gerutscht, in der ich, nun ja, Webentwicklung betreibe. Aufmerksame Leser könnten möglicherweise ein Muster erkennen. Das passt mir eigentlich ganz gut, weil ich privat schon seit etwas längerer Zeit das mit dem Web im Auge habe. Allmählich scheint mir, diese neue Technik könnte sich auf dem Markt tatsächlich durchsetzen. Dabei versuche ich grundsätzlich Dinge zu tun, auf die ich in meiner Freizeit weniger Lust hätte. Nicht vieles ist ärgerlicher als für das, was man gern tut, bezahlt zu werden, weil es Freiheit und Kreativität durch Auftrag und Finanzierung ersetzt. Ich habe, seit ich etwas mehr Zeit in meinen Beruf investiere, um so weniger Zeit in meine Hobby-Webprojekte gesteckt, da häuft sich ein riesiges „TODO“ an. Dafür habe ich endlich mal die Muße, mich um ein paar andere Sachen zu kümmern. Dazu unten mehr.

intux: Wenn man Deinen Kommentaren glauben darf, bist du ein großer Verfechter von BSD. Wo liegen Deiner Meinung die Vorteile gegenüber Linux?

tux.: „Verfechter“ ist schon das falsche Wort. Beim Querlesen von Linuxforen scheint mir, dass Bill Joy (nebenbei Mitte der 1970-er Jahre der „Erfinder“ von BSD) Recht hatte, als er mutmaßte, die Linuxgemeinschaft sehe ihren Zweck darin, Windows zu ersetzen. Wer sich immer nur in Konkurrenz sieht, der wird nie eine eigene Identität besitzen. Ein Betriebssystem ist auch ein Werkzeug und kein Selbstzweck, ich „verfechte“ nichts; ich reagiere nur mit angemessener Aversion auf aufdringliche Werbung. Für manches ist ein BSD die „richtige“ Wahl, für manches ein Windows, vielleicht gibt es sogar eine Nische für Apple-Systeme. Das Problem von Linux ist vielleicht auch, dass alle Nischen, in die es gern reinpassen würde, schon belegt sind. 🙂

Ich hatte – manche deiner Leser wissen das vermutlich – bis vor etwa vier Jahren eine Linux-Phase. Auf meinem damals einzigen Server arbeitete „selbstverständlich“ ein Debian Linux, auf meinem Laptop dualbootete ich Windows mit einem gelegentlich spaßeshalber benutzten Fedora Linux. Beide Systeme verabschiedeten sich allerdings ungefähr zur gleichen Zeit durch eine Dummheit von mir (ich wollte ein Update machen…). Das war mir dann doch zu doof. Der Server bekam ein FreeBSD und der Laptop ist seitdem wieder eine Nur-Windows-Kiste. Später kamen ein OpenBSD-Server und ein OpenBSD-Laptop dazu.

Ob es objektive „Vorteile“ eines Systems gegenüber einem anderen System gibt, wage ich nicht einzuschätzen. Grundsätzlich ist ein häufiger Vergleich ja der „gegen Linux“, und da gilt:

  • Die BSD-Lizenz ist wesentlich freier als die Knebel-GPL, die Benutzer zu bestimmtem Verhalten zwingt und eine sinnvolle Nutzung des Codes oft deutlich erschwert.
  • Shellshock war hier nie ein großes Thema. 😉
  • BSD ist ein in sich geschlossenes System, es ist nicht „der Kernel und haufenweise Drittanbieteranwendungen“ es ist „das System“.
  • Das sorgt für eine gewisse Konsistenz auch in der Codequalität. Natürlich ist zum Beispiel auch KDE unter FreeBSD nicht einfach KDE – es ist „das KDE von FreeBSD“.
  • Eigentlich als Konsequenz daraus ist es ziemlich schwierig, ein BSD klein zu bekommen. Ich habe es wirklich versucht.

Welches BSD man am Ende nimmt, ist noch eine andere Frage, sie alle haben unterschiedliche Eigenschaften. Ich entdecke gerade OpenBSD für mich, weil es „einfach funktioniert“. Machste an und läuft. Da hat mir sogar Fedora damals mehr Schmerzen bereitet. FreeBSD ist ideal für Umsteiger von Linux, auch, weil man viele Konzepte von dort übernimmt; NetBSD ist vor allem für Leute interessant, die systemnah programmieren wollen. Welches andere System hat Lua im Kernel? NetBSDs Treiber laufen dank „Rumpfkernel“ sogar unter Linux und Windows – und NetBSD selbst auf ziemlich allem, was einen Prozessor hat. DragonFly BSD als letztes „großes“ BSD – natürlich gibt es gerade von FreeBSD unzählige Desktop-Distributionen, die nicht viel mehr machen als ein GUI vorzuinstallieren – besitzt ein herausragendes SMP (also eine Mehrkernverwaltung) und übernimmt viele Konzepte vom guten alten Amiga, zum Beispiel Messaging-APIs, also pfeilschnelle Datenübertragung zwischen Prozessen.

Linus Torvalds hat Linux 2011 bereits „unwartbar“ genannt; mit dem Damoklesschwert systemd, das (Jehova! Jehova!) nichts sonderlich anderes ist als Windows‘ svchost.exe, wird die Situation keinesfalls eine bessere.

Wer mit Linux zufrieden ist, den will ich natürlich nicht bekehren. Wer Linux aber nur deswegen nutzt, weil es „besser ist als Windows“, der macht irgendwas verkehrt. Ich würde mir wünschen, als jemand, der viel Zeit mit Windows verbringt, nicht so oft von Leuten belästigt zu werden, die das anders sehen. Das ist doch kein Wettbewerb hier. 🙂

intux: Warum dann das Pseudonym tux.?

tux.: Das ist eigentlich ein blöder Zufall. Mein erster Nickname, irgendwann Ende der 90er aus schrecklich kindischem Anlass entstanden, war mir irgendwann zu unreif. Wer im Web schon mal mit mir aneinander geraten ist, der weiß, dass das durchaus was zu bedeuten hat. 🙂 „Tuxman“ (später verkürzt) war noch frei. Da hatte ich gerade mein erstes Linux installiert. Pinguine mag ich allerdings immer noch. (Hätte ich geahnt, wie viele Leute sich auch so nennen, hätte ich es mir vielleicht noch einmal anders überlegt.) Inzwischen wechsle ich meine Pseudonyme gelegentlich und anlassbezogen. Man will ja auch nicht zu viele Daten sammeln lassen.

intux: Was setzt Du privat für ein OS ein?

tux.: Das hatte ich ja oben schon kurz erwähnt: Ich arbeite überwiegend mit Windows, das mittlerweile genau das tut, was es tun soll; ein OpenBSD-Laptop (vollverschlüsselt, versteht sich) ist mein Begleiter auf allerlei Veranstaltungen, zwei BSD-Laptops halten einige meiner Webprojekte am Laufen. Nebenbei bin ich seit 2010 einigermaßen zufriedener Android-Nutzer.

intux: Du hast ja, wie man sieht, einige Projekte verwirklicht. Was war bisher aus Deiner Sicht das ehrgeizigste? Ich meine, wo steckt wirklich viel Herzblut drin und woran arbeitest Du im Moment?

tux.: Das meiste Herzblut steckt oft in dem, was die wenigste Arbeit bereitet. Wenn ich wählen müsste, welches meiner Projekte ich nie wieder weiterentwickeln dürfte, würde ich wahrscheinlich als allerletztes Projekt meine Firefox- und SeaMonkey-Erweiterung OpenDownload² wählen; da steckt zwar vergleichsweise wenig Code drin, aber es ist mir doch ein bisschen ans Herz gewachsen. Dass Mozilla es mit der Abschaffung von XUL erdolchen möchte, trifft mich daher besonders, aber ich habe schon Vorkehrungen für die „Zeit danach“ getroffen.

Ansonsten arbeite ich grundsätzlich an mehreren Projekten gleichzeitig. Meine bestehenden Projekte pflege ich „natürlich“ weiter, 2016 wird es also neue Versionen von Gamers.IRC (schon fast fertig), eMule beba (schon fast fertig) und wahrscheinlich auch meiner Android-App für ZenTweet.net (schon so was Ähnliches wie fertig) geben, vielleicht finde ich sogar endlich einmal die Muße, meine WordPress-Plugins zu aktualisieren. Ansonsten arbeite ich momentan vorrangig an drei neuen Projekten: einem Wikipedia-Bot, der automatische Webrecherche betreiben soll, einem plattformunabhängigen „besseren“ Taschenrechner für den Desktop und einem Gopher-Browser für mobile Geräte. Wenn in nächster Zeit jemand aus dem OSBN-Umfeld „zufällig“ die gleiche Idee haben sollte, bin ich möglicherweise ein wenig empört.

intux: Auf Deiner Seite thematisierst Du sehr sarkastisch Open Source, Politik, den Alltag und Musik. Auch teilst Du gern mal in Deinen Kommentaren aus. Wie und wann entstand die Idee Deine Gedanken in einem Blog zu publizieren und was treibt Dich hierbei an?

tux.: Ich habe kein Blog. Ich schreibe ins Internet rein. 😉 Mit „Blogs“ verbinde ich vieles, womit ich mich nicht unbedingt identifiziert sehen möchte. Entstanden ist „das Ding“ ursprünglich 2005, ich hatte Langeweile und WordPress war gerade im Trend (das war noch vor Version 2.0 mit dem „Kubrick“-Theme). Ursprünglich hieß es „TuxBlog“ (da war das Wort „Blogosphäre“ noch nicht so negativ behaftet), war quietschgrün, auf verschiedenen Gratishostern (erst Funpic, später bplaced) gehostet und behandelte schrecklich langweilige Themen. Mein erster Beitrag wurde bis heute nicht gelöscht, was dumm von mir ist. Er zeigt lediglich ein Foto und hat mit Tokio Hotel zu tun. Kennta, Tokio Hotel? Kennta.

2006 nahm ich aus Gründen eine Auszeit vom digitalen Miteinander, veröffentlichte nur alle paar Wochen einen Text. Da hatte ich gerade begonnen, politische Blogs zu lesen, weshalb ich so unfassbar langweilige Themen (meist irgendwas mit Krieg) hatte. Der heutige Untertitel meines Nichtblogs, „Musik, Computer, Politik und so“, ist wesentlich neuer, seitdem ist der Anteil an „Politik“ und „und so“ auch deutlich gewachsen.

Sarkasmus? Aber nein. – Ich weiß nicht, ob ich „austeile“. Ich finde manche Sachen halt doof. Das Internet hat aber einen großen Vorteil: Man haut mir dafür nicht auf’s Maul. 🙂 (Das war jetzt nur teilweise ernst gemeint.) Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen im Gespräch miteinander selten wirklich ihre Meinung äußern, weil sie Angst davor haben, das Gegenüber zu kränken. Ich finde, wenn jemand offensichtlichen Unsinn schreibt, dann sollte es keine Besonderheit bleiben, diesen Unsinn Unsinn zu nennen. Ich schreibe ja auch oft Quatsch.

Was mich beim Schreiben antreibt? Das ist schwierig. Manchmal regt mich etwas mächtig auf und ich muss das rauslassen, deutlich öfter will ich einfach nur einen schlechten Witz machen und für Twitter ist die Pointe zu lang. Hin und wieder habe ich auch mal wieder was programmiert und möchte den Leuten damit auf die Nerven gehen. Keinen Spaß verstehe ich bei den Beiträgen, die mit mir persönlich zu tun haben, und natürlich bei denen über Musik. Bei Musik ist es durchweg und ausnahmslos Herzblut. Musikfreunde wissen, wie das ist; Musik macht glücklich, Musik macht sorgenfrei, nein, Musik macht frei; Musik kann dich im nächsten Moment niederschlagen und im übernächsten auf Wolken tragen. Ich wurde einmal gefragt, warum ich mir eigentlich die Mühe mache, über Musikalben so viele Worte zu verlieren. Nun, ich bin kein Musikblogger. Selten schicken mir arglose Plattenfirmen mal Rezensionsmaterial und erwarten vermutlich positive Kritik, aber ich bin doch nicht das Privatfernsehen. 🙂 Ich schreibe über Dinge, die mir wichtig sind. Wenn mich ein Musikalbum so glücklich macht, dass ich es mit der Welt teilen will, dann tu‘ ich das. Da sammelt sich oft so viel an, dass ich inzwischen dazu übergegangen bin, das kumulativ mindestens einmal im Jahr zu machen.

Manchmal, ganz selten, bemerke ich, dass ich schon seit Tagen nichts mehr geschrieben habe, weil es keine interessanten Neuigkeiten gab. Manchmal fülle ich die Lücke dann mit irgendeinem Quatsch, inzwischen lasse ich die Abstände einfach länger werden. Man wird ja nicht jünger.

intux: Du verwendest ja als Avatar das Cover „In the Court of the Crimson King“ von Cimson King. Wie man sieht, scheinst Du die 1969 gegründete Band sehr zu mögen. Wann kamst Du das erste Mal mit diesen Musik-Dinos in Berührung?

tux.: „Musik-Dinos“ ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Ich hatte das vor ein paar Wochen mal recherchiert: Die ältesten bis heute durchgehend aktiven Bands sind über zehn Jahre älter. King Crimson lösen sich ja auch alle paar Jahre mal auf. Aber es stimmt schon, solche „alte“ Musik begeistert mich. Dabei konnte ich mit King Crimson sehr lange nicht viel anfangen, das war mir doch etwas zu komplizierte Musik. Das Interesse für Musik im eigentlichen Sinne trat mit meiner ersten Freundin in mein Leben, die The Velvet Underground klasse fand. Störrisch, wie ich damals war, habe ich erst nach der Trennung wirklich viel Zeit investiert, mich mit dieser Band zu befassen, die, wie ich schließlich zugeben musste, doch nicht ganz so schlimm klang wie am Telefon. 😉

Es dauerte nicht lange, bis ich über The Velvet Underground auf den Progressive Rock aufmerksam wurde, der ja gemeinhin eine ähnliche Klientel anlockt. Von The Velvet Underground führte der Weg durch das Internet mich über die späten Beatles zum Progressive Rock; The Velvet Underground waren ja auch bereits progressiv, nur eben anders, da sind die Verbindungen trotz des doch recht anderen musikalischen Prinzips erstaunlich schnell geknüpft. Erst stieß ich auf die eigentlich unvermeidlichen Yes, dann alles, was wie Yes klang (Yezda Urfa, Starcastle, …), dann Gentle Giant und Van der Graaf Generator, King Crimson folgte schließlich mit einiger Verzögerung. Nur Genesis fand ich immer schon ein wenig nervig.

Den Zugang zu King Crimson habe ich untypischerweise über das Stück „21st Century Schizoid Man“ gefunden, das für mich damals ungeahnt schräg und aggressiv klang. Laut Didi, der hier ja auch schon Rede und Antwort stehen durfte, teilen meine Begeisterung für als atonal Verschrienes nicht viele Menschen. Das verstehe ich nicht. 🙂 Ich würde mich allerdings nicht als „Fan“ einer Band bezeichnen, ich habe bisher noch keine Musikgruppe gefunden, die nicht auch mal richtig grauenvolle Alben veröffentlicht hätte. Bei King Crimson wäre das „Islands“. Allerdings freue ich mich auf 2016. King Crimson kommen nach vielen Jahren gleich zweimal nach Deutschland. Ich hoffe, ich schaffe es.

intux: Spielst Du selbst ein Instrument?

tux.: Ich kann schlecht Gitarre spielen und schief singen – zählt das?

intux: Was steht bei tux. 2016 auf der Agenda?

tux.: Ich wäre gern reich und sexy. Realistisch betrachtet würde es mir allerdings schon reichen, wenn ich es schaffe, die Liste der Projekte, die ich „mal irgendwann umsetzen könnte“, ein wenig zu kürzen. Ansonsten das Übliche: Ins Internet reinschreiben, der Droge Musik frönen und vielleicht mal wieder ein neues Land kennen lernen. Vielleicht Großbritannien? Da soll es ja manchmal feine Konzerte geben…

intux: Danke für das Interview, tux..

Interview mit Jürgen Donauer von BITblokes

Fast täglich durchstöbere ich das Netz zu den Themen Linux und Open Source. Dabei stößt man u.a. auf Blogs, die sich ausgiebig dieser Problematik widmen. Egal ob nun News, Tutorials, Problemlösungen, Produktvorstellungen etc. thematisiert werden, so ist es immer wieder interessant neue Artikel zu lesen. Nun wollte ich einmal mehr über die Autoren hinter diesen Seiten erfahren. Herausgekommen dabei ist eine Interview-Serie, die ich nun nach und nach hier auf intux.de veröffentlichen werde.

Heute stand mir hierzu Jürgen Donauer (jdo) von BITblokes Rede und Antwort.

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Jürgens Arbeitsplatz (Foto: Jürgen Donauer)

intux: Wer sich mit Linux und Open Source auseinandersetzt kommt an BITblokes nicht vorbei. Du versorgst uns nicht nur fast täglich mit News rund um Linux und Open Source, sondern auch mit Tutorials aus diesen Bereichen. Was treibt Dich hierzu immer wieder an?

jdo: Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und mir macht es Spaß, mit neuen Sachen zu experimentieren und zu spielen. Open Source entwickelt sich sehr schnell und man hat Zugriff auf eine riesige Spielwiese, ohne gleich tief in die Tasche greifen zu müssen. Das ist eine Seite. Die andere Seite ist, dass ich viel von dem Zeug selbst aktiv im Einsatz habe. Somit muss ich die Sache einfach nur noch aufschreiben. Open Source ist unter anderem mit dem Gedanken erschaffen, sein Wissen mit anderen zu teilen.

intux: Was bedeutet der Name BITblokes?

jdo: Bit ist ein Bit und Bloke ist Englisch für einen Typ. Mehr steckt da eigentlich auch nicht dahinter. Blokes, also der Plural wurde genommen, falls mal mehrere Leute an der Seite schreiben. Dazu ist es aber nie wirklich gekommen. Außerdem war die Domain frei. Eigentlich ein ziemlich dämlicher Name, aber zum Ändern ein bisschen zu spät.

intux: Wie findest Du neben Deiner beruflichen Tätigkeit noch die Zeit noch für deine Artikel?

jdo: Indem ich es als Teil meines Berufs gemacht habe. Viel von dem Wissen kann ich aktiv wieder brauchen und umsetzen. Was ich privat recherchiere und aufschreibe, kann ich bei späterem Gebrauch einfach aus dem Ärmel schütteln. So irre das klingt, aber der Zeitaufwand spart mir später oft Zeit. Die Beiträge schreibe ich, wenn ich Zeit habe. Statt mich zu langweilen oder auf der Couch zu vergammeln, strenge ich lieber meine grauen Zellen an und schreibe die Erkenntnisse dann auf. In anderen Situationen muss es schneller gehen und dann kann ich auf dieses Wissen zurückgreifen.

intux: Ich kann mich noch gut an den Artikel „Schwenkbare Halterung für das Kamera-Modul des Raspberri Pi selbst gebastelt“ erinnern. Zu dieser Zeit habe ich selbst nach einem Gehäuse für die RasPiCam gesucht. Woran bastelst Du jetzt gerade?

jdo: Direkt gebastelt wird derzeit gar nicht – meinen Wassersensor Raspberry Pi werde ich demnächst etwas schicker machen. Ich mache mir aber im Moment Gedanken, wie man mit dem Budget einer normalen Einzelperson 360°-Panoramen unter Wasser bewerkstelligen könnte. Ich bin zwar nicht der Erste der das macht, aber das steht auf meiner To-Do-Liste. Da gibt es einige Herausforderungen, die man knacken muss. Die größte sind die Lichtverhältnisse beziehungsweise die schwindenden Farben in größeren Tiefen.

intux: Na dann wünsch ich Dir mal viel Erfolg bei der Realisierung dieses Vorhabens. Läuft auf Deinen Rechnern ausschließlich Linux?

jdo: Ja. Ich habe derzeit nicht mal mehr einen Dual-Boot-Rechner, auf dem Windows läuft. Windows brauchte ich für Spiele. Mit mehr als 1500 Spielen in Steam benötige ich das Microsoft-Betriebssystem nicht mehr. Dass es einige Spiele nicht für Linux gibt, finde ich schade – Fallout zum Beispiel. Ich bin aber zu stur, um nur deswegen Windows zu installieren.

intux: Was hast Du für Hardware im Einsatz?

jdo: Meine Hardware ist durchwegs etwas älter. Ich habe einen 2,5 Jahre alten Acer i7 mit 8 GByte RAM und SSD, ein Samsung Ultra 5 (zwei Jahre) für Reisen oder die Couch, einen der ersten Mac Minis mit Intel-Prozessoren (auf dem Linux hervorragend läuft) und ein Serverchen. Letzteres ist eine ZBOX mit Intel Atom Dual Core. Nicht schnell, aber für meine ownCloud, Squid und pdnsd reicht es. Weiterhin habe ich noch ein Raspberry Pi und ein Raspberry Pi 2. Momentan spiele ich mit dem Gedanken, die ZBOX durch das Raspberry Pi 2 zu ersetzen. Muss aber erst testen, wie performant das ist. Als großer Datenspeicher und Backup-Lösung steht noch ein älteres Synology herum.

Meine Hardware ist nicht die allerneueste, aber ich komme damit mehr als gut zurecht. Ich lasse mir ungern von den Konsumfritzen einreden oder vorschreiben, was ich gerade kaufen muss oder brauche. Hier kommt mir Linux als Betriebssystem sehr zu gute. Für den Mac Mini bekomme ich meines Wissens schon lange kein Mac OS X mehr, das noch unterstützt ist und darauf läuft. Macht aber nichts, da derzeit Linux Mint 17.2 Xfce darauf tickert und das sehr gut. Never change a running system! – und das an dieser Stelle nicht verbratene Geld gebe ich lieber für Urlaube aus.

intux: Wie man auf Deiner Seite sieht fotografierst Du gern. In letzter Zeit haben es Dir die 360°-Panoramen angetan. Kommst Du mit Open Source Software hierbei ausreichend zurecht oder vermisst Du hier einige Windows-Programme?

jdo: Ich brauche kein einziges Windows-Programm dafür, wobei es Hugin und GIMP auch für Windows gäbe. Ich habe angefangen, einen umfangreichen Beitrag über das Thema zu schreiben. Das wird aber noch eine Zeit lang dauern, weil das Thema recht komplex ist.

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Jürgen bei der Aufnahme eines 360°-Panoramas (Foto: Clive Hanna)

intux: Wie sieht Deine Fotoausrüstung im Detail aus?

jdo: Ah, es geht um meinen Schatzzzzzzzz …
Ich habe eine Canon EOS 7D, ein Tamron 17-50mm, ein Canon 70-200mm, ein Canon 100mm Macro und ein Tokina 10-17mm Fischauge. Letzteres verwende ich für die 360°-Panoramen und für unter Wasser. Weiterhin besitze ich eine Sony RX100 III, die ich mir wegen der Nasslinsen für unter Wasser gekauft habe. Damit kann ich Objektive unter Wasser wechseln und bin somit wesentlich flexibler. Nur im Makro-Bereich vermisse ich manchmal die Canon unter Wasser – ein UW-Sherpa wäre an dieser Stelle toll. Über Wasser ist die Canon aber flexibler, da ich bei der Sony keine Objektive wechseln kann (wobei die Sony für so eine kleine Knipse schon unglaublich geile Fotos macht – DSLR für die Hosentasche ist gar nicht mal so weit hergeholt). Ich werde diese Kameras sehr wahrscheinlich auch so lange verwenden, bis sie auseinander fallen. Die Unterwassergehäuse passen jeweils nur immer für das entsprechende Modell und sind alles andere als günstig.

Meine Ausrüstung ist laut Definition wohl nicht an der obersten Grenze des Profi-Spektrums definiert. Meine Meinung an dieser Stelle ist, dass man sich nicht vom Marketing-Geschwafel beeindrucken lassen sollte – eigentlich wie überall – die erzählen einem auch, dass man alle zwei Jahre ein neues Notebook braucht. Meine Hardware ist wie oben erwähnt schon älter und ich sehe derzeit keine Notwendigkeit, diese zu tauschen. Natürlich haben sehr teure Kameras bessere Technik. Das alleine macht aber noch kein gutes Foto. Wenn mich Leute zum Kauf einer DSLR fragen (die ein Bugdet haben), rate ich grundsätzlich zu einem etwas günstigeren Body und zu einem teureren Objektiv. Objektive hat man oft viele viele Jahre, wenn nicht ein Leben lang. Außerdem machen das Objektiv und Du das Bild und nicht der Body.

Das Fotografieren erinnert mich oft an den Umgang mit Open Source. Wenn man mit günstigeren Komponenten das gleiche Ergebnis erhalten möchte, muss man oft kreativ sein oder sich zu helfen wissen. Ein Panoramakopf ist ein Beispiel. Meiner hat unter 150 Euro gekostet und ich erziele die gewünschten Ergebnisse. Der hat aber keine Klicks und so Scherze, sondern ist sehr simpel. Du kannst aber auch ohne Probleme 500 Euro und mehr für so eine Komponente ausgeben.

Entwickelt man solche Fähigkeiten für Workarounds, kommt einem das immer wieder zu gute. Bei Linux, vor allen Dingen in den Anfangszeiten, musste man oft Workarounds finden oder Improvisieren, wofür man eigentlich dauernd als Frickler bezeichnet wurde. Ich bin im Nachhinein froh, das mitgemacht zu haben, weil es mir überall entgegenkommt. Vor allen Dingen beim Fotografieren unter Wasser muss man oft improvisieren oder Kompromisse eingehen und das schnell, sonst ist der Fisch weg. Improvisieren will aber gelernt sein. 🙂

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Unterwasserkamera (Foto: Jürgen Donauer)

intux: Ab und an zockst Du ja auch. Glaubst Du an den Erfolg der Steam-Box?

jdo: Ja, auf jeden Fall. Wenn jemand gegen Microsoft und Sony anstinken kann, dann ist das Valve. Die Firma hat die Mittel, die Anwenderzahlen und somit den richtigen Hebel. Auch wenn immer wieder Kritik laut wird (in letzter Zeit zum Glück immer weniger), dass proprietäre Elemente in Open Source nichts zu suchen haben, helfen solche Projekte ungemein. Die wenigsten werden wohl an der Steam Machine doktern. Sie hat aber dennoch den Vorteil, dass viele Spiele mit Unterstützung für Linux auf den Markt kommen. Je mehr sogenannte AAA-Titel verfügbar sind, desto weniger braucht man Windows, um diese zu spielen. Spiele und Windows gehörten lange Zeit zusammen wie Windows und Office. Beide Seiten werden derzeit immer weiter aufgeweicht und ich hoffe, dass dieser Trend anhält. Ich vermeide an dieser Stelle mit Absicht „das Jahr des Linux-Desktops“ zu erwähnen, weil wir darüber schon hinaus sind. Der Linux-Kernel ist überall zu finden und Canonical hat mit Ubuntus Konvergenz die richtige Idee. Es wird sich aber zeigen, wer im Endeffekt das Rennen macht. Google hat ja angekündigt, Chrome OS und Android irgendwie unter einen Hut zu bringen. Die riechen an dieser Stelle natürlich auch den Braten. Der Desktop wird meiner Meinung nach nicht verschwinden, sondern in andere Geräte gepackt. Allerdings sind diese Geräte im Moment nicht leistungsfähig genug für Spiele oder komplexe Bildbearbeitung wie bei den 360°-Panoramen. Somit wird die Steam Machine eine perfekte Lösung für Leute sein, die einen Desktop brauchen, der nicht so viele Ressourcen benötigt (einfache Office-Aufgaben und so weiter) und sich in ein tragbares Gerät packen lässt, aber die PC-Spiele zocken wollen.

intux: Eine Frage noch, die sicher nicht nur mich interessiert. Wie hat es Dich ausgerechnet nach Ägypten verschlagen?

jdo: Ich habe damals meinen Tauchlehrerschein hier gemacht und es hat mir einfach gefallen. Nach einer zweijährigen Odyssee durch diverse andere Länder bin ich hierher zurückgekehrt. 360 Tage Sonne im Jahr und als Taucher das Rote Meer vor der Nase …

intux: Vielen Dank für das Interview, Jürgen.