TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 12

Ein Jahr durfte ich nun das InfinityBook Pro 13 der Firma TUXEDO aus Königsbrunn testen. Ich hatte hierbei freie Hand  bei der Auswahl der zu installierenden Betriebssysteme. Das Gerät war nicht nur Testgerät, sondern auch Arbeitsgerät während des gesamten Zeitraums. Abschließend zu dieser Serie hier eine kurze Zusammenfassung.

InfinityBook
TUXEDO InfinityBook Pro 13

Besonders positiv fiel die Leistung des Notebooks ins Gewicht. Die 16 GB RAM und der i7-7500U in Verbindung mit der 250GB M.2 SSD von Samsung sorgten für ordentlich Geschwindigkeit. Das Gerät ist platzsparend und leicht. Der Akku, welcher je nach Anwendung bis zu sieben Stunden durch hielt ist ganz OK, erfüllte jedoch nicht die Erwartungen die das Datenblatt auf den ersten Blick verspricht. Hierfür ist aber eine in der Branche umstrittene Testmethode verantwortlich. Dennoch kam ich gut mit einer Akkuladung über den Tag. Die Kapazität des wechselbaren Akkus hat nach einem Jahr intensiver Nutzung kaum spürbar nachgelassen. Die Funktionstasten ließen sich zum Großteil „out of the box“ ansprechen. Die Flugmodus-Taste musste jedoch bei den linuxoiden Betriebssystemen im Grub nachkonfiguriert werden. Dieses Problem wurde in der von TUXEDO angepassten Xubuntu-Version allerdings schon beseitigt. Das Aluminiumgehäuse ist bis auf ein paar kosmetische Fehler gut verarbeitet. Zu bedenken ist, dass ein solches Gerät Einwirkungen mechanischer Art von außen nicht verzeiht. Stürze aus einem Meter Höhe können durchaus solche Spuren hinterlassen.

InfinityBook
TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Sturzschaden

Die Funktionalität des InfinityBooks wurde jedoch hierbei nicht beeinträchtigt. Was die Reparatur eines solchen Schadens am Gerät kostet, konnte ich bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels leider nicht in Erfahrung bringen.

Die weitere Ausstattung des InfinityBooks ist ebenfalls gut durchdacht. Das matte entspiegelte FullHD-Display ist sehr hell und kontrastreich. Ein verbauter Kartenleser ist Standard. Ein UMTS-Modul kann optional dazu bestellt werden. Leider konnte ich diese Option nicht nutzen. Die vorhandenen USB-Schnittstellen (2 x USB 3.1 Type A und 1 x USB Typ-C mit Thunderbolt 3) reichten in meinem Fall völlig aus. Das Fehlen eines DVD-Laufwerks stellte ebenfalls kein Problem dar. Etwas bedauerlich ist, dass es für das verbaute WLAN-Modul keinen freien Treiber gibt. Unter Debian muss also etwas nachgeholfen werden. Der Boden des Notebooks kann komplett abgenommen werden. Die Reinigung des Lüfters ist so ohne weiteres möglich. Zusätzlicher Arbeitsspeicher bis zu 32 GB RAM oder weitere Festplatten lassen sich problemlos nachrüsten. 

Preislich gesehen spielt das InfinityBook Pro 13 definitiv mit 1411,99€ (damaliger Grundpreis 1099,00€) in der Oberklasse mit. Zum heutigen Stand wird das InfinityBook aber schon ab 910,00€ angeboten.

Fazit

Das InfinityBook mit der Pinguintaste ist eine Überlegung wert, egal welches Betriebssystem man hier favorisiert. Hochwertige Materialien sowie eine flotte Hardware machen das Gerät nicht nur zu einem Hingucker, sondern auch unterwegs zu einem perfekten Arbeitsgerät für Entwickler, Journalisten oder Blogger. Über kleinere Schwächen kann man getrost hinweg sehen. 

ElsterFormular 19 unter Debian Stretch

Es gibt Tage, da denkt man, dass es doch nicht ohne Windows geht. Nachdem ich auf die neue Version ElsterFormular 19 auf meinem Debian 9 Stretch aktualisieren musste, war das Programm quasi unbrauchbar. Die ersten Versuche das alles zu reparieren schlugen fehl.

Da ich aber meine Steuererklärung schnell an das Finanzamt übermitteln wollte, griff ich kurzerhand zu einem Windows 10, welches noch in einer VirtualBox läuft. Hier habe ich dann ElsterFormular installiert, stundenlange Updates ertragen und die Daten an das Finanzamt übermittelt. 

Windows 10
Windows 10 – Installation von ElsterFormular 19
Windows 10
Windows 10 – der Updatewahnsinn
Windows 10
Windows 10 – Übertragung der Daten an das Finanzamt

Da ich so schnell nicht aufgebe, wurde kurzerhand WineHQ komplett neu installiert. Dazu erstellt man die Datei /etc/apt/sources.list.d/winehq.list.

Hier wird die entsprechende WineHQ-Quelle eingetragen.

Es erfolgt eine Aktualisierung der Paketquellen und die Installation von winehq-devel und winetricks.

Nun kann ElsterFormular via Mausklick installiert werden.

ElsterFormular
ElsterFormular – Installation
ElsterFormular
ElsterFormular – Bestätigung der Lizenzvereinbarung
ElsterFormular
ElsterFormular – Installationsverzeichnis
ElsterFormular
ElsterFormular – Umgang Updates
ElsterFormular
ElsterFormular – Installation
ElsterFormular
ElsterFormular – Installation Abschließen

Beim ersten Start von Elsterformular kommt es dann zu der oben im Artikel erwähnten Fehlermeldung.

ElsterFormular
ElsterFormular – Fehlermeldung

Um ElsterFormular nun doch zum Arbeiten unter Debian Stretch zu zwingen, startetet man winetricks, um Microsoft Visual C++ zu installieren.

winetricks
winetricks – Hinweis

Jetzt geht man wie folgt vor, um Visual C++2015 zu installieren.

winetricks
winetricks – Standard wineprefix auswählen
winetricks
winetricks – Informationen an die winetricks-Entwickler übertragen (kein Zwang)
winetricks
winetricks – Informationen an die winetricks-Entwickler übertragen. 
winetricks
winetricks – Windows DLL installieren auswählen
winetricks
winetricks – vcrun2015 auswählen

Es kommt nun zu einer Reihe von Warnungen und Fehlermeldungen, welche einfach zu ignorieren sind.

winetricks
winetricks – Fehlermeldung
winetricks
winetricks – Fehlermeldung
winetricks
winetricks – Installation von Microsoft Visual C++
winetricks
winetricks – Fehlermeldung
winetricks
winetricks – Visual C++ Fehlermeldung
winetricks
winetricks – Fehlermeldung

Nun ist es geschafft und ElsterFormular kann ohne weitere Fehlermeldungen gestartet werden. 

Nun kann mit ElsterFormular wie gewohnt gearbeitet werden. Der Test der Datenübermittlung verläuft problemlos.

ElsterFormular
ElsterFormular 19 unter Debian 9 Stretch
ElsterFormular
ElsterFormular – Datenübertragung
ElsterFormular
ElsterFormular – erfolgreiche Datenübermittlung

Der Kampf geht weiter!

MRT-Aufnahmen mit Wine öffnen

MRT-Aufnahmen werden leider in einem gesonderten Format abgespeichert. Wenn man eine entsprechende CD ausgehändigt bekommt, wird man schnell feststellen, dass man die Bilder auf einem Linux-System nicht ohne weiteres öffnen kann. 

Da auf der CD ein entsprechendes Tool namens eView vorhanden ist, können die Aufnahmen problemlos auf einem Windows-PC betrachtet werden.

Mit WineHQ ist es aber dennoch möglich eView unter Linux zu starten und sich die Aufnahmen am Monitor im dafür vorgesehenen Programm anzusehen.

MRT
eView – Orientierung 4
MRT
eView – Orientierung 20
MRT
eView – Orientierung 80

InfinityBook Pro 13 – Randnotiz

Im Moment läuft bei mir auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 der Firma TUXEDO Debian Testing mit Kernel 4.12. Wie schon erwartet (siehe Artikel „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 3„), konnte die Akkulaufzeit mit Kernel 4.11 noch einmal deutlich gepusht werden. Im Normalbetrieb mit WLAN und angeschlossener Funkmaus konnte ich eine Steigerung von 5:20 Stunden auf immerhin 7:00 Stunden verzeichnen. Damit kommt es zu einem Zuwachs von immerhin knapp über 30% gegenüber Ubuntu 16.04 LTS. Im hier schon oft erwähnten Standby-Test gibt das Pro 13 übrigens erst nach immerhin 14 Stunden auf.

Debian Testing Desktop
geschätzte Akkulaufzeit während des Betriebs

Fazit

Ab Kernel 4.11 kann man, wie auch unter der von TUXEDO angepassten Xubuntu-Version, mit deutlich längeren Akkulaufzeiten des TUXEDO InfinityBook Pro 13 rechnen. Damit kann auf dem Gerät schon fast das Energieverbrauchsniveau wie unter Windows 10 erreicht werden. 

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 4

Ubuntu 16.04Windows 10 und Debian 9 konnte ich bislang auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 von TUXEDO testen. Nun geht es an das Innere des Pro 13. Das Gerät wird wie hier von TUXEDO beschrieben geöffnet.

Quelle: YouTube

Nach dem Lösen von 15 Schrauben und der Entfernung des Bodens erhält man einen Überblick über die Erweiterbarkeit, die zur Verfügung stehenden Schnittstellen bzw. die austauschbaren Komponenten.

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 von innen

Die wichtigsten Komponenten und Schnittstellen sind auf dem Bild farblich markiert. Oben links sieht man den Lüfter, welcher bei Bedarf mit Pinsel, Sauger oder Druckluft leicht vom eingezogenen Staub befreit werden kann. Rechts daneben befinden sich zwei SO-DIMM-Sockel, in denen beim Testgerät ein 16GB-Riegel verbaut ist. Da nur ein Sockel belegt ist, besteht die Möglichkeit den RAM des InifinityBook problemlos zu erweitern. Rechts daneben sieht man drei M.2-Ports. Der obere mit 42mm ist mit dem WLAN-Modul belegt. Daneben befindet sich die CMOS Batterie, welche gewechselt werden kann. Der darunter liegende 60mm-Steckplatz ist frei. Wiederum darunter, im 80mm-Port, befindet sich die M.2 NVMe SSD 250 GB Samsung 960 EVO. Unten links hat man die Option eine 2,5″ HDD/SSD in den für SATAIII-Festplatten vorgesehenen Stauraum einzubauen. 

InfinityBook Pro 13 mit zusätzlich eingebauter 2,5″ SSHD

Rechts daneben ist der Akku verbaut, welcher mit ein paar Handgriffen (lösen von 5 Schrauben) ausgebaut bzw. gewechselt ist.

ausgebauter Akku

Die Lautsprecher des InfinityBookPro 13 liegen, wie man auf den Bildern erkennen kann, links neben dem SATAIII-Port und rechts neben dem Akku.

Ansicht Akku, M.2-Ports
Ansicht Lüfter, 2,5″ SATAIII-Port

Fazit

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 lässt sich recht gut und leicht erweitern. Arbeits- und Festplattenspeicher können einfach hinzu gesteckt werden. Der Arbeitsspeicher kann maximal bis auf 32 GB DDR4 aufgerüstet werden. Beim Massenspeicher hat man die Wahl zu einer M.2 SSD zu greifen oder eine 2,5″ SATAIII HDD, SSHD bzw. SSD zu verwenden. Der Akku ist zwar fest verbaut, lässt sich jedoch gut demontieren und bei Bedarf durch einen neuen ersetzen. Die CMOS-Batterie sowie das WLAN-Modul können ebenfalls schnell gewechselt werden.

Bei der Montage bzw. Demontage sollte man darauf achten, dass sensible Aluminiumgehäuse vor Kratzern entsprechend zu schützen.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit dem von TUXEDO angepassten Xubuntu schlägt.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 3

Nachdem ich Ubuntu und Windows auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 von TUXEDO getestet habe, wollte ich wissen, wie sich das frisch veröffentlichte Debian 9 Stretch auf diesem Gerät schlägt. Hatte man bei der Installation von Debian 8 noch arge Installationsprobleme mit dem Kernel 3.16, so verlief das EFI-Setup mit Stretch problemlos. Die Funktionstastenbelegung funktioniert nach dem Setup fast komplett. Der Flugmodus über die Taste F11 lässt sich mit einem kleinen Eingriff in die Konfiguration des Grub aktivieren. Die verbaute Hardware wird vollständig erkannt. Um allerdings das WLAN-Modul zu aktivieren, ist es nötig den unfreien Intel-Treiber iwlwifi (non-free) einzuspielen. Dieses Problem trat schon beim Vorgängermodell auf. Da das Pro 13 über eine LAN-Schnittstelle verfügt, kann das Paket aber problemlos aus den Quellen contrib non-free installiert werden. Die Webcam sowie der Card-Reader funktionierten auf Anhieb und die Grafik läuft einwandfrei.

Debian 9 Stretch Desktop
Debian 9 Stretch Dash
Terminal (Kernelversion 4.9)
Debian 9 Stretch Übersicht (GNOME-Version 3.22)
Cheese Webcam

Debian 9 verrichtet ansonsten seinen Dienst erwartungsgemäß stabil und zuverlässig. Das System startet einen Tick schneller als unter Ubuntu, in knapp 16 Sekunden. Allerdings muss man bei der Performance der Akkulaufzeit ein paar Abstriche machen. Nach 7:30 Stunden im üblichen Standby-Test geht dem Gerät die Puste aus. Allerdings kam ich beim Arbeiten mit dem InfinityBook auf eine ähnliche Laufleistung wie unter Ubuntu. Das Notebook quittierte seinen Dienst nach 5:10 Stunden. Verantwortlich hierfür ist der, wie unter der LTS, eingesetzte Kernel 4.9. Später sollte eine deutliche Verbesserung spürbar sein, wenn neuere Kernel über die Backports frei gegeben und auch eingespielt werden. Die CPU-Temperatur liegt im Normalbetrieb bei ca. 46°C. Dabei ist der Lüfter nicht zu hören. 

Natürlich habe ich auch wieder etwas „Duke Nukem 3D: Megaton Edition“ via Steam gezockt, um die CPU etwas an die Grenzen zu führen. Die Temperatur stieg in den Spitzen auf maximal 100°C. Der Lüfter machte dann natürlich ordentlich Geräusche. Das InfinityBook ist eben kein Gaming Notebook, sondern richtet sich eher an Entwickler, Reisende, Normalanwender, aber auch Blogger.

Duke Nukem 3D: Megaton Edition

Fazit

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 kam im Test mit Debian 9 Stretch gut zurecht. Es wurden im Test mit dem Gerät normale Aufgaben mit LibreOffice, Gimp, Inkscape, Firefox etc. erledigt. Selbst nicht so anspruchsvolle Spiele laufen auf dem InfinityBook gut. Allerdings wirkt hier der Lüfter störend.

Die Akkulaufleistung ist mit Debian 9 vergleichbar wie unter Ubuntu 16.04 LTS. Mit dem Kernel 4.9 kommt dabei die getestete Linux-Distribution auch hier nicht ansatzweise an ein Windows heran. Die Problematik ist bekannt. Jedoch besteht im Hinblick auf neuere und aktuellere Kernel etwas Hoffnung.

Alles in Allem kann man aber sehr gut auf dem InfinityBook mit Debian 9 stable arbeiten. Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 ist also auch für eingefleischte Debianer einen Blick wert. Wobei man beim WLAN-Modul zu einem unfreien Treiber greifen muss.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie das TUXEDO InfinityBook Pro 13 von innen aussieht und wie es um die Erweiterbarkeit bestellt ist.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 2

Nachdem ich nun einige Tage mit Ubuntu auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 von TUXEDO gearbeitet habe, wollte ich nun auch Windows 10 Home 64-Bit auf dem Gerät ausprobieren. Da hier von Hause aus ein Dualboot-System vorinstalliert war, ging das natürlich problemlos. Ich hatte nun ca. einen Monat Zeit intensiv mit dem Microsoft-Betriebssystem zu arbeiten.

Windows 10 Desktop
Windows 10 Startmenü

Um einen wirklichen Vergleich zum Test „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 1“ zu bekommen, wurden meinerseits nur Open Source Anwendungen wie Gimp, Inkscape, Filezilla, Putty, Gajim etc. installiert, mit denen ich auch auf dem Ubuntu-System gearbeitet hatte. Als Unterbau ist Windows dafür natürlich, genau wie Ubuntu, bestens geeignet. 

Das System ist in ca. 28 Sekunden vollständig gebootet und einsatzbereit. Das dauert zwar im Vergleich zu Ubuntu 10 Sekunden länger, aber was sofort auffällt, ist das bessere Energiemanagement von Windows 10. Der 36Wh Lithium-Ionen Akku wird weniger stark belastet als unter einem aktuellen Linux. So kam ich bei normaler Anwendung (abgedunkeltes Display, deaktiviertes Bluetooth und angeschlossene Funkmaus) auf gut 7:50 Stunden. Das überzeugt natürlich! Wenn man nach der von TUXEDO angewandten Testmethode vorgeht, läuft der Akku sogar bis zu 30 Stunden. TUXEDO schreibt hierzu:

Wir testen die Laufzeit unserer Notebooks immer im Leerlauf, bei minimaler Displayhelligkeit, mit deaktivierter Tastaturbeleuchtung, deaktiviertem WLAN & Bluetooth und ohne jegliche angeschlossenen Geräte (USB, LAN, HDMI, VGA, etc. abstecken!).

Das ist über das Doppelte der unter Ubuntu angegebenen Laufzeit des Herstellers. Fakt ist, der verbaute Intel Core i7-7500U scheint im Moment einfach besser mit dem Microsoft-Betriebssystem klar zu kommen als aktuelle Linux-Kernel. Die gesamte verbaute Hardware wird erwartungsgemäß, bis auf eine Ausnahme, erkannt und arbeitet einwandfrei. Nur der Insyde Airplane Mode HID Mini-Driver meldet beim ersten Start im Gerätemanager einen Konflikt. Dieser angepasste Treiber erlaubt es HID-Geräte wie Mäuse, Tastaturen und andere Eingabegeräte unter bestimmten Voraussetzungen im Flugmodus weiter zu betreiben. Komischerweise meldet Windows, dass bereits der aktuellste Treiber installiert ist. Nach einer Anfrage beim wirklich sehr schnellen und kompetenten Support von TUXEDO wurde mir der passende Treiber zur Verfügung gestellt, der das Problem behebt. Die Grafik des Notebooks ist sehr gut auf das Gerät abgestimmt. Die Webcam arbeitet mit einer fokussierten Gesichtserkennung. Weiterhin werden unter Windows 10 die Funktionstasten vom System angesprochen und steuern wie auch unter Ubuntu Lautstärke und Helligkeit der Tastaturbeleuchtung. 

Windows 10 Gerätemanager (nach dem ersten Start)
Windows 10 Gerätemanager (nach dem Einspielen des Airplane Mode Treibers)

Fazit

Auch wenn wahrscheinlich die Zielgruppe der TUXEDO-Hardware in erster Line Linux-User sind, so macht das InfinityBook Pro 13 mit Windows eine sehr gute Figur. Die Performance ist unter reellen Arbeitsbedingungen sogar noch besser als mit einem auf Linux basierendem Betriebssystem. Die Hardware läuft mit Microsofts Windows 10 Home 64-Bit sehr gut und energiesparend. 

Somit kann ich das Gerät auch mit dieser Konfiguration getrost zum Kauf empfehlen.

Vorschau

Im nächsten Artikel folgt ein kleiner Bericht, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit Debian 9 Stretch schlägt, welches am 17.06.2017 erscheint.

exFAT

Neulich hatte ich einen USB-Stick bekommen, welcher auf einem Windows-System in exFAT formatiert war. Um auf die Daten zugreifen zu können, war es nötig folgende Erweiterungen zu installieren.

exFAT ist ein Microsoft-Dateisystem, welches es ermöglicht Dateien größer 4GB auf einen Flash-Speicher zu schreiben.

Acht Jahre Linux

Vor acht Jahren bin ich auf Linux umgestiegen. Man wie die Zeit vergeht. Im April 2009 bin ich das erste Mal mit Ubuntu in Kontakt gekommen. Mein Kollege Ecki zeigte mir das System auf seinem Notebook. Besonders genial fand ich, dass man Ubuntu vor der Installation als Live-System ausgiebig testen konnte, was ich tat. 

Unity-Desktop (Ubuntu 16.04 LTS)
Unitity-Desktop (Ubuntu 17.04 Beta)

Es folgte der harte Schnitt. Ich verbannte mein Windows vollständig und installierte mir das freie OS aus dem Hause Canonical in Version 9.04. Besonders innovativ fand ich die Einführung der Cloud Ubuntu One. GNOME 2 war zu diesem Zeitpunkt der Standard-Desktop. Am Anfang nahm ich jede halbjährliche neue Version mit. Diese brachten mal kleine und mal größere Neuerungen. Den kommerziellen Ansatz von Ubuntu nahm ich erst so richtig mit der Einführung des Music-Stors wahr. Ich fragte mich, warum man sich dort den weitaus größeren und erfahreneren Mitbewerbern stellen will. Mit Ubuntu 11.04 wurde dann Unity als Desktop-Umgebung eingeführt, was für mich einem Schock gleich kam. Ich versuchte es hin und wieder, aber ich konnte mich mit Unity einfach nicht anfreunden. Spätestens hier war mir klar, dass man etwas entwickeln will, was irgendwie an der Linux-Community vorbei gehen sollte. Ich blieb zwar bei Ubuntu, jedoch setzte ich von nun an auf GNOME 3. Eine weitere komische Entwicklung war festzustellen. Canonical setzte vor dem Download einen gewünschten Preis für das OS in das Download-Formular. Das konnte bzw. kann man zwar umgehen, jedoch fühlte sich das schon irgendwie komisch an. Es zeichnete sich immer mehr ab, dass Canonical den Privatanwender als Geldeinnahmequelle im Visier hat. 

Die Amazon-Lense hielt Einzug auf dem Desktop und Canonical entwickelte Ubuntu Phone, ein OS für ein Smartphone. Fraglich war, warum Canonical sich nicht auf das Nötigste konzentrierte, ein perfektes Betriebssystem für Desktop und Server. Canonical setzte noch einen drauf mit der Crowdfunding-Kampagne zu dem Super-Smartphone „Edge“. Das „Edge“ kam nie heraus und Canonical erlitt eine Pleite. Den großen Marktteilnehmern war man mit einem unfertigen mobilen Betriebssystem nicht gewachsen. Die einzige wirkliche Innovation lag in der Hardware. Das „Edge“ sollte, wie wir wissen, mit Saphir-Glas erscheinen. Inzwischen wurden auch Ubuntu One und der Music-Store eingestellt. 

Mir gefiel diese Entwicklung nicht wirklich und so liebäugelte ich mehr und mehr mit Debian. Ankündigungen von Mir und Snappy trugen dazu einiges bei. Irgendwann wechselte ich tatsächlich zu Debian und bin mit der Stabilität und Kontinuität dieses wirklich freien Betriebssystems voll zufrieden.

Nun bin ich 8 Jahre Linux-Nutzer und ich bereue keinen Tag. Ubuntu hatte zur Zeit meines Umstiegs großes Potential, jedoch hat man dieses aus meiner Sicht nicht nutzen können, weil man immer wieder blind irgendwelche Entwicklungen voran trieb, die nie wirklich eine Chance am Markt hatten.

Ubuntu kommt nun „back to the roots“ und wird hoffentlich wieder benutzerfreundlicher. Zwar ist von der einstigen Erfolgsgeschichte nicht mehr viel übrig, aber vielleicht bekommt hier Canonical mit Ubuntu nochmal die Kurve.