Prosody inaktive User löschen

Im Artikel „Prosody – inaktive User ausfindig machen“ hatte ich beschrieben, wie man nach inaktiven XMPP-Accounts in Prosody suchen kann. Eine elegante Möglichkeit diese User wieder loszuwerden zeigt Thomas Leister auf seinem Blog. 

Ich habe mich für meinen XMPP-Server entschieden, Accounts welche drei Monate inaktiv waren zu löschen. Hierzu erstelle ich lt. Anleitung ein Script.

Dieses wird dann im Anschluss ausgeführt. 

Danach sind alle inaktiven User des zuvor erwähnten Zeitraums vom drei Monaten vom Server gelöscht.

Interview mit Daniel Gultsch – Entwickler der App Conversations

Vor einiger Zeit hatte ich Interviews mit diversen Blog-Betreibern rund um die Thematik Open Source geführt. Nun wollte ich auch Entwickler zu Wort kommen lassen, was sie motiviert ihre Projekte als Open Source auf den Markt zu bringen.

Heute steht mir Daniel Gultsch, der Entwickler der App Conversations, Rede und Antwort.

intux: Wie kam es dazu eine App wie Conversations zu programmieren?

Daniel: Ich bin von der Idee getrieben unabhängig von großen Konzernen wie Google zu sein und würde meine wichtigen Daten entweder gerne selber hosten oder einem kleineren Anbieter überlassen. Nicht unbedingt weil ich glaube, dass Google groben Unfug mit meinen Daten betreibt, sondern einfach weil ich längerfristiger denke und mich nicht unbedingt darauf verlassen möchte, dass es Google in 10 Jahren noch gibt. Deshalb ist auch meine E-Mail Adresse auf meiner eigenen Domain. Falls der eine Anbieter seinen Betrieb einstellt, bin ich jeder Zeit in der Lage zu einem anderen zu wechseln, ohne das meine Kontakte davon etwas mitbekommen. Als ich 2012 mein erstes Smartphone gekauft habe, wurde Google Hangouts jedoch zu meinem primären Messenger, da es eines der wenigen Systeme war, dass eine brauchbare UX hatte und einen nahtlosen Wechsel zwischen Desktop und Handy ermöglicht hat. Im Hinterkopf hatte ich aber immer die Frage, ob man so etwas wie Hangouts nicht auch in anbieterunabhängig umsetzen kann. Im Januar 2014 habe ich dann angefangen diese Frage auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen und daraus ist dann Conversations geworden.

intux: Warum hast Du Dich gerade für Android entschieden?

Daniel: Conversations war und ist immer noch primär ein Tool für mich selbst. Und Android war einfach die Plattform die ich selber genutzt habe. Auf eine gewisse Art und Weise war das aber auch eine glückliche Fügung da Android Apps (damals) in Java programmiert wurden und ich Java zu dem Zeitpunkt schon halbwegs konnte.

intux: Conversations ist als Client für Android in aller Munde. Hast Du mit diesem Erfolg gerechnet?

Daniel: Ist es das? In aller Munde? Ich glaube in der deutschen Free Software Community hat Conversations mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erreicht. Außerhalb dieser Bubble und außerhalb des deutsch- und französischsprachigen Raums geht es dann mit dem ‚Erfolg‘ aber auch schnell wieder zurück. Ich denke das ist zum Teil dem Netzwerkeffekt geschuldet der an Sprach- oder Kulturgrenzen immer auf gewissen Widerstand stößt und zum Anderen fällt das Thema Datenschutz im europäischen Raum natürlich auch auf fruchtbareren Boden.

Habe ich mit dem Erfolg gerechnet? Ja, schon irgendwie. Ich glaube einfach, dass Jabber im Allgemeinen und Conversations im Speziellen ein gutes Produkt ist.

intux: Wo lagen die größten Schwierigkeiten?

Daniel: Technisch gesehen bin ich eigentlich nie wirklich gegen eine Wand gelaufen. Nichts in Conversations ist auch nur annähernd Raketenwissenschaft. Vieles ist schlicht relativ nervige Fleißarbeit durch die man einfach durch muss.

Die größten Schwierigkeiten sehe ich darin, die notwendige Aufmerksamkeit der Medien (oder anderer Multiplikatoren) zu bekommen. So habe ich zum Beispiel für das 0.1 Release damals und dann nochmal für das 1.0 Release sämtliche (deutschsprachigen) Nachrichtenseiten angeschrieben. Da ist nie etwas daraus geworden. Das kann richtig frustrierend sein, wenn man sieht welche anderen, wirklich total irrelevanten Messenger, manchmal Newsstories bekommen. Oder noch schlimmer wenn irgendein ‚Celebrity‘ auch nur *ankündigt* eventuell bald mal einen Messenger zu veröffentlichen ist das sofort eine Nachricht wert. Aber Conversations – ein fertiges Produkt – wird komplett ignoriert.

Eine weitere Schwierigkeit, die leider auch nicht direkt in meiner Kontrolle liegt, ist die eher schlechte Qualität der Desktop-Clients. Conversations ist immer nur so gut wie der Rest des Ökosystems. Oder, um es anders auszudrücken – die häufigste Kritik an Jabber die ich höre ist: Conversations ist ja OK aber die anderen Clients sind Mist. Und da haben diese Kritiker auch nicht unrecht. Und aus diesem Problem gibt es auch keinen einfachen Ausweg. Softwareentwicklung kostet vor allem Zeit. Ich glaube, so lang es keinen Desktop-Client gibt der in Vollzeit entwickelt wird – sprich solange es niemand gibt der die Möglichkeit und die Bereitschaft dazu hätte – wird sich daran auch nicht viel ändern.

Das ist einer der Gründe warum ich im Moment Vorträge zum Thema „Wie verdiene ich Geld mit Conversations“ halte. Ich habe die Hoffnung, dass dies vielleicht einen der bestehenden oder einen neuen Entwickler motiviert es mir gleich zu tun.

intux: Unterscheidet sich die App aus dem Playstore von der aus F-Droid?

Daniel: Nicht wirklich. Die Version im Google Play Store kann Google Cloud Messages (Push Notifications) benutzen. Das XMPP ist allerdings nicht darauf angewiesen und funktioniert auch ohne. Der Grund warum das nicht in F-Droid ist, ist nicht damit die kostenpflichtige Variante einen Mehrwert hat, sondern weil die Push Library nur binär vorliegt und F-Droid dies nicht mit in seine Apps einbauen möchte.

intux: Denkst Du XMPP kann in Zukunft gegen Modelle wie Matrix bestehen?

Daniel: Was ist denn das Matrix Modell? Ich glaube die technischen Unterschiede zwischen Matrix und XMPP kann man ignorieren. Klar ist Matrix noch ein recht junges Protokoll und noch finden das alle toll. Aber jeder der schon mal Softwareentwicklung betrieben hat weiß, dass APIs wenn sie noch jung sind immer total super wirken; im Laufe der Zeit ändert sich das dann zu ‚OK‘ und irgendwann wird es dann ein ‚Meine Fresse was haben wir denn da für ein Mist gebaut‘. Der Trick ist dann, sich irgendwie damit zu arrangieren und das Beste daraus zu machen. Der Vorteil den Matrix im Moment hat ist, dass sie 12 Entwickler in Vollzeit beschäftigen können. Klar, dass da zumindest kurzfristig Produkte raus kommen die an der Oberfläche vielleicht etwas schicker aussehen. Wie beständig das langfristig wird, muss sich zeigen. Ob sie es hinbekommen auch langfristig das Protokoll zu pflegen und die Community auch in der Weiterentwicklung mit einbeziehen können wissen wir dann in 10 Jahren. Sollte dem so sein, dass Matrix ein Standard für anbieterunabhängige Kommunikation wird, der auch zukunftssicher ist, dann ist ja auch alles super. Also dann wäre mein persönliches Ziel – anbieterunabhängige Kommunikation zu haben – ja erreicht. 

intux: Lange Zeit habe ich meine Unterhaltungen mit OTR verschlüsselt. OMEMO setzte sich jedoch nach und nach immer mehr durch. Nun wurde OTR aus Conversations verbannt. Was hat Dich dazu bewogen?

Daniel: Da gibt es eine Reihen von Gründen die für sich alleine genommen vielleicht nicht diesen Schritt ausgelöst hätten, in der Summe jedoch ziemlich schwerwiegend sind. Ohne bestimmte Reihenfolge:

  • OTR kann Nachrichten nicht zwischen mehreren Geräten synchronisieren. Die Möglichkeit zwischen Desktop und Handy zu wechseln ist einer der selling Points von Jabber
  • OTR war für Jabber ziemlich schlecht spezifiziert. So haben manche Clients zum Beispiel HTML verschickt ohne irgendwie zu signalisieren das dort gerade HTML verschickt wurde. Conversations weiß dann nicht ob der andere Nutzer gerade <b>fett</b> geschrieben hat oder nur das Wort ‚fett‘ in dicker Schrift. Außerdem war nie ganz klar, wann und unter welchen Umständen denn Sitzungen auf und wieder abgebaut werden, was das Protokoll extrem unzuverlässig gemacht hat.
  • Die Verifikation war nicht blockierend umgesetzt. Wenn ich eine Nachricht schreibe und der Schlüssel des Gesprächspartners sich geändert hat, hat Conversations dies zwar angemerkt aber die Nachricht trotzdem verschickt. Ähnlich wie WhatsApp das tut. Dies erschien mir allerdings nicht mehr zeitgemäß
  • OTR war ziemlich bekannt. OTR war ein Name der vielen Benutzern etwas gesagt hat. Deswegen gab es Nutzer die OTR OMEMO vorgezogen haben, dann über die oben genannten Nachteile gestolpert sind und dann Jabber als Ganzes als ‚unzuverlässig‘ abgeschrieben haben.

Die Idee OTR aus Conversations 2.0 zu entfernen und OMEMO standardmäßig zu aktiveren, gab es schon sehr lange und war lange geplant. Ich hab nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Dies war erreicht, nach dem OMEMO eine gewisse Durchsetzung erfahren hat.

intux: Du hast dieses Jahr einen Vortrag auf den Chemnitzer Linux-Tagen gehalten. War das eine Eintagsfliege oder kommst Du wieder?

Daniel: Ich hab auch 2009 schon einen Vortrag auf den Linux Tagen gehalten. 2016 hatten wir einen Stand. Eine Eintagsfliege war das also nicht. Ich muss natürlich eine gute Idee für einen Vortrag haben, die Zeit dafür haben und der Vortrag muss angenommen werden. Aber prinzipiell auf jeden Fall.

intux: Wird es irgendwann Conversations für iOS geben?

Daniel: Wahrscheinlich nicht. Einen Client zu schreiben ist ein Vollzeitjob. Ich müsste also Conversations für Android aufgeben, um Conversations für iOS zu entwickeln. Zudem sind die Einstiegshürden für iOS Entwicklung relativ hoch, da man sowohl ein teures iPhone als auch ein teures MacBook braucht. Und ich kann mir gerade nicht vorstellen einen Mac benutzen zu müssen oder dafür sogar Geld auszugeben.

intux: Ist ein Desktop-Client geplant?

Daniel: Ähnliche Antwort wie zum Thema iOS. Einen Client zu entwickeln ist ein Vollzeitjob und ich kann nicht zwei Vollzeitjobs haben. Im Moment ist wie auch vorher schon erwähnt meine Strategie eher anderer Entwickler dazu zu motivieren Geschäftsmodelle zu finden und selber die Zeit in einen Desktop Client zu stecken.

intux: Vielen Dank für das Interview, Daniel.

XEP-0368 auf dem Prosody XMPP-Server

Letztes Wochenende hatte ich den ComplianceTester von Daniel Gultsch durchlaufen lassen und gesehen, dass enige XMPP-Erweiterungen (XEP) nicht aktiviert waren. Die größten Probleme hatte ich bei der Suche nach einer Lösung zur Aktivierung von XEP-0368. Schlußendlich half mir die Anleitung von Dominion auf adminforge.de.

Hier meine Änderungen am XMPP-Server intux.de:

Zuerst wurde sslh installiert.

An dieser Stelle wurde ein „eigenständiger Server“ ausgewählt.

Dann musste die Datei /etc/apache2/ports.conf (Apache2) mit

von 

in

geändert werden. Im Anschluss wurde in die /etc/prosody/prosody.cfg.lua (Prosody) mit 

die Zeile 

eingefügt. In der /etc/default/sslh musste via

der Eintrag

gesetzt werden. Die vorhandene DEAMON_OPTS kommentierte ich aus und fügte

darunter ein. Nun musste das Verzeichnis /etc/sslh/ erstellt werden.

Dann wurde eine /etc/sslh/sslh.cfg mit folgendem Inhalt via

erstellt. Die Dienste Prosody, Apache2 und sslh wurden im Anschluss neu gestartet.

Ob die IPs und Ports richtig konfiguriert sind, zeigte die Ausgabe von:

Die Records für den XMPP-Server wurden wie folgt gesetzt.

Records
Records des XMPP-Servers

Abschließend konnte ich via openssl erfolgreich die HTTPS-Vervindung testen.

Der Status zum XMPP-Server intux.de kann man hier abfragen.

Bidirektionale Zwischenablage in VirtualBox

Wenn man ein Betriebssystem in der VirtualBox von Oracle testet, möchte man auch in der Lage sein Code oder Text vom Hostsystem in die Virtualisierung zu kopieren. Von Haus aus geht das ohne eine entsprechende Konfiguration nicht. Dazu ist es nötig die Gasterweiterung auf dem Hostsystem zu installieren. Ist dies erledigt, kann man nachdem man ein paar Einstellungen vorgenommen hat die Virtualisierung starten. In meinem Fall ist ein Ubuntu 18.04 LTS schon vorinstalliert.

Einstellungen VirtualBox

Vor dem Start des Systems wird über Ändern => Erweitert die gemeinsame Zwischenablage und Drag’n’Drop auf bidirektional gesetzt. Somit wird das Kopieren später in beide Richtungen möglich.

VirtualBox
VirtualBox – Einstellungen

Nach dem Start der Virtualisierung

Nun wird in der Virtualisierung wie auf dem Screenshot zu sehen, die Gasterweiterung ins System Geräte => Gasterweiterung einlegen geladen.

VirtualBox
Virtualisierung – Gasterweiterung einlegen

Jetzt öffnet man mit Ctrl+Alt+t das Terminal in Ubuntu 18.04 und wechselt dort in das entsprechende Verzeichnis. In meinem konkreten Beispiel wäre das das Verzeichnis /media/intux/VBox_GAs_5.2.8.

Hier ist jedoch entsprechend des eigenem Systems der Benutzer und die gewählte Version der Gasterweiterung anzupassen. Danach wird die Datei VBoxLinuxAdditions.run wie folgt ausgeführt und installiert.

VirtualBox
Virtualisierung – Installation der Gasterweiterung

Ist dies geschehen, kann man nun Texte vom Hostsystem in die Virtualisierung kopieren. Dies geht natürlich auch in die andere Richtung.

VirtualBox
Virtualisierung – kopierter Dummy-Text

Viel Spaß!

intux.de sagt bye bye

Einige kleine und auch große Blogs haben es schon getan. Nun verlässt auch intux.de die elitären Lesezirkel der Planeten von ubuntuusers.de und debianforum.de sowie den des OSBN. Der Hauptgrund hierfür sind die in letzter Zeit zunehmenden Troll-Kommentare.

intux.de wird es zwar in der bisherigen Form weiter geben, jedoch werden keine Artikel mehr auf anderen Seiten parallel veröffentlicht.

Ein großer Dank an all diejenigen, die gern die Beiträge auf intux.de gelesen haben.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 12

Ein Jahr durfte ich nun das InfinityBook Pro 13 der Firma TUXEDO aus Königsbrunn testen. Ich hatte hierbei freie Hand  bei der Auswahl der zu installierenden Betriebssysteme. Das Gerät war nicht nur Testgerät, sondern auch Arbeitsgerät während des gesamten Zeitraums. Abschließend zu dieser Serie hier eine kurze Zusammenfassung.

InfinityBook
TUXEDO InfinityBook Pro 13

Besonders positiv fiel die Leistung des Notebooks ins Gewicht. Die 16 GB RAM und der i7-7500U in Verbindung mit der 250GB M.2 SSD von Samsung sorgten für ordentlich Geschwindigkeit. Das Gerät ist platzsparend und leicht. Der Akku, welcher je nach Anwendung bis zu sieben Stunden durch hielt ist ganz OK, erfüllte jedoch nicht die Erwartungen die das Datenblatt auf den ersten Blick verspricht. Hierfür ist aber eine in der Branche umstrittene Testmethode verantwortlich. Dennoch kam ich gut mit einer Akkuladung über den Tag. Die Kapazität des wechselbaren Akkus hat nach einem Jahr intensiver Nutzung kaum spürbar nachgelassen. Die Funktionstasten ließen sich zum Großteil „out of the box“ ansprechen. Die Flugmodus-Taste musste jedoch bei den linuxoiden Betriebssystemen im Grub nachkonfiguriert werden. Dieses Problem wurde in der von TUXEDO angepassten Xubuntu-Version allerdings schon beseitigt. Das Aluminiumgehäuse ist bis auf ein paar kosmetische Fehler gut verarbeitet. Zu bedenken ist, dass ein solches Gerät Einwirkungen mechanischer Art von außen nicht verzeiht. Stürze aus einem Meter Höhe können durchaus solche Spuren hinterlassen.

InfinityBook
TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Sturzschaden

Die Funktionalität des InfinityBooks wurde jedoch hierbei nicht beeinträchtigt. Was die Reparatur eines solchen Schadens am Gerät kostet, konnte ich bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels leider nicht in Erfahrung bringen.

Die weitere Ausstattung des InfinityBooks ist ebenfalls gut durchdacht. Das matte entspiegelte FullHD-Display ist sehr hell und kontrastreich. Ein verbauter Kartenleser ist Standard. Ein UMTS-Modul kann optional dazu bestellt werden. Leider konnte ich diese Option nicht nutzen. Die vorhandenen USB-Schnittstellen (2 x USB 3.1 Type A und 1 x USB Typ-C mit Thunderbolt 3) reichten in meinem Fall völlig aus. Das Fehlen eines DVD-Laufwerks stellte ebenfalls kein Problem dar. Etwas bedauerlich ist, dass es für das verbaute WLAN-Modul keinen freien Treiber gibt. Unter Debian muss also etwas nachgeholfen werden. Der Boden des Notebooks kann komplett abgenommen werden. Die Reinigung des Lüfters ist so ohne weiteres möglich. Zusätzlicher Arbeitsspeicher bis zu 32 GB RAM oder weitere Festplatten lassen sich problemlos nachrüsten. 

Preislich gesehen spielt das InfinityBook Pro 13 definitiv mit 1411,99€ (damaliger Grundpreis 1099,00€) in der Oberklasse mit. Zum heutigen Stand wird das InfinityBook aber schon ab 910,00€ angeboten.

Fazit

Das InfinityBook mit der Pinguintaste ist eine Überlegung wert, egal welches Betriebssystem man hier favorisiert. Hochwertige Materialien sowie eine flotte Hardware machen das Gerät nicht nur zu einem Hingucker, sondern auch unterwegs zu einem perfekten Arbeitsgerät für Entwickler, Journalisten oder Blogger. Über kleinere Schwächen kann man getrost hinweg sehen. 

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 11

Als vorerst letztes Betriebssystem habe ich mir Qubes OS auf dem InfinityBook Pro 13 von TUXEDO angesehen. Diese Distribution setzt auf Sicherheit durch Isolation und rangiert bei Distrowatch derzeit auf Rang 53. 

Auf Wikipedia heißt es hierzu:

Qubes OS ist ein auf IT-Sicherheit fokussiertes Computer-Betriebssystem, welches dies durch Isolation gewährleistet. Die dafür benötigte Virtualisierung wird durch Xen ermöglicht. Die Benutzerumgebung kann basierend auf Fedora, Debian, Whonix, Microsoft Windows und weiteren anderen sein.

Installation

Leider war es mir nicht möglich die aktuelle Version Qubes Release 3.2 auf dem InfinityBook zu installieren. Hier gab es Probleme, wie auch bei einigen anderen Distributionen, mit der NVMe M.2 SSD von Samsung.

Die Version Qubes Release 4.0-rc4 (release candidate) hingegen ließ sich im Legacy-Mode auf dem Gerät installieren. Um später Zugriff auf das Netzwerk zu erhalten, sollte im BIOS Thunderbold deaktiviert werden.

Qubes
Qubes Desktop
Qubes
Qubes Startmenü mit den einzelnen VMs
Qubes
Qubes Kernel 4.14

Qubes OS im Einsatz

Wer sich auf das Abenteuer Qubes einlässt, sollte ein wenig Frickelei in Kauf nehmen. Nach der Installation auf TUXEDOs InfinityBook wird man feststellen, dass das Netzwerk fehlt. An dieser Stelle ist etwas Handarbeit angesagt. Hierzu erstellt man im Editior in dom0 die Datei /etc/systemd/system/qubes-pre-netvm.service

mit folgendem Inhalt:

Dann wird der Befehl

zum Erstellen des Service abgesetzt und das System neu gestartet.

In der VM sys-net müssen dann noch in Devices LAN und WLAN hinzugefügt werden. Im Anschluss startet man im Qube-Manager sys-net neu. Ist dies erledigt, ist das Netzwerk aktiv und es haben u.a. die vorinstallierten VMs von Debian, Fedora und Co. Zugriff auf das World Wide Web.

Qubes
Qubes Manager
Qubes
sys-net Settings – Basic
Qubes
sys-net Settings – Devices

Die meisten Funktionstasten lassen sich auch bei Qubes OS wie bei den zuvor getesteten Systemen nach der Installation problemlos ansteuern.

Fazit

Qubes OS hat ein interessantes Konzept und lässt sich mit einigen Kniffen auf dem InfinityBook Pro 13 installieren. Auch hier sperrt die Hardware von TUXEDO diesen Exoten nicht aus. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass das Arbeiten in den Virtualisierungen doch an der Performance nagt und so auch die Akkulaufleistung deutlich beeinflusst. Im Arbeitsmodus kam ich über 4 Stunden meist nicht hinaus. Darüber sieht aber sicher der typische auf Sicherheit bedachte Qubes-User hinweg.

Vorschau

Im letzten Artikel werde ich eine kleine Zusammenfassung bringen, wie sich das InfinityBook Pro 13 rückblickend im letzten Jahr geschlagen hat.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 10

Solus 3 war den letzten Monat auf dem  InfinityBook Pro 13 von TUXEDO mein ständiger und treuer Begleiter. Nun habe ich mir ein weiteres Rolling Release auf das Gerät gespielt. Dabei handelt es sich um Manjaro, welches erstaunlicher- und berechtigterweise mittlerweile auf Platz 2 bei Distrowatch geklettert ist.

Installation

Hier habe ich mich für die Manjaro XFCE Edition entschieden. Diese Distribution verwendet, wie der Name schon sagt, den Xfce-Desktop und kommt als 64-Bit Variante.

Manjaro lässt sich ohne weiteres im Efi-Modus auf dem InfinityBook installieren.

Der Betrieb

Nachdem Manjaro installiert wurde, begrüßt einen ein dunkler, jedoch sehr stylisch gestalteter Xfce-Desktop. Dieser gefällt mir einen Tick besser als der von TUXEDO in der angepassten Xubuntu-Version. Dies ist aber natürlich Geschmacksache. Die Button zum Minimieren, Maximieren und Schließen erinnern ein wenig an das Mac OS. Absicht?

Manjaro
Manjaro Desktop
Manjaro
Manjaro Startmenü
Manjaro
Manjaro Dateiverwaltung

Man stellt auch bei dieser Distribution schnell fest, dass alle Funktionstasten, bis auf den Flugzeugmodus, sofort „out of the box“ ansteuerbar sind. Um diese Funktionstaste zu aktivieren, muss man, wie im Artikel „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 6“ schon beschrieben, die Zeile

um

erweitern. Hierbei ist nicht zu vergessen, dass die Änderungen erst nach einem

aktiviert werden.

Die Hardware des Pro 13 macht dem System keine Probleme. WLAN, Bluetooth, Kartenleser und Cam werden sofort erkannt und angesteuert.

Die Akkulaufleistung ist dank Kernel 4.14.14 analog der zuvor getesteten Ubuntu-Derivate mehr als zufriedenstellend.

Manjaro
Manjaro Kernel 4.14.14
Manjaro
Manjaro Aktualisierungen

Die gängigsten Anwendungen wie Firefox und Co. bringt Manjaro mit. Hier gab es erwartungsgemäß keinerlei Schwierigkeiten. Weitere Programme wie u.a. Planner findet man in den Repositories von Manjaro.

Manjaro
Manjaro Projektmanagement mit Planner

Fazit

Mit dem Rolling Release Manjaro ist man auf dem InfinityBook Pro 13 gut gewappnet. Abgesehen von der kleinen Anpassung zum Flugzeugmodus wird der Nutzer auf dem Gerät mit einem stets aktuell gehaltenen Betriebssystem gut und lange arbeiten können.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit Qubes OS schlägt. 

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 9

Nachdem nun auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 die gängigsten Betriebssyteme, wie Windows, Ubuntu und Debian liefen und das Gerät auch produktiv eingesetzt wurde, möchte ich mich nun an ein paar weniger populäre Systeme heran wagen. 

Dazu habe ich auf dem InfinityBook die aktuelle Version von Solus installiert und ausprobiert. Solus ist eine eigenständige Linux-Distribution, welche die eigens hierfür entwickelte Desktopumgebung Budgie und das ebenfalls  im eigenen Hause entworfene Paketverwaltungssystem eopkg verwendet. Dies kann unter Umständen Probleme machen, da man sicher die ein oder andere Anwendung für dieses Rolling Release selbst kompilieren muss. Hilfe erhält man im Forum des Entwicklers. Solus ist aktuell in Version 3 verfügbar.

Installation

Die Installation über einen USB-Stick verläuft unspektakulär und ist schnell erledigt. Zu beachten ist hierbei, dass Solus als englisches System installiert werden muss. Das deutsche Tastaturlayout kann hingegen eingestellt werden. Nach der Installation lässt sich das System aber problemlos auf deutsch umstellen.

Solus
Solus – Budgie Desktop
Solus
Solus – Menü
Solus
Solus – Netzwerkverbindungen
Solus
Solus – Benachrichtigungspanel
Solus
Solus – Terminal (Kernel 4.14.9)

Wie läuft Solus auf dem Pro 13?

Nach dem ersten Reboot stellt man fest, dass auch hier die Funktionstasten fast vollständig erkannt werden. Der Flugzeugmodus sollte auch bei dieser Distribution durch einen Eingriff in den Grub 2 aktiviert werden können. Die Akkulaufzeit ist dank des aktuellem Kernels 4.14.13 vergleichbar mit den zuvor getesteten aktuellen Distributionen. Es werden im Normalbetrieb ca. 44°C erreicht. Dabei arbeitet das InfinityBook flüsterleise.

Als Standardbrowser ist Firefox vorinstalliert. Wer jedoch lieber zu Google Chrome greift, kann diesen über das Software Center unter Software von Drittanbietern beziehen. Die gängigsten Anwendungen wie Gimp, Inkscape, Filezilla, KeePassX findet man im Software Center in relativ aktuellen Versionen.

Zu erwähnen wäre noch, dass die im Artikel „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 6“ erwähnten Bluetooth-Probleme mit dem aktuellen Kernel für das Gerät gefixt sind.

Solus
Solus – Browser Firefox
Solus
Solus – Software von Drittanbietern

Fazit

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 kommt sehr gut mit Solus 3 zurecht. Die komplette Hardware wird erkannt. Um den Flugzeugmodus zu aktivieren, ist auch bei diesem System etwas Handarbeit nötig. Die Akkulaufleistung und Performance überzeugen. Solus ist auf jeden Fall auf diesem Gerät einen Blick wert.  

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit dem Rolling Release Manjaro schlägt. 

Nachtrag

Ein deutsches System lässt sich natürlich auch hier bei der Installation auswählen. Dies ist nur leider auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlich.

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 8

Die letzten zwei Monate habe ich ausschließlich mit dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 von TUXEDO gearbeitet. Alle zu erledigenden Aufgaben, welche sonst mein ThinkPad übernimmt, habe ich problemlos auf das Pro 13 übertragen. In Puncto Akkulaufleistung und Performance ist das InfinityBook kaum zu schlagen. Wie sich das Gerät allerdings unter Last verhält, zeigt der folgende kleine Beitrag.

Da ich hin und wieder einige neu erschienene Betriebssysteme teste, verschaffe ich mir oftmals hierüber einen ersten Einblick in einer virtuellen Maschine. Dazu verwende ich die VirtualBox aus dem Hause Oracle. Ab und zu wird aber auch einmal ein Game über die Spieleplattform Steam gezockt. Auf beide Anwendungen gehe ich nun etwas näher ein.

Virtualisierung auf dem InfinityBook

Aus eigenem Interesse, aber auch um darüber zu berichten, schaue ich mir gern einmal neue Betriebssysteme für den Desktop näher an. Hierzu installiere ich diese i.d.R. in einer VM. Dort kann ich so ziemlich alles simulieren und das OS auf Tauglichkeit checken. Zuletzt hatte ich mir Ubuntu 17.10 auf diesem Gerät näher angesehen.

Ubuntu 17.10
Ubuntu 17.10 Desktop
Ubuntu 17.10
Ubuntu 17.10 GNOME Dash

Aus technischer Sicht gibt es kaum etwas zu schreiben. Das InfinityBook bewältigt solche Aufgaben spielend. Der einzige Wermutstropfen ist, dass CPU-Temperaturen bei entsprechender Last von ca. 85°C erreicht werden. Der Lüfter ist dann in den Spitzen deutlich zu hören. Solche hohen Temperaturen werden allerdings nicht während des gesamten Testlaufs erreicht. Das schont nicht nur die CPU, sondern auch die Ohren.

Gaming auf dem InfinityBook

Beim Gaming sieht das Ganze etwas anders aus. Hier pendeln sich die Temperaturen zwar auch um die 85°C ein, jedoch verharren diese während des Spielens auch auf dem Niveau. Das hat zur Folge, dass der Lüfter doch recht lautstark das Spielvergnügen beeinflusst. Die folgende Grafik verdeutlicht das recht anschaulich.

Psensor
Temperaturaufzeichnung mit Psensor

Getestet wurde mit den zwei älteren Games Duke Nukem 3D: Megaton Edition und Mount & Blade: Warband

Duke Nukem 3D
Duke Nukem 3D: Megaton Edition
Duke Nukem 3D
Duke Nukem 3D: Megaton Edition

Bei Duke Nukem 3D gab es keinerlei Probleme. Das Spiel lief flüssig und machte bis auf die Lüftergeräusche nach wie vor Spaß.

Bei Mount & Blade hingegen kam doch die Grafik ab und zu leicht ins stocken. Da es das Game auch generell an Spannung vermissen lässt, war die Spielfreude hier schnell eingetrübt.

Mount & Blade
Mount & Blade: Warband
Mount & Blade
Mount & Blade: Warband

Fazit

Wenn das InfinityBook Last bekommt, fängt dieses an tüchtig zu schnaufen. Hierbei darf man nicht vergessen, dass es sich bei dem Gerät um kein GamigBook mit einer leistungsstarken Grafikkarte handelt. Seine Stärken spielt das InfinityBooks im mobilen Einsatz aus, wo es nahezu geräuschlos seine Arbeit verrichtet. Das Pro 13 ist, wie schon so oft erwähnt, der perfekte Begleiter auf Reisen.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit Solus 3 schlägt.