Die ersten Erfahrungen

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krzysztof-m / Pixabay

Einige Kommentare zum Artikel „Die Paketverwaltung“ gingen in die Richtung, ich möge doch ein Howto schreiben, um Umsteiger davor zu bewahren, ähnliche Fehler wie ich zu machen. Ich denke ein Howto würde zu sehr auf GNOME 2 eingehen. Da Ubuntu nun in den nächsten Tagen auch als LTS Unity mitbringt, werde ich über keine Desktop-Umgebung berichten die keine Zukunft mehr hat.

Es ist tatsächlich so, dass ich mich anfangs mit der Paketverwaltung schwer tat. Der Grund dafür war aber nicht der, dass ich mit der Paketverwaltung nicht klar kam. Es lag vielmehr daran, wie die diversen Linux-Distributionen mit der Installation von externen Programmen umgehen. Bei OpenSUSE ist es Yast und bei Debian oder Ubuntu ist es Synaptic. Auf APT möchte ich jetzt gar nicht weiter eingehen. Wenn man nur Microsoft-Produkte kennt, dann steht man ohne Hilfe natürlich erst einmal dumm da. Wie schon zuvor geschrieben, bin ich schnell auf ubuntuusers.de aufmerksam geworden. Viele Fragen habe ich im Forum gestellt und hier wurde mir auch immer schnell geholfen. Des Weiteren kaufte ich mir auch das Handbuch Ubuntu 9.04. Auch das war sehr hilfreich.

Was würde ich heute als Umsteiger anders machen?

Heute gehe ich so vor, dass ich zu aller erst einmal auf wiki.ubuntuusers.de nach dem Programm suche, welches ich installieren möchte. Dort werden meist viele andere Alternativen gezeigt. Ich lese mir die Anleitungen durch und entscheide mich dann für ein Programm. Im Wiki werden die Pakete zur Installation vorgeschlagen. Diese sind fast ausschließlich in den Paketquellen schon enthalten. Wenn nicht dann wird darauf hingewiesen und genau erläutert wie man das entsprechende Programm installiert. Wenn mir Pakete vorgeschlagen werden, dann kopiere ich mir die Bezeichnung in die Synaptic Paketverwaltung, die ich zuvor öffne, setze das Häkchen „Zum Installieren vormerken“, gehe auf Anwenden und schon wird alles installiert. Es ist darauf zu achten, dass alle Pakete zum Programm installiert werden. Denn es gibt oft gewisse Abhängigkeiten. Ist das erledigt, dann steht auch schon das Programm im entsprechenden Menu zur Verfügung.

Wer es noch einfacher mag, installiert die Programme über das Software-Center. Windows-Umsteiger werden sich sicher vorerst hier wohl fühlen. Ich glaube das Software-Center war bei der 9.04 noch nicht standardmäßig mit an Bord.

Was hatte ich beim Umstieg nicht bedacht?

Bevor ich den Komplettumstieg wagte, machte ich mir eine Liste mit Programmen die ich bisher einsetzte. Dann suchte ich im Internet nach Alternativen für Ubuntu. Das ging alles ganz gut auf. So formatierte ich meine Festplatte. Mittendrin ging mir einiges durch den Kopf und plötzlich wusste ich was ich nicht berücksichtigt hatte.

Zum einen war es das Programm zum Erstellen von Fotobüchern mit CEWE und zum anderen die Steuererklärung via Elsterformular. Für CEWE gibt es aber zum Glück eine native Linux-Version als Download oder als CD, die kostenlos im Shop erhältlich ist (z.B. dm).

Das Problem mit Elster ließ sich aber auch lösen. Hier gibt es ein wunderbares Tutorial. Wie es aber nun mit neueren Ubuntu-Versionen nach dem Wegfall der Sun-Java Pakete aus den Paketquellen aussieht, weiß ich nicht. Hier wäre ich über entsprechende Kommentare dankbar.

Welche Programme habe ich installiert?

Diese werde ich hier kurz auflisten.

  • Büro
    • Adobe Reader
    • Evolution
    • FreeMind
    • GnuCash
    • Labyrinth Mindmaps
    • LibreOffice
    • PDF-Shuffler
    • Planner
    • Wörterbuch
  • Grafik
    • Converseen
    • Darktable
    • DM-Fotowelt
    • F-Spot
    • Gimp
    • Hugin
    • Inkscape
    • Qtpfsgui
    • RAWTherapee
    • SimpleScan
    • Tintii
    • UFRaw
    • imageMagigk
  • Internet
    • Bildbetrachter für entfernte Bildschirme
    • Empathy
    • Filezilla
    • Firefox
    • Google Earth
    • Gwibber
    • Sun Java
    • Teamviewer
    • Terminal-Server-Client
    • Transmission BitTorrent-Client
  • Multimedia
    • AcidRip
    • Audacity
    • Sound Juicer
    • Audio-Recorder
    • Avidemux
    • Brasero
    • Cheese
    • DeVeDe
    • Dvd95
    • dvd::rip
    • GnomeBaker
    • gtkpod
    • gtk-recordMyDesktop
    • ME TV
    • Mixxx
    • OpenShot
    • PiTiVi
    • PulseAudio-Lautstärkeregler
    • Rhythmbox
    • Totem
    • VLC media player
    • Xine
  • Spiele
    • AisleRiot Solitaire
    • gbrainy
    • Mahjongg
    • MegaGlest
    • Minen
    • Nexuiz
    • Pingus
    • Quadrapassel
    • Secret Maryo Chronicles
    • Sudoku
    • UrbanTerror
    • Warzone 2100
    • Wormux
  • Systemwerkzeuge
    • Deja Dup
  • Wine
    • Elsterformular
  • Wissenschaft
    • Stellarium
  • Zubehör
    • Bildschirmfoto aufnehmen
    • Cairo-Dock
    • Festplattenbelegung analysieren
    • gedit
    • ImageWriter
    • Shutter
    • Taschenrechner
    • Terminal
    • Tomboy
    • Zeichentabelle

Dazu kommt noch Apache, MySQL, GParted und Samba. Das ist alles was ich auf meinem Notebook brauche.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kleine Rückblick vielleicht doch dem einen oder anderen Umsteiger Mut machen konnte. Bedenkt, es gibt immer eine Alternative!!!

12 Kommentare

  1. Die offiziell von ElsterOnline unterstützte Version ist Ubuntu Linux 11.10… als einzige Linux-Distribution. Ein Witz, weil man dazu Oracle Java manuell nachinstallieren muss – siehe besagtes Wiki: http://wiki.ubuntuusers.de/Java/Installation/Oracle_Java

    ElsterFormular läuft inzwischen eigentlich sehr verlässlich mit WINE (versions-bedingte Unregelmäßigkeiten von WINE mal außen vor, insbesondere bei Verwendung deren Paketquelle). Siehe auch dazu besagtes Wiki: http://wiki.ubuntuusers.de/ElsterFormular

    Glücklich bin ich als Freiberufler mit beiden Tatsachen nicht. ElsterOnline braucht man als Selbstständiger monatlich und der reizende Hinweis, dass derzeit nur Ubuntu Linux 11.10 unterstützt wird, ist eher ein Schlag ins Gesicht seit Oracle Java aus ausreichend dokumentierten Gründen nicht mehr in den Paketquellen ist. Eine Antwort auf die Frage, warum nicht einfach auf OpenJDKgesetzt wird, sind die mir noch schuldig.

    Vergangenes Jahr machte ElsterFormular 2011 mir noch Ärger und die haben meine Steuererklärung erneut auf Papier bekommen. Dieses Jahr hat es deutlich besser funktioniert, allerdings wäre ich sonst auch ziemlich gearscht gewesen, weil man als Selbstständiger ab 2012 seine Steuererklärung immer elektronisch einreichen muss.

    Solange das Bayerisches Landesamt für Steuern bei der Linux/Mac-Unterstützung nicht nachbessert oder vollwertige Alternativen kostenlos zu beziehen sind, zumindest für mich der einzige echte Showstopper in meinem Arbeitsalltag mit Linux.

  2. Jetzt habe ich in meiner darüber andauernden Verärgerung meine Aussagen nicht sorgfältig recherchiert und auf Aktualität überprüft.

    Als offiziell von ElsterOnline unterstützte Version wird inzwischen Ubuntu Linux 12.04 angegeben – also bereits vor dem offiziellen Release von Precise Pengolin – was ich ihnen verzeihen möchte. Immerhin sind sie damit zum relevanten Monatsende hin pünktlich aktualisiert.

    Dazu kommt jetzt auch der Hinweis, dass OpenJDK nicht verwendet wird, wegen nicht näher benannten Fehlern (die ich auch keineswegs von der Hand weisen möchte).

    Zudem haben die einen schönen Link zu einem Wiki-Eintrag angebracht, wie man Oracle Java manuell in Ubuntu Linux 12.04 installiert – und jetzt ratet mal welcher Wiki-Eintrag das ist…

    Ansich postiv hervorzuheben, dass http://wiki.ubuntuusers.de es bis an offizielle, staatliche Stelle geschafft hat.

    • Die Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle war für uns Ubuntu-User sicher nicht gerade von Vorteil. Neulich habe ich bemerkt, dass man unter 10.04 sun-java auch nicht mehr in den Paketquellen findet. Da dies nun immer noch für die Datenübertagung mit Elster deinen Aussagen zu Folge notwendig ist, bin ich ziemlich enttäuscht. Ich verstehe nicht, warum die Linux-User so im Regen stehen gelassen werden. Trotzdem kann man aber noch die alten Pakete installieren. Entweder über den im Kommentar angegebenen Link. Es geht aber auch noch über die hier angegebene Paketquelle http://www.it-muecke.de/node/596.

  3. Ja, das leidige Thema Elster. Es ist das einzige Programm, dass meinen Schwager zur Dual-Boot-Installation nötigte. Buuh!

    @ intux: Darf ich fragen, weshalb du den Adobe Reader verwendest? Vermisst du Funktionen bei den freien (und vorinstallierten) Alternativen?

    • Zuerst noch einmal zu Elster. Die Steuererklärung unter Ubuntu ist möglich, dazu braucht man Wine, Winetricks und sun-java. Ich selbst habe damit meine Steuererklärungen gemacht unter 9.04, 9.10 und 10.04 und auch ans FA übertragen. Ich würde dafür kein anderes Betriebssystem auf meinen Rechner lassen!
      Ja und warum ich den Adobe Reader einsetze? Du hast sicher recht, dass dies nicht ganz konsequent ist. Ich finde aber, er ist benutzerfreundlicher als als alle anderen Alternativen. Da ich ihn auch in den Paketquellen finde, habe ich dabei kein schlechtes Gewissen.

      • Das sollte ja auch keine Kritik/Wertung sein. Ich selbst freue mich z.B. bei Evince über die bessere Performance und Einfachheit ggü. dem Adobe Reader. Daher wollte ich in Erfahrung bringen, weshalb du den Adobe Reader zusätzlich installiert hast.

        Was Elster angeht, da hast du sicherlich Recht. Das scheitert beim Schwager aber einerseits an Wine & Oracle Java, bzw. am jährlichen Informieren/Installieren/Frickeln andererseits. Da die Steuererklärung nur einmal im Jahr fällig ist, empfindet er es einfach nicht als praktikable Lösung – irgendwie kann ich ihn da auch verstehen. Vielleicht sollte man diesbezüglich mal eine Petition ans FA richten? Denn auf diese Weise werden einem Drittfirmen-EULA’s aufgezwungen …

      • 🙂

        Na dann wünsche ich doch glatt uns beiden viel Glück dabei.

        Früher hab‘ ich da des öfteren auf whylinuxisbetter.net verwiesen. Seit sich der Betreiber der Seite (aus Werbegründen) zum Lieferanten Facebooks (Social Plugin) erklärt hat, tue ich das jedoch nicht mehr (und spiele seitdem mit dem Gedanken eine ähnliche Seite zu erstellen).

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