Nun auch ich!

Am letzten Samstag habe ich mir endlich die Ubuntu 12.04 LTS für mein neues HP-Notebook gegönnt. Nachdem ich alle Sprachdateien runtergeladen und das System auf den neuesten Stand gebracht hatte, habe ich die GNOME Shell installiert. Einige kleine Problemchen traten zwar noch auf. Nach der Installation des proprietären Catlayst-Treiber von ATI, war endlich auch die Akku-Laufleistung akzeptabel, da GPU und Lüfter nun optimaler gesteuert werden. Bei der Installation meiner CEWE-Fotobuchsoftware bekam ich einen Schreck, da diese im Anschluss nicht startete. Der Grund waren die fehlenden Erweiterungen ia32-libs und lib32gomp1. Mein CEWE Fotobuch ist leider nur eine 32-Bit Anwendung, was mir bis zu diesem Tag so nicht bewusst war. Da ich fast ausschließlich mit den Windows Schriftarten arbeite, mussten diese auch noch drauf. Dieses Kapitel war auch sehr spannend. Weder über das Ubuntu Software-Center, noch über das Terminal (sudo apt-get install ttf-mscorefonts-installer) gelang mir die vollständige Installation. Ich konnte beim besten Willen nicht die EULA-Richtlinien bestätigen. Erst nachdem ich die Synatic-Paketverwaltung auf meinem System hatte, konnte ich darüber ttf-mscorefonts-installer installieren und ein Häkchen zur Bestätigung der Lizenz setzen. Nun liegt nur noch ein wenig Feintuning an. Im Großen und Ganzen bin ich aber mehr als zufrieden mit der 12.04. Meiner Meinung nach läuft vieles runder als noch vor Jahren. Schade nur, dass keine mit Ubuntu vorinstallierten Systeme in Großmärkten in den Regalen stehen. Ich denke schon, der eine oder andere Rookie würde bei einem Preisvorteil von 50 bis 70€ zugreifen. Vielleicht wagt ja einmal ein PC-Großmarkt eine Offensive, wie einst Vobis im Jahre 1995 mit OS/2. Das wäre doch mal was!?

Die ersten Erfahrungen

Einige Kommentare zum Artikel „Die Paketverwaltung“ gingen in die Richtung, ich möge doch ein Howto schreiben, um Umsteiger davor zu bewahren, ähnliche Fehler wie ich zu machen. Ich denke ein Howto würde zu sehr auf GNOME 2 eingehen. Da Ubuntu nun in den nächsten Tagen auch als LTS Unity mitbringt, werde ich über keine Desktop-Umgebung berichten die keine Zukunft mehr hat.

Es ist tatsächlich so, dass ich mich anfangs mit der Paketverwaltung schwer tat. Der Grund dafür war aber nicht der, dass ich mit der Paketverwaltung nicht klar kam. Es lag vielmehr daran, wie die diversen Linux-Distributionen mit der Installation von externen Programmen umgehen. Bei OpenSUSE ist es Yast und bei Debian oder Ubuntu ist es Synaptic. Auf APT möchte ich jetzt gar nicht weiter eingehen. Wenn man nur Microsoft-Produkte kennt, dann steht man ohne Hilfe natürlich erst einmal dumm da. Wie schon zuvor geschrieben, bin ich schnell auf ubuntuusers.de aufmerksam geworden. Viele Fragen habe ich im Forum gestellt und hier wurde mir auch immer schnell geholfen. Des Weiteren kaufte ich mir auch das Handbuch Ubuntu 9.04. Auch das war sehr hilfreich.

Was würde ich heute als Umsteiger anders machen?

Heute gehe ich so vor, dass ich zu aller erst einmal auf wiki.ubuntuusers.de nach dem Programm suche, welches ich installieren möchte. Dort werden meist viele andere Alternativen gezeigt. Ich lese mir die Anleitungen durch und entscheide mich dann für ein Programm. Im Wiki werden die Pakete zur Installation vorgeschlagen. Diese sind fast ausschließlich in den Paketquellen schon enthalten. Wenn nicht dann wird darauf hingewiesen und genau erläutert wie man das entsprechende Programm installiert. Wenn mir Pakete vorgeschlagen werden, dann kopiere ich mir die Bezeichnung in die Synaptic Paketverwaltung, die ich zuvor öffne, setze das Häkchen „Zum Installieren vormerken“, gehe auf Anwenden und schon wird alles installiert. Es ist darauf zu achten, dass alle Pakete zum Programm installiert werden. Denn es gibt oft gewisse Abhängigkeiten. Ist das erledigt, dann steht auch schon das Programm im entsprechenden Menu zur Verfügung.

Wer es noch einfacher mag, installiert die Programme über das Software-Center. Windows-Umsteiger werden sich sicher vorerst hier wohl fühlen. Ich glaube das Software-Center war bei der 9.04 noch nicht standardmäßig mit an Bord.

Was hatte ich beim Umstieg nicht bedacht?

Bevor ich den Komplettumstieg wagte, machte ich mir eine Liste mit Programmen die ich bisher einsetzte. Dann suchte ich im Internet nach Alternativen für Ubuntu. Das ging alles ganz gut auf. So formatierte ich meine Festplatte. Mittendrin ging mir einiges durch den Kopf und plötzlich wusste ich was ich nicht berücksichtigt hatte.

Zum einen war es das Programm zum Erstellen von Fotobüchern mit CEWE und zum anderen die Steuererklärung via Elsterformular. Für CEWE gibt es aber zum Glück eine native Linux-Version als Download oder als CD, die kostenlos im Shop erhältlich ist (z.B. dm).

Das Problem mit Elster ließ sich aber auch lösen. Hier gibt es ein wunderbares Tutorial. Wie es aber nun mit neueren Ubuntu-Versionen nach dem Wegfall der Sun-Java Pakete aus den Paketquellen aussieht, weiß ich nicht. Hier wäre ich über entsprechende Kommentare dankbar.

Welche Programme habe ich installiert?

Diese werde ich hier kurz auflisten.

  • Büro
    • Adobe Reader
    • Evolution
    • FreeMind
    • GnuCash
    • Labyrinth Mindmaps
    • LibreOffice
    • PDF-Shuffler
    • Planner
    • Wörterbuch
  • Grafik
    • Converseen
    • Darktable
    • DM-Fotowelt
    • F-Spot
    • Gimp
    • Hugin
    • Inkscape
    • Qtpfsgui
    • RAWTherapee
    • SimpleScan
    • Tintii
    • UFRaw
    • imageMagigk
  • Internet
    • Bildbetrachter für entfernte Bildschirme
    • Empathy
    • Filezilla
    • Firefox
    • Google Earth
    • Gwibber
    • Sun Java
    • Teamviewer
    • Terminal-Server-Client
    • Transmission BitTorrent-Client
  • Multimedia
    • AcidRip
    • Audacity
    • Sound Juicer
    • Audio-Recorder
    • Avidemux
    • Brasero
    • Cheese
    • DeVeDe
    • Dvd95
    • dvd::rip
    • GnomeBaker
    • gtkpod
    • gtk-recordMyDesktop
    • ME TV
    • Mixxx
    • OpenShot
    • PiTiVi
    • PulseAudio-Lautstärkeregler
    • Rhythmbox
    • Totem
    • VLC media player
    • Xine
  • Spiele
    • AisleRiot Solitaire
    • gbrainy
    • Mahjongg
    • MegaGlest
    • Minen
    • Nexuiz
    • Pingus
    • Quadrapassel
    • Secret Maryo Chronicles
    • Sudoku
    • UrbanTerror
    • Warzone 2100
    • Wormux
  • Systemwerkzeuge
    • Deja Dup
  • Wine
    • Elsterformular
  • Wissenschaft
    • Stellarium
  • Zubehör
    • Bildschirmfoto aufnehmen
    • Cairo-Dock
    • Festplattenbelegung analysieren
    • gedit
    • ImageWriter
    • Shutter
    • Taschenrechner
    • Terminal
    • Tomboy
    • Zeichentabelle

Dazu kommt noch Apache, MySQL, GParted und Samba. Das ist alles was ich auf meinem Notebook brauche.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kleine Rückblick vielleicht doch dem einen oder anderen Umsteiger Mut machen konnte. Bedenkt, es gibt immer eine Alternative!!!

CEWE Fotobuch

Als Hobbyfotograf setze ich ab und zu das Fotobuch von CEWE ein. Nach dem Testen einiger Versionen habe ich nun festgestellt, dass einige nicht über die beliebte Brennfunktion verfügen. Ich persönlich setze dm DIGI Foto von dm ein. Einfach über den Warenkorb der Software eine CD brennen, die CD beim CEWE-Partner abgeben und nach ein paar Tagen das fertige Fotobuch abholen.

Die entsprechende Seite findet man hier auf FAL digital unter Links.

Übrigens gibt es die beliebte Software auch für Linux. Der Kampf geht weiter!