TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 1

Seit ein paar Tagen habe ich ein InfinityBook Pro 13 der Firma TUXEDO im Einsatz, welches ich schon auf der diesjährigen CeBIT bewundern konnte. Im Gespräch am TUXEDO-Stand bekundete ich bereits mein Interesse, mir das Pro 13 einmal näher ansehen zu dürfen. 

Vorab möchte ich mich bei TUXEDO bedanken, die es mir ermöglichen, das Notebook ausgiebig zu testen.

Über dieses Gerät werde ich nun in den nächsten Monaten berichten. Sinn des Ganzen ist nicht, einfach nur einen Testbericht zu schreiben, sondern meinen Lesern zu zeigen, wie sich das Gerät im Alltag eines Tech-Blogger schlägt. Dabei werden verschiedene Betriebssysteme auf dem Gerät getestet und erläutert auf welche Probleme man stoßen kann. Nun aber zu meinem ersten Eindruck:

Die Firma TUXEDO hat sich zum Ziel gesetzt dem Linux-User hochwertige Hardware zu liefern. Vor genau einem Jahr hatte ich schon einmal ein Gerät aus Königsbrunn. Dazu entstand der Artikel „TUXEDO InfinityBook 13 v2„.

Ein Jahr später steht nun das nagelneue InfinityBook Pro 13 auf meinem Schreibtisch und ich bin vom ersten Eindruck begeistert. Das Gerät macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Aluminiumgehäuse, welches das gesamte Notebook umschließt, wirkt robust und edel. Die Verarbeitung ist recht gut, könnte aber im Detail noch einen Tick besser sein. Die Spaltmaße wirken bei normalem Licht nahezu perfekt, doch offenbaren sich hier, bei etwas mehr Dunkelheit, kleine Schwächen. Diese fallen tatsächlich aber nur bei näherer Betrachtung ins Auge. Das Gerät hat folgende Austattung:

  • Arbeitsspeicher (DDR4 SO-DIMM): 16 GB (1x 16GB) 2400Mhz Crucial
  • Display / Bildschirm: Full-HD (1920 x 1080) IPS-Panel matt
  • Festplatte (SATAIII, 6Gb/s): ohne Festplatte
  • Festplatte M.2 SSD: 250 GB Samsung 960 EVO (PCIe/NVMe)
  • Prozessor (Intel Kaby Lake-U): Intel Core i7-7500U (2x 2.7-3.5GHz Dual-Core, 4 Threads, 4MB Cache, 7,5-15W TDP)
  • Tastatur / Keyboard: DEUTSCH (DE-DE) beleuchtet
  • WLAN & Bluetooth: Intel Dual AC 8265 & Bluetooth (M.2 2230) (Empfehlung)
  • Betriebssystem Linux: Ubuntu 16.04 LTS 64Bit (Empfehlung)
  • Betriebssystem Windows: Windows 10 Home 64Bit
  • UMTS / LTE Modul: ohne UMTS / LTE Modul

Die verbaute Hardware befindet sich momentan im Highend-Bereich. Das Gerät wiegt 1,3kg und ist nur 18mm dick. Positiv fällt auf, dass das InfinityBook Pro 13 über eine LAN-Schnittstelle verfügt. Diese war leider beim Vorgänger nicht vorhanden. Ein Debian zu installieren war somit umständlich. Das sollte beim InfinityBook Pro 13 nun kein Problem mehr darstellen. Das Gerät verfügt weiterhin über ausreichend USB-Schnittstellen (2 x USB 3.1 Type A und 1 x USB Typ-C mit Thunderbolt 3), einen Card-Reader und auf Wunsch sogar über ein UMTS/LTE-Modul. Das macht dieses Notebook gerade auf Reisen interessant. Ein HDMI-Anschluss sowie ein MiniDisplay Port sind ebenfalls verbaut. Das matte 13 Zoll IPS-Panel Display löst in FullHD (1920 x 1080) auf und ist sehr hell und kontrastreich. Die Funktionstasten lassen sich durch spezielle TUXEDO-Anpassungen in Ubuntu steuern. Dadurch ist es möglich, nicht nur die Helligkeit des Displays sondern auch der Tasten stufenweise zu dimmen. Die Tastaturbeleuchtung kann im Übrigen auch vollständig ausgeschaltet werden. Die verbaute M.2 SSD EVO 960 von Samsung ist blitzschnell. Das vorinstallierte Ubuntu 16.04 LTS startet in 18 Sekunden. Der verbaute 36Wh Lithium-Ionen Akku fällt etwas kleiner als beim getesteten Vorgängermodell aus, ist jedoch sehr gut auf die verbaute Hardware abgestimmt. Nach den TUXEDO-eigenen Tests hält dieser bis zu 12h mit Kernel 4.11rc4. Ich kam leider mit dem Kernel 4.9 nur auf etwas über 10h. Ein besseres Energiemangement des Kernel 4.11 sorgt an dieser Stelle für bessere Werte in der Testumgebung des Herstellers. Da diese Tests aber nicht wirklich etwas mit der Realität zu tun haben, war es dennoch interessant, dass das InfinityBook im normalen Einsatz (abgedunkeltes Display, deaktiviertes Bluetooth und angeschlossene Funkmaus) auf immer hin 5:20 Stunden kam. Das sind deutlich bessere Werte als beim getesteten Vorgängermodell mit 45Wh. Die Steigerung beträgt damit knapp 40%. Besonders witzig bei den Geräten von TUXEDO ist die spezielle Tux-Taste, welche die gewohnte Windows- oder Super-Taste ersetzt. Hier erkennt man sofort welche Zielgruppe mit der Hardware in erster Linie angesprochen werden soll.

TUXEDO InfinityBook Pro 13
Logo auf dem Gehäusedeckel
TUXEDO InfinityBook Pro 13
Anschlüsse rechts
Anschlüsse links
Tux-Taste
Tastatur und Touchpad
Verarbeitungsschwächen am Gehäuse.

Der Intel Core i7-7500U arbeitet flott und geräuschlos mit ca. 46°C im Normalbetrieb. Ubuntu 16.04 LTS kommt gut mit der Grafik zurecht. Ich hatte diesbezüglich während des Einsatzes mit Ubuntu keinerlei Probleme. Beim Gaming via Steam musste als Referenz wieder „Duke Nukem 3D: Megaton Edition“ her halten. Hier stieg die Temperatur auf ca. 90°C an. Der Lüfter war erstmals richtig zu hören. Natürlich muss man sehen, dass es sich hierbei um ein Notebook handelt, welches für den alltäglichen Gebrauch gebaut wurde. Die Stärken liegen hier eindeutig im mobilen Office-Bereich.

Der Grundpreis des InfinityBook Pro liegt bei 1099,00€. Man kann dieses Gerät speziell nach seinen Wünschen anpassen lassen, sodass das Testgerät mit 1411,99€ zu Buche schlägt.

Ubuntu 16.04
Ubuntu Dash
Terminal (Kernelversion 4.9)
Ubuntu Dateien
Firefox

Fazit

Das InfinityBook Pro 13 ist ein gut verarbeitetes Notebook im ansprechenden Aluminiumgehäuse. Die Hardware ist auf dem neuesten Stand der Technik. Wahlweise kann das Gerät mit den verschiedensten Linux-Distributionen oder gegen Aufpreis mit Windows sowie als Dualboot mit Linux und Windows vom Werk aus bestellt werden. Das InfinityBook richtet sich an Entwickler und Leute die viel unterwegs sind und auf ein leistungsfähiges Notebook auf Reisen nicht verzichten möchten. Hierfür ist das 13 Zoll Display völlig ausreichend. Ein optionales UMTS/LTE-Modul sorgt für genügend Mobilität.

Kleine Mängel muss ich dennoch aufführen. So gibt es beim Gehäuse, in Höhe der Webcam, Verarbeitungsschwächen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die in der Branche übliche und in die Irre führende Bewertung der Akkulaufzeit. Ein anderes Problem stellt das Wlan-Modul des Pro 13 dar, welches auch bei diesem Gerät nicht mit freien Treibern arbeitet.

Trotz einiger Kritik würde ich das InfinityBook Pro 13 dennoch zum Kauf empfehlen. Der Kunde erhält aus meiner Sicht ein gut verarbeitetes und leistungsstarkes Gerät zu einem gerechtfertigten Preis.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit Windows 10 schlägt.

Autor: Frank Lüttig

Mein Name ist Frank, ich bin 1969 geboren und wohne in Halle (Saale). Ich bin ein technikbegeisterter Linux-User und berichte von Zeit zu Zeit auf intux.de über meine Erfahrungen im Bereich Open Source.

8 Gedanken zu „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 1“

  1. Schöner Text, vielen Dank für die Vorstellung.

    Ich hätte zwei Fragen zum Gerät, vielleicht magst du die in einem deiner folgenden Texte noch beantworten.
    – Ist es mölglich, eine zweite HDD/SSD selbst nachzurüsten?
    – Gibt es eine passende Dockingstation?

    Danke.

    1. Es ist möglich eine zweite Platte einzubauen. Dazu werde ich jedoch erst im dritten Teil näher eingehen. Ich werde das InfinityBook öffnen und zeigen, wie man das Pro 13 erweitern kann. Eine Dockingstation gibt es leider nicht. Ich persönlich halte sie für dieses Notebook eh für überflüssig. Da das Einsatzgebiet, wie schon erwähnt, mehr im mobilen Bereich liegt.

  2. Auch von meiner Seite vielen Dank für den Bericht. Ich habe mich vor kurzer Zeit wegen Hardwareneuanschaffung auch für Tuxedo interessiert, da hätte mir so ein Bericht schon weitergeholfen. Letztendlich bin ich jedoch wieder bei Lenovo hängen geblieben.

    Zum Notebook: ich muss sagen nach deiner Beschreibung passt der Namenszusatz „Pro“ nicht zu dem vorgestellten Gerät:

    – 5:20h Akkulaufzeit mit abgedunkeltem Display? Wäre für meinen Geschmack viel zu wenig, insbesondere in der Preiskategorie >1000€
    Hier würde mich mal interessieren, ob das Gerät mit einem Win 10 länger durchhält, sprich ob es wirklich am Kernel/den Energiesprarmechanismen liegt, oder ob der Akku einfach nich mehr hergibt.

    – Zitat: „Die Stärken liegen hier eindeutig im mobilen Office-Bereich.“ auch hier frage ich mich, warum man ein Gerät für den Office-Bereich als „Pro“ betitelt. Meiner Meinung nach sind Pro Geräte zum Entwickeln und für anpruchsvollere Aufgaben, wie z.B. auch mal eine Virtualisierung oder ähnliches, gedacht.

    – „durch spezielle TUXEDO-Anpassungen in Ubuntu steuern.“ auch das finde ich fragwürdig. Wie sieht das aus, wenn ich eine andere Distribution verwenden möchte?

    1. Die Akkulaufzeit sehe ich nicht ganz so kritisch. Ich habe bisher einige Geräte getestet. Das Pro 13 schneidet für ein Ultrabook schon nicht schlecht ab. Ich persönlich finde nur die Testmethoden für solche Geräte in der Computerbranche sehr fragwürdig. TUXEDO hält sich dort mit Sicherheit an die standardisierten Vorgaben.
      Im Moment teste ich gerade auf dem Gerät Windows 10. Da gibt es schon einige Unterschiede, wie ich bisher feststellen konnte. Dazu aber später mehr im zweiten Teil der Serie. Ich will natürlich noch einige Daten dazu sammeln.
      Übrigens ist auch das Testen mit anderen Distributionen ist vorgesehen. Auch hierzu muss ich entsprechen Daten sammeln. Das dauert eben alles seine Zeit. Aus diesem Grund finde ich übrigens so einen Langzeittest viel aussagekräftiger, wenn man mehrere Aspekte betrachten kann.

  3. Unter welchen Bedingungen kamst du auf die angegebenen 10 Std. Du schreibst selbst der Akku sei kleiner als beim Vorgänger, bei welchem du auf knapp 5 Std. kamst. Woher kommt die Verdopplung? Außerdem gibt nur Apple Akkulaufzeiten an die eingehalten werden. Aber das wollen Linux Nutzer meines Wissens nach ja nicht hören

    Ich schließe mich Tuxflo an. Das Pro passt irgendwie nicht zum Gerät selbst und TUXEDO schreibt in der Beschreibung dass der i7-7500U der stärkster Ultrabook-Prozessor sei, was übrigens gelogen ist da der i7-7600U der stärkste Ultrabook-Prozessor.

    @Bob deine Fragen beantworten sich mit Blick auf die Webseite von TUXEDO

    1. Die 10h wurden nach der auf der Herstelle-Seite beschrieben Testmethode ermittelt. TUXEDO schreibt hierzu:
      „Wir testen die Laufzeit unserer Notebooks immer im Leerlauf, bei minimaler Displayhelligkeit, mit deaktivierter Tastaturbeleuchtung, deaktiviertem WLAN & Bluetooth und ohne jegliche angeschlossenen Geräte (USB, LAN, HDMI, VGA, etc. abstecken!).“
      Die 5:20h wurden im normalen Betrieb erreicht. Dazu war das Display auf die dunkelste Stufe eingestellt. Eine Funkmaus war angeschlossen. Ich habe dabei an diesem Artikel geschrieben. Ein Browser, ein Grafikprogramm sowie die Textverarbeitung einer Office-Suite liefen parallel. Weiterhin war das Notebook über WLAN mit dem Internet verbunden.
      Eine bessere Akkulaufzeit gegenüber dem Vorgängermodell wurde erreicht, da der getestete Kernel wohl besser auf den aktuellen Prozessor abgestimmt ist. Mit Einführung des Kernel 4.11 sollte es hier nochmals zu einer kleinen Steigerung kommen, wenn man TUXEDO Glauben schenken darf.

    2. Interessant, ich lese nur „…Intels stärkster Ultrabook-Prozessor Core i7…“. Was ja auch stimmt. Bisschen mutig hier gleich mit „ist gelogen“ rumzuwerfen.

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