Nextcloud – Schutz vor Bruteforce-Attacken

Mit einer Passwortänderung die unangenehme Folgen hatte, musste ich letzte Woche kämpfen. Nach einem routinemäßigen Austausch des Nextcloud-Passworts stellte ich fest, dass sich der Client am Notebook nach dem Neustart nicht mehr mit meiner eigenen Cloud verbunden hat. Dieser Umstand war nicht schön, beunruhigte mich aber nicht weiter. Am Smartphone traten dann aber ähnliche Verbindungsprobleme auf. Auch der Nextcloud-Cliend für Android konnte nicht mehr auf den Raspberry Pi zugreigen. 

Sicherheitshalber wurde das neue Passwort meinerseits nochmal gecheckt. Dabei fiel auf, dass beim Login am Webinterface sehr viel Zeit verging, man sich danach aber wie gewohnt in der Cloud bewegen konnte. Ein wenig Recherche brachte dann die Lösung. Der durch Bruteforce-Attacken geschützte Zugang musste für die entsprechende IP zurück gesetzt bzw. entfernt werden. Dazu werden die IP-Einträge des Clients aus der Tabelle oc_bruteforce der MySQL-Datenbank gelöscht (xx.xx.xx.xx durch gesperrte IP ersetzen).

Anschließend konnten alle Clients, wie zuvor problemlos auf die Nextcloud zugreifen.

MySQL Bilder-Pfade anpassen

Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass einige Bilder-Pfade meiner Seite noch mit www. begannen und somit falsch verlinkt waren. Diese wurden, da noch kein ServerAlias (mit www.) in der Config des Virtual Host auf dem Server eingetragen war, nicht mehr im Browser dargestellt.
Ein kleiner Eingriff in die MySQL-Datenbank machte die Bilder aber wieder sichtbar.

Prosody – Migrator

Vor ein paar Tagen habe ich nachträglich Prosody auf meinem Server an eine MySQL-Datenbank angebunden. Diese Funktion hat einige Vorteile gegenüber der herkömmlichen Speicherung der Daten im Datenverzeichnis. 

Die Anbindung an MySQL ist relativ einfach. Deshalb möchte ich hierauf nicht weiter eingehen.

Mit dem Prosody Migrator kann man nun den Altbestand der User in die Datenbank übernehmen. Der Pfad des Datenverzeichnisses ist in meinem Fall /etc/prosody/data. Zu beachten wäre, dass alle schon vorhandenen User-Daten dabei überschrieben werden.

Um mit der Migration zu beginnen, wechselt man in das Verzeichnis in dem der Ordner „data“ liegt. 

Von der Beispiel-Konfiguration sollte man vorhe eine Sicherung anlegen.

Nun öffnet man die Config und bearbeitet diese folgendermaßen:

Hierbei ist der Pfad (falls data woanders liegt) sowie die Zugangsdaten zur MySQL-Datenbank anzupassen. Das Ganze speichert man mit Ctrl + o und verlässt den Editor mit Ctrl + x. Nun migriert man mit 

alle bestehenden Accounts. Erscheint

Migrating…
Done!

war die Migration erfolgreich.

Viel Spaß!

Und wie macht sich der Kleine so?

Vor über einem Monat habe ich einen Test gestartet, wobei nun alle Kontakte, Termine und Dateien meines Smartphones mit einem Raspberry Pi synchronisiert werden. Dazu wurde die Standard-Synchronisation dieser Dienste zu Google deaktiviert.

Auf dem Raspberry Pi läuft ein aktuelles Raspbian Jessie. Die Ports 21, 22, 80 und 443 wurden zu diesem Zweck (FTP, SSH, HTTP und HTTPS) am heimischen Router geöffnet. Um nun von außen einen Zugang zu bekommen, nutze ich den Dienst NoIP. So kann ich mit einer festen Internetadresse über die sich ständig ändernde öffentliche IP auf meinem Raspberry Pi zugreifen. Der RasPi gleicht diese IP mit dem installierten ddclient ab. Weiterhin sind der Webserver Apache2 und eine ownCloud installiert. Letztere dient der Speicherung der zuvor erwähnten Daten. Das Ganze wurde mit einem Let’s Encrypt Zertifikat verschlüsselt. 

Um diese Daten dann mit der Cloud zu synchronisieren, nutze ich mit dem Smartphone die drei kostenpflichtigen Apps CardDAV-SyncCalDAV-Sync und FolderSync. Am PC synchronisiert Debian 8 die Daten mit dem ownCloud Client. Kontakte und Termine werden im Mail-Programm Evolution abgegriffen.

Wie läuft das alles nun rückblickend?

Eigentlich erstaunlich gut und ohne Probleme meinerseits. Ein zwischenzeitlicher Ausfall, hatte mich aber kurzzeitig hierbei aus der Bahn geworfen. Mein Internet-Provider stellte ohne Ankündigung meinen Anschluss auf Port and Address Translation (PAT). Dabei war es nicht mehr möglich über die öffentliche IP auf mein Heimnetz zuzugreifen. Erst nach Rücksetzung durch den Support auf Network Address Translation (NAT) konnte ich meine Cloud wieder erreichen.

Fazit

Ja, es geht auch ohne Google, wenn man die Daten des Smartphones sichern möchte. Mit dieser Heim-Lösung bin ich im Moment sehr zufrieden. Die Anschaffungs- und Stromkosten eines Raspberry Pi inkl. Zubehör halten sich in Grenzen. Zudem nutze ich eine 64GB MicroSD, die wirklich sehr viel Spielraum zur Datensicherung bietet.

Übrigens gibt es CardDAV-Sync, CalDAV-Sync und FolderSync auch in kostenlosen Light-Versionen. Diese verfügen aber nicht über den vollständigen Funktionsumfang.

Ich habe hier anhand dieses Beispiels eine Einkaufsliste der eingesetzten Hardware zusammen gestellt.

Flightradar

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht gerade ein Freund der Fliegerei bin. Jetzt hat mich aber eine Geschichte der ganzen Sache etwas näher gebracht. Hierbei handelt es sich um Flightradar24. Dieser Dienst zeigt die Bewegung sämtlicher Flugzeuge am Himmel.

Flightradar24 finanziert sich zu einem Großteil durch Werbung. Diesen störenden Nebeneffekt kann man aber mit ein wenig technischem Aufwand umgehen.

Bei der Suche nach einem weiteren spannenden Projekt für den Raspberry Pi, habe ich nun entdeckt, dass man sich an Flightradar24 beteiligen und so in den Genuss eines werbefreien Premium-Business-Accounts kommen kann.

Was wird hierzu benötigt?

Zu allererst sollte man grundsätzlich bereit sein, Funksignale der sich im näherem Luftraum befindlichen Flugzeuge über den Raspberry Pi zu empfangen und diese an Flightradar24 zu übermitteln. 

Statistik

Viel technischen Schnick-Schnack braucht man dazu nicht. Es reicht ein Raspberry Pi, mit einer entsprechenden MicroSD die genug Platz für das OS Raspbian bietet. Ich verwende hier eine Speicherkarte mit 8GB. Diese verfügt über genug Reserven. Des Weiteren wird ein DVB-T Stick mit einem RTL2832U/R820T-Chip angeschlossen, welcher ADS-B Signale (Automatic Dependent Surveillance – Broadcast) empfangen kann. Eine Verbindung des Einplatinencomputers zum Internet ist Voraussetzung.

Post aus China
Raspberry Pi + Empfänger

Ist Raspbian installiert, wird folgender Befehl ausgeführt:

Hierbei wird das kleine Programm dump1090 installiert und konfiguriert. Es werden dabei Daten wie eMail-Adresse, Standort (Lat, Lon, Hight) sowie der verwendete Empfänger (z.B. Receiver selection – 1) abgefragt. Um die Daten dann auch entsprechend darstellen zu können, muss die Multilateration (MLAT) hier aktiviert werden. Nach Abschluss der Konfiguration erhält man von Flightradar24 eine eMail mit dem Sharing Key und dem Code der neu angelegten Empfangsstation.

Den Business-Account kann man nun mit der bei Flightradar24 während der Konfiguration hinterlegten eMail-Adresse anlegen und aktivieren.

Die lokale Hauptseite der Empfangsstation erreicht man über http://IP:8754. In meinem Fall ist das http://192.168.1.60:8754. Von dort gelangt man zur Liste der getrackten Flugzeuge und auch zu den Einstellungen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit von hieraus dump1090 zu beenden.

Hauptseite
getrackte Flugzeuge

Um nun die von der Station getrackten Flugzeuge sichtbar zu machen, gibt man in den Einstellungen http://IP:8754/settings.html unter „Process arguments“ folgende Zeile ein.

Einstellungen

Nun werden alle empfangenen Flugzeuge über http://IP:8080 in Google Maps oder OpenStreetMap dargestellt.

Darstellung der getrackten Flugzeuge
Flightradar24 (Business-Account)

Nach jedem Neustart des Raspberry Pi wird auch dump1090 automatisch ausgeführt. Hat man jedoch den Dienst beendet, so lässt sich dieser über

wieder aktivieren.

Wenn dump1090 längere Zeit (48h) keine Daten übermittelt, wird der Account stufenweise herunter gefahren bis der Raspberry Pi wieder an Flightradar24 Signale sendet. Nach 7 Tagen ohne Signal steht der Account auf Basic. Hierzu findet man Folgendes:

If You Are Sharing Data with Flightradar24

We’ve upgraded your existing Premium account to our new Business subscription! In addition to the detailed live flight information included as part of our Gold subscription, our Business subscription also includes access to a full year of historical data and the ability to download individual flights in KML or CSV format. You also have access to our new Airport and Fleet views. You can learn more about our Business subscription in our introductory blog postor by visiting our Premium page.

Your Business subscription will remain active as long as you are sharing data with Flightradar24. If you stop sharing data, your subscription will be downgraded to Gold after 48 hours. If we have not received data from you for 7 days, your subscription level will return to Basic.