TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 5

Vor einigen Wochen ging die Nachricht durch die Community, dass TUXEDO eine eigene Distribution veröffentlicht.

Was ist da nun genau dran?

Hierzu TUXEDO im eigenen Blog:

Nein, eine eigene Distribution haben wir nicht aus der Taufe gehoben. Das würde auch gar keinen Sinn ergeben – denn auf den nächsten Fork von Ubuntu oder ähnliches hat sicher niemand gewartet!

Was wir aber gemacht haben, ist ein stark an die Bedürfnisse unserer User angepasster Desktop. Mit eigenem Theme, eigenen Icons, eigenem Boot-Logo und und und. Natürlich haben wir hier auch direkt die neueste Firmware, die neuesten NVIDIA-Treiber (falls notwendig) und bereits Kernel 4.11 vorinstalliert! Von unseren Konfigurationsanpassungen am GRUB und Optimierungen an anderen systemrelevanten Dateien ganz zu schweigen.
Durch diese Anpassungen und die neuesten Treiber & Kernel kommen wir auf deutlich gesteigerte Leistungswerte und Akkulaufzeiten unserer Geräte gegenüber einer Standardinstallation. Diese Auswirkungen sollte man nicht unterschätzen!

Das wollte ich mir jetzt einmal etwas genauer auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 ansehen. Dazu habe ich mich des tuxedoeigenen Tools WebFAI bedient, welches es ermöglicht die optimierte TUXEDO-Version von Xubuntu für das InfinityBook aus dem Netz zu installieren.

WebFAI – Auswahl der installierbaren Betriebssysteme

Wie kommt das modifizierte Xubuntu nun auf das InfinityBook Pro 13?

Dazu verbindet man das Notebook via LAN mit dem Internet und steckt einen FAT32-formatierten USB-Stick mit den WebFAI-Daten in das Gerät. Das Pro 13 wird gestartet und die Einstellungen dahingehend geändert, dass das InfinityBook vom Stick bootet. Wie auf der Abbildung zu sehen ist, kann nun das zu installierende Betriebssystem ausgewählt werden. In diesem Fall Xubuntu 16.04 LTS. Neben Xubuntu stehen übrigens noch weitere Distributionen wie Ubuntu Cinnamon, Ubuntu, Ubuntu Mate, Kubuntu oder elementary OS zur Auswahl bereit. Die entsprechenden Daten zieht sich dann das Notebook aus dem Netz und installiert die angepasste Xubuntu-Version.

Xubuntu Desktop mit aufgeklapptem Menü
Xubuntu mit Kernel 4.11

Bevor jedoch Xubuntu auf dem Testgerät installiert wurde, habe ich die BIOS und EC Firmware noch auf den neuesten Stand gebracht.

Firmwareupdate

Xubuntu kam zum Zeitpunkt der Installation mit dem Kernel 4.11. Inzwischen wurde jedoch die Version 4.12 über die Paketquellen eingespielt. 

Wie läuft die modifizierte Version?

Das InfinityBook startet in knapp 28 Sekunden. Das ist nicht so flott wie unter Ubuntu oder Debian. Die Akkulaufzeit konnte mit deaktivierter Tastaturbeleuchtung, abgeschaltetem Bluetooth und minimaler Displayhelligkeit bei normaler Anwendung (Internet, Text- und Grafikbearbeitung) auf immerhin 8:00h gesteigert werden. Im üblichen Standby-Test schafft das Pro 13 ca. 14:00h. Das TUXEDO-Xubuntu sieht sehr angenehm aus, lässt sich gut bedienen und ist nicht so ressourcenhungrig wie ihre größeren Brüder. Das Betriebssystem ist schick, arbeitet gut und ohne größere Probleme. Im Normalbetrieb lief der Intel Core i7-7500U mit 44°C. Die Temperaturen lagen so ca. 2°C unter denen von Ubuntu und Debian.

Negativ fielen allerdings zwei Dinge auf. Zum Einen hatte ich Probleme mit meiner zwischenzeitlich angeschlossenen Bluetooth-Maus. Diese fängt plötzlich an zu hängen und streikt. Nach ein paar Sekunden war sie aber immer wieder einsatzbereit. So konnte ich mit diesem Eingabegerät nicht wirklich arbeiten. Unter den zuvor auf diesem Gerät getesteten Systemen Ubuntu, Debian und Windows gab es hingegen keine Schwierigkeiten mit dem selbigen Modell. Die Bluetooth-Maus wurde gegen eine Funkmaus ausgetauscht, welche problemlos arbeitete. Ein zweites Problem tat sich auf, als sich das InfinityBook in den Bereitschaftszustand versetzt hat. Das Gerät ließ sich zwar aufwecken, jedoch blieb dann der Bildschirm dunkel. Erst wenn man über die Funktionstasten die Helligkeit um eine Stufe erhöht, lässt sich das Bild zurück bringen, um mit dem Gerät weiter arbeiten zu können. Diese Problem gab es allerdings nur mit einem auf niedrigster Helligkeitsstufe angesteuertem Display (siehe Bild).

Xubuntu 16.04 auf niedrigster Helligkeitsstufe

Fazit

Das von TUXEDO modifizierte Xubuntu ist für das InfinityBook Pro 13 optimiert. Mit dieser Version kann die Akkulaufleistung noch einmal deutlich gesteigert werden. Das OS tut ansonsten genau das was der Anwender erwartet. Probleme gibt es allerdings beim Aufwecken aus dem Bereitschaftszustand, wenn das Display mit minimaler Helligkeit angesteuert wird. Der Bildschirm bleibt nach dem Aufwecken schwarz. Des Weiteren können Bluetooth-Verbindungen abreißen. Hier ist etwas Handarbeit am System notwendig.

Xubuntu auf dem InfinityBook Pro 13 ist sicher Geschmacksache. Ein Ubuntu, Debian oder sogar Windows laufen auf dem Gerät aus meiner Sicht deutlich stabiler. In Puncto Mobilität ist aber die von TUXEDO angepasste Version kaum zu schlagen.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit Debian Testing Xfce schlägt. 

Angriff auf Joomla!-Installation

Vor ein paar Tagen wurde eine auf meinem vServer laufende Joomla!-Instanz massiv angegriffen. Der Inhaber dieser Seite bekam in ca. einer Stunde über 600 Mails vom Nachrichtensystem. So etwas ist bedauerlich und nicht gerade schön mit anzusehen.

Was war passiert?

Die Analyse des Logs /var/log/mail.log zeigte, dass Mails im 5-6 Sekunden-Takt vom Server an den Administrator gesendet wurden. 

Was wurde kurzfristig unternommen?

Zu allererst wurde der Versand der Systemmails der Joomla!-Installation deaktiviert. Damit konnte die Spam-Welle vorerst gestoppt werden. Bei der weiteren Analyse stellte sich heraus, dass die User-Registrierung aktiv war und sich über 600 User registriert hatten. Die dazu verwendeten eMail-Adressen hatten alle die Domain-Endung .ru. Im nächsten Schritt wurde die Registrierung ebenfalls deaktiviert. Warum diese aktiv war, kann ich leider nicht mehr nachvollziehen. Alle verdächtigen registrierten User der Seite wurden gelöscht.

Wie ging es weiter?

Da ich zu dem Zeitpunkt immer noch nicht genau wusste was genau passiert war, habe ich ein älteres Backup der Datenbank eingespielt (zum Glück werden Backups der Datenbanken, wie im Artikel „MySQL- Sicherung ohne Passwort im Script“ beschrieben, täglich automatisch angelegt). Nach dem Einspielen stellte sich heraus, dass hier nur die bekannten Administratoren als Benutzer in der Joomla!-Installation gespeichert waren. Die Registrierung wurde wieder deaktiviert und so die Sicherheitslücke geschlossen. Abschließend habe ich nachgeschaut, ob Dateien oder Verzeichnisse der Joomla!-Installation in den letzten Tagen verändert wurden. Dazu wechselte ich in das entsprechende Verzeichnis

und suchte die Änderungen der Dateien der letzten fünf Tage

Ausgabe:

sowie den Änderungen der Verzeichnisse

Ausgabe:

Die Dateien und Verzeichnisse wurden dann meinerseits überprüft. Da es hier keinerlei Auffälligkeiten gab, konnte auf das Einspielen eines Backups der kompletten Installation verzichtet werden.

Was war nun tatsächlich passiert?

Es konnten sich von außen User registrieren. Die so erstellten Accounts wurden aber nicht aktiviert, da die angegeben eMail-Adressen wahrscheinlich nicht valide waren. Das System verschickte jedoch bei jeder neuen Registrierung eine entsprechende eMail an den Superadministrator. So kam es zu einer massiven Welle von Registrierungsbestätigungen. Da die registrierten Accounts nicht aktiviert werden konnten, hatten die Aktionen keine Auswirkungen auf das System.

Kann das nochmal vorkommen?

Durch die deaktivierte Registrierung kann es zu dieser Art von Angriffen nun nicht mehr kommen.

Nextcloud-Client – Quelle kaputt

Wer den Nextcloud-Client wie im Artikel „Nextcloud-Client für Debian 9“ beschrieben installiert hat, wird evtl. festgestellt haben, dass die Quelle von opensuse.org kaputt ist.

Terminalausgabe

Abhilfe schafft ein Austausch des vorhandenen Eintrags in der /etc/apt/sources.list.d/nextcloud-client.list. Dazu öffnet man diese mit:

Nun wird die Zeile

durch

ersetzt und die neue Quelle mit

verifiziert.

Viel Spaß!

Stretch auf den Raspberry Pi

Gestern habe ich nun auch meinen Raspberry Pi Raspbian Stretch spendiert. Ich war dabei etwas skeptisch, ob Flightradar mit dem neuen stabilen OS zurecht kommt. Meine Bedenken waren aber völlig unbegründet.

Zuerst wird in der /etc/apt/sources.list

 „jessie“ durch „stretch“ ersetzt und die Datei mit Ctrl + o gespeichert und der Editor mit Ctrl + x verlassen. Dann werden die Quellen neu eingelesen

und Stretch installiert.

Zum Schluss sollte man mit

noch etwas aufräumen.

InfinityBook Pro 13 – Randnotiz

Im Moment läuft bei mir auf dem InfinityBook Pro 13 der Firma TUXEDO Debian Testing mit Kernel 4.12. Wie schon erwartet (siehe Artikel „TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 3„), konnte die Akkulaufzeit mit Kernel 4.11 noch einmal deutlich gepusht werden. Im Normalbetrieb mit WLAN und angeschlossener Funkmaus konnte ich eine Steigerung von 5:20 Stunden auf immerhin 7:00 Stunden verzeichnen. Damit kommt es zu einem Zuwachs von immerhin knapp über 30% gegenüber Ubuntu 16.04 LTS. Im hier schon oft erwähnten Standby-Test gibt das Pro 13 übrigens erst nach immerhin 14 Stunden auf.

Debian Testing Desktop
geschätzte Akkulaufzeit während des Betriebs

Fazit

Ab Kernel 4.11 kann man, wie auch unter der von TUXEDO angepassten Xubuntu-Version, mit deutlich längeren Akkulaufzeiten des TUXEDO InfinityBook Pro 13 rechnen. Damit kann auf dem Gerät schon fast das Energieverbrauchsniveau wie unter Windows 10 erreicht werden. 

TUXEDO InfinityBook Pro 13 – Teil 4

Ubuntu 16.04Windows 10 und Debian 9 konnte ich bislang auf dem TUXEDO InfinityBook Pro 13 testen. Nun geht es an das Innere des Pro 13. Das Gerät wird wie hier von TUXEDO beschrieben geöffnet.

Quelle: YouTube

Nach dem Lösen von 15 Schrauben und der Entfernung des Bodens erhält man einen Überblick über die Erweiterbarkeit, die zur Verfügung stehenden Schnittstellen bzw. die austauschbaren Komponenten.

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 von innen

Die wichtigsten Komponenten und Schnittstellen sind auf dem Bild farblich markiert. Oben links sieht man den Lüfter, welcher bei Bedarf mit Pinsel, Sauger oder Druckluft leicht vom eingezogenen Staub befreit werden kann. Rechts daneben befinden sich zwei SO-DIMM-Sockel, in denen beim Testgerät ein 16GB-Riegel verbaut ist. Da nur ein Sockel belegt ist, besteht die Möglichkeit den RAM des InifinityBook problemlos zu erweitern. Rechts daneben sieht man drei M.2-Ports. Der obere mit 42mm ist mit dem WLAN-Modul belegt. Daneben befindet sich die CMOS Batterie, welche gewechselt werden kann. Der darunter liegende 60mm-Steckplatz ist frei. Wiederum darunter, im 80mm-Port, befindet sich die M.2 NVMe SSD 250 GB Samsung 960 EVO. Unten links hat man die Option eine 2,5″ HDD/SSD in den für SATAIII-Festplatten vorgesehenen Stauraum einzubauen. 

InfinityBook Pro 13 mit zusätzlich eingebauter 2,5″ SSHD

Rechts daneben ist der Akku verbaut, welcher mit ein paar Handgriffen (lösen von 5 Schrauben) ausgebaut bzw. gewechselt ist.

ausgebauter Akku

Die Lautsprecher des InfinityBookPro 13 liegen, wie man auf den Bildern erkennen kann, links neben dem SATAIII-Port und rechts neben dem Akku.

Ansicht Akku, M.2-Ports
Ansicht Lüfter, 2,5″ SATAIII-Port

Fazit

Das TUXEDO InfinityBook Pro 13 lässt sich recht gut und leicht erweitern. Arbeits- und Festplattenspeicher können einfach hinzu gesteckt werden. Der Arbeitsspeicher kann maximal bis auf 32 GB DDR4 aufgerüstet werden. Beim Massenspeicher hat man die Wahl zu einer M.2 SSD zu greifen oder eine 2,5″ SATAIII HDD, SSHD bzw. SSD zu verwenden. Der Akku ist zwar fest verbaut, lässt sich jedoch gut demontieren und bei Bedarf durch einen neuen ersetzen. Die CMOS-Batterie sowie das WLAN-Modul können ebenfalls schnell gewechselt werden.

Bei der Montage bzw. Demontage sollte man darauf achten, dass sensible Aluminiumgehäuse vor Kratzern entsprechend zu schützen.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich berichten, wie sich das TUXEDO InfinityBook Pro 13 mit dem von TUXEDO angepassten Xubuntu schlägt.

Wie wäre es mit einem Rolling Release?

Ein Rolling Release ist schon eine feine Sache. Ständig wird das Betriebssystem mit neuen Software- und Sicherheitspaketen versorgt. Neuere Kernel finden zeitnah den Weg ins Projekt. Das System ist somit immer aktuell.

Was gibt es nun für Möglichkeiten? Typische Vertreter der Rolling Releases sind Arch, Gentoo, Solus oder Manjaro. Ich habe mich jedoch vor einigen Tagen für Debian Testing entschieden. An dieser Stelle muss man aber erwähnen, dass es sich beim Testing-Zweig nur solange um ein Rolling Release handelt bis Testing den Status Freeze erreicht. Dieser Status hält ca. drei bis vier Monate an. In dieser Zeit werden keine neuen Softwarepakete und Kernel mehr aufgenommen. Nur noch Sichereitsupdates fließen in das Projekt, bis Debian eine neue stabile Version veröffentlicht. Testing wird dann zu Stable und alles beginnt von neuem. Da es also einen gewissen Zeitrum gibt, wo keine Neuerungen in Debian Testing einfließen, ist Testing kein wirkliches Rolling Release.

Entsprechende Images werden wöchentlich hier zur Verfügung gestellt.

Wie wechselt man hingegen von Debian Stretch auf Debian Testing. Das ist relativ einfach. Zuerst bearbeitet man die /etc/apt/sources.list. Hierbei sollten alle Fremdquellen auskommentiert werden. Danach werden die Einträge „Stretch“ durch „Testing“ ersetzt. (siehe Screenshot)

/etc/apt/sources.list

Das Upgrade  wird dann wie folgt angestoßen.

Bevor man sich auf Debian Testing einlässt, sollte man zuvor natürlich ein Backup anlegen!

Debian GNU/Linux buster/sid 64 Bit

Es kann natürlich beim Einsatz zu Problemen kommen. Bugs werden i.d.R. aber schnell gefixt.