… und es hat Bing gemacht!

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andrekheren / Pixabay

Es waren zwei Königskinder,
die hatten einander so lieb,
sie konnten beisammen nicht kommen,
das Wasser war viel zu tief.

OnePlus und Cyanogen Inc. waren zwei die zusammen gehörten und es dennoch nicht geschafft haben ihre Differenzen zu überwinden. Als im Januar 2014 OnePlus die Partnerschaft mit CyanogenMod bekannt gab, kochten die Wellen hoch. Nach der Markteinführung des OnePlus One, welches nur über ein nicht unumstrittenes Einladungs-System gekauft werden konnte, wollte „jeder“ ein One sein Eigen nennen. Die Euphorie hielt nicht ganz ein Jahr und die Partnerschaft zeigte erste Risse. Diese waren wohl zu groß, um am Projekt festzuhalten. OnePlus und die inzwischen neu gegründete Firma Cyanogen Inc. trennten sich. OnePlus suchte sein Glück in der Paranoid-Community, warb Entwickler ab und setzte alles an das nun im eigenen Haus entwickelte ROM Oxygen. Auch Cyanogen Inc. hat große Ziele. So war davon zu Lesen man wolle „Android von Google befreien“. Auch hier wurden neue Partnerschaften mit Smartphone-Herstellern geschlossen. Um diese ehrgeizigen Ziele zu finanzieren, ging man noch einen weiteren Weg. Cyanogen Inc. schloss in diesem Jahr eine strategische Partnerschaft mit Microsoft.

Ich besaß bis zum Herbst 2014 ein Samsung Galaxy Nexus. Der Kauf  war damals eine gute Entscheidung. Das Nexus wurde immer mit den neuesten Updates von Android versorgt, bis zum Erscheinen von Android 4.4 KitKat. Als der Support auslief ärgerte mich das wahnsinnig, wie viele andere User im Übrigen auch. Das Nexus wollte ich noch nicht in Rente schicken und so kam ich zu CyanogenMod. Obwohl das Rooten und das Aufspielen des Custom ROMs unter Linux nicht so einfach waren wie mit der CyanogenMod-App unter Windows, fand ich zunehmend Gefallen an diesem Custom ROM. Die Möglichkeit sich zur Not jeden Tag ein Nightly zu ziehen sowie die erweiterten Einstellmöglichkeiten fand ich super. Mein Nexus lief nun mit KitKat! Die Freude hielt aber nicht allzu lange. Irgendwann gab das Nexus auf und es musste ein neues Smartphone her. Folgende Frage stand nun im Raum:

Kaufe ich nun ein Nexus oder ein OnePlus One?

Ich wollte nun unbedingt das One, womit ich auch bis jetzt recht zufrieden bin. Wenn mich aber jetzt jemand fragt, ob ich mir wieder ein Smartphone aus dem Hause OnePlus kaufen würde, dann  würde ich mit einem klaren Nein antworten! Das, was das One zu seiner Zeit ausmachte, war das CyanogenMod. Die kommerzielle Variante heißt inzwischen Cyanogen OS. Mit Oxygen ist der Nachfolger das OnePlus Two, trotz guter Hardware, nur ein Handy von vielen.

Gestern erhielt ich, wenn man der Community glauben darf, das letzte Update Cyanogen OS 12.1 mit Android 5.1.1. Die Sicherheitslücke „Stagefright“ wurde geschlossen. Ob es wirklich das letzte Update ist, wird sich zeigen.

Der erste Eindruck ist recht gut. Alles läuft sauber und flott, wie erwartet. Ein paar nette optische Anpassungen gab es auch. Was jedoch wahrscheinlich nicht nur für mich beunruhigend ist und mich in der Meinung bestärkt kein Smartphone mehr mit einem Cyanogen OS zu kaufen, ist die Tatsache, dass man nun deutlich die Präsenz von Microsoft spürt. Dies merkt man nicht nur beim Öffnen des neu hinzu gefügten „Browsers“ (deinstallierbar), der Bing zur Suche verwendet. Auch Chrome verwendet Microsofts hauseigene Suchmaschine auf der neu angelegten Startseite. Dies kann man zwar ändern oder zurücksetzen, jedoch bleibt ein fader Beigeschmack. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die ersten MS-Apps im Cyanogen OS auftauchen. Ein Trost – das Community-ROM CyanogenMod soll nach Aussagen der Entwickler auch in Zukunft keine MS-Apps erhalten.

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Fazit

OnePlus und Cyanogen Inc. haben aus meiner Sicht ihr Pulver verschossen.

7 Kommentare

  1. Ja so geht es mir mittlerweile auch. Hab im Moment Paranoid Android auf dem Oneplus One, aber so 100% zufrieden bin ich auch nicht damit. Und da cynogen erstmal voll verk… hat bei mir wegen der Microsoft cooperration, bleiben gar nicht mal so viele custom Roms über.

  2. Abwarten. Bing als Standardsuchmaschine ist doch noch auszuhalten – Microsoft will halt was sehen für die Investition. Von Firefox bin ich inzwischen schlimmere Dinge gewöhnt :).

  3. Wie wäre es dann mit einem Ubuntu Phone. Eine ganz andere Richtung, aber vollständig Open Source. Bei Android ist eben nicht alles offen und bei Microsoft schon gar nichts.
    Da darf man sich nicht über Daten-Spionage wundern.
    Ich nutze mein Ubuntu Phone schon seit April und bin absolut zufrieden.
    Zumal es immer mehr Richtung Konvergenz geht.
    Man hat das selbe Betriebssystem wie auf dem Desktop und kann die selbe Software installieren wie auf dem Desktop. Schließt man an das Phone eine Maus an (USB/Bluetooth) hat man exakt den gleichen Desktop wie auf dem PC. Ohne Maus dann wider dem Smartphone Desktop.

    • Naja, das ist schon eine tolle Sache. Wenn Canonical das mal richtig hinbekommen würde wäre das echt eine Alternative. Ich habe nur das Gefühl man tritt dort seit Jahren auf der Stelle.
      Trotzdem würde ich das Ubuntu Phone gern mal testen.
      Wenn du magst dann kannst du gern hier auf intux.de einen Artikel über das Handy verfassen. Na, wie wärs?

  4. Na ich bin nicht so der großartige Schreiber.
    Habe damals ein Unboxing-Video gemacht, als ich das Ubuntu Phone ausgepackt habe. https://www.youtube.com/watch?v=nsulHrGUNEI
    Sollte mal noch ein weiterführendes Video machen, zumal ich auch noch das größere BQ Aquaris E5 Ubuntu Phone hier habe, als Testgerät. Ist im Grunde 100% genau das selbe, nur eben ein 4″ statt ein 3.5″ Display.
    Was ich aber gerne hätte, ist das Meizu MX4 Ubuntu Phone. Das ist von der Leistung her wesentlich besser.

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