Lenovo ThinkPad E550 im Test

Das E550 habe ich nun ca. drei Wochen im Einsatz. Einige Dinge konnte ich bisher testen. Um eines gleich vorweg zu nehmen, das ThinkPad läuft mit Ubuntu 14.04.2 „out of the box“.

Ich habe das E550 mit 16GB Ram, einem i7-Prozessor, einer AMD Radeon R7 2GB Grafikkarte, einem Hybrid-Festplattenlaufwerk mit 500 GB + 8 GB, 5400 U/min und ohne Fingerprint direkt bei Lenovo bestellt. Zu den Spezifikationen gehören weiterhin eine Webcam, ein Dual-Layer DVD-Brenner, ein Kartenleser, drei USB 3.0 Schnittstellen, ein Audio-Anschluss, ein HDMI-Ausgang, eine LAN-Schnittstelle sowie Bluetooth und WLAN. Die Lieferung des ThinkPads in dieser Zusammenstellung dauerte ca. zwei Wochen. Das E550 kam mit vorinstalliertem Windows 8.1.

Das Notebook macht einen recht guten Eindruck. Das Gehäuse ist aus Kunststoff und gut verarbeitet. Die Tastatur fühlt sich perfekt an. Die Tasten haben einen langen und festen Anschlag, was mir sehr gut gefällt. Nach dem ersten Start ging es gleich ins UEFI. Hier wurde Secure Boot deaktiviert und UEFI/Legacy Boot auf [Legacy only] gesetzt. Danach war das Aufspielen von Ubuntu ein Kinderspiel. Zuerst habe ich auf dem Edge Ubuntu 14.04.2 LTS installiert. Dabei wurde während der Installation eine Partition mit 50GB für das System-Verzeichnis und eine Partition mit 440GB für das Home-Verzeichnis erstellt. Der Rest blieb für die Swap-Partition übrig. WLAN wurde problemlos erkannt. Im Anschluss spielte ich meine Déjà-Dup-Datensicherung auf das neue Gerät. Der erste Start unter Ubuntu dauerte 30 Sekunden. Nach dem Systemstart läuft der freie X.Org AMD/ATI-Grafiktreiber, welcher den VGA compatible controller: Intel Corporation Broadwell-U Integrated Graphics in einer Auflösung von 1920 x 1080 ansteuert. Ein Umstellen auf den proprietären AMD lässt jedoch das System unweigerlich crashen. Das Touchpad inkl. Klicktasten und TrackPoint sind ebenfalls sofort einsatzbereit, wie auch Bluetooth. Das Touchpad beherrscht jedoch nicht die Zweifingerbedienung wie das Scrollen. Der 15,6“ FHD Anti-Glare – Bildschirm ist recht scharf, jedoch liegt ein Moiré auf dem gesamten Screen. Man kann hier bei genauem Hinsehen die einzelnen Subpixel erkennen. Das ist recht merkwürdig, doch für den gedachten Einsatzbereich des ThinkPads (Für Kleinunternehmen konzipierte Notebooks) kein Problem. Auch mit dem nötigen Sichtabstand zum Bildschirm fällt es kaum ins Gewicht.

Der erste Gesamteindruck ist also recht positiv. Das Notebook ist schnell und sehr leistungsstark. Der Lüfter ist selten in Betrieb und wenn dann kaum hörbar.

Ubuntu GNOME 14.04.2 LTS Trusty Tahr ist inzwischen auf dem E550. Auch hier läuft die Installation unter 14.04 LTS wie am Schnürchen. Der Systemstart ist ebenfalls in 30 Sekunden abgeschlossen.

Die vom Hersteller versprochene Akkulaufzeit von 9h ist sehr hoch angesetzt. Unter normalen Arbeitsbedingungen (gedimmter Bildschirm, Dokumentenbearbeitung etc.) sind durchaus mehr als fünf Stunden realistisch.

Von einer aktuellen Installation von Ubuntu oder Ubuntu GNOME 15.04 ist jedoch Anfängern abzuraten, da es hier Probleme mit der WLAN-Verbindung geben kann. Auch Debian 8 läuft bei mir nicht sauber auf dem E550. Der Desktop wechselt im Test immer wieder sporadisch auf den Anmeldebildschirm.

Fazit

Das ThinkPad E550 ist ein guter leistungsstarker Allrounder der mit leichten Schwächen in der Darstellung mit der aktuellen Long Term Support Version 14.04.2 von Ubuntu gut zusammen arbeitet. Die Akkuleistung ist dabei mehr als akzeptabel.

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Nachtrag

Folgende Artikel sind zu berücksichtigen:

Autor: Frank Lüttig

Mein Name ist Frank, ich bin 1969 geboren und wohne in Halle (Saale). Ich bin ein technikbegeisterter Linux-User und berichte von Zeit zu Zeit auf intux.de über meine Erfahrungen im Bereich Open Source.

8 Gedanken zu „Lenovo ThinkPad E550 im Test“

  1. Von angepeilten 9h Akku nur ca. 5h übrig, ist sehr mager für meinen Geschmack. Unter Linux gibt es diverse Tools, was helfen kann die Akkulaufleistung zu erhöhen. Ich würde es zumindest versuchen.

    mfg

  2. Bspw. dieses kann ich zum Strom sparen empfehlen: thinkwiki.de/TLP_-_Linux_Stromsparen

    Wobei die einzigen wahren Thinkpads die der T- und X-Serie sind.

    1. Ich habe TLP gerade angetestet. Zwar wird dir eine längere Laufzeit angezeigt, doch bekommt das Notebook etwas Last ist kein Unterschied mehr erkennbar. Nach dem ersten Standby geht auch die Verbindung zur Bluetooth-Maus verloren. Für meine Zwecke ist das Ganze wohl kaum praktikabel.

    1. Nach acht Monaten produktivem Einsatz des E550, ist nun eine ganze Menge an Paketen installiert. Der Systemstart liegt aktuell bei 40 Sekunden. Im E550 ist eine SSHD verbaut. Die ist schon recht flott.

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