Sound-Cloud oder MP3-Recycling à la Steve

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HOerwin56 / Pixabay

Vor einigen Jahren, in Zeiten als Speicherplatz noch recht teuer war, rippte ich meine CDs noch mit dem Audiograbber unter Windows. Die Zeiten ändern sich ja bekanntlich. Die Speicher-Preise verfielen zusehens. Musik kauft man inzwischen online. CD-Sammlungen sind out. Auch die vorherrschende Meinung eine höhere Bitrate von 192kBit/s macht keinen Sinn, da das menschliche Gehör das eh nicht wahrnimmt hat sich bei den Experten geändert. Online gekaufte Musik hat in der Regel heutzutage eine bessere Qualität. Inzwischen ist bei mir Windows einem Linux gewichen.

Meine MP3s wurden damals auch so von mir mühsam mit 192kBit/s erzeugt. Da ich nun mittlerweile Musik über Google Play kaufe und diese dann zu Hause problemlos via WLAN auf mein Smartphone lade, wird für mich privat die Google Sound-Cloud immer wichtiger. Man muss dazu sagen: es geht auch anders, via ownCloud etc.

Als ich vor zwei Jahren die Biographie von Steve Jobs las, fand ich diesbezüglich eine Passage interessant. Und zwar ging es um die private Musik, mit der man iTunes füttert. Läd man seine Musik in iTunes in schlechterer Qualität hoch als diese dort in den Bibliotheken vorhanden ist, so hat man später Zugriff auf die beste Qualität die iTunes zu bieten hat.

Nun zurück zur Sound-Cloud von Google. Ich dachte mir, warum soll Google das nicht auch bieten? Also begann ich meine komplette private Musik hochzuladen. Zum einen kann ich auf Android-Endgeräten diese nun streamen, zum anderen direkt auf das Gerät laden. Hierbei merkte ich, dass Google den gleichen Weg wie iTunes geht und ich nun meine Musik, wenn diese in Google Play vertrieben wird, in bester Qualität zurück erhalte. Selbst wenn ich diese Musik wieder als MP3 downloade, bekomme ich die Titel in der Regel mit 320kBit/s.

So konnte ich nun Platz auf meinem Notebook schaffen und verwalte meine Musik jetzt online. In der Regel werden hier auch die entsprechenden Cover hinzugefügt. Für mich ist das eine runde Sache.

Zu erwähnen wäre aber noch, dass man um diesen Dienst zu nutzen eine Kreditkarten-Nummer hinterlegen muss. So kann man dann auch bequem später Musik online kaufen. Des Weiteren wird der Google Music Manager benötigt, um die Stücke in die Sound-Cloud zu laden. Hierbei ist es möglich bis zu 20.000 Titel dem Account hinzuzufügen. Der Google Music Manager ist für Linux, Windows und Mac OS erhältlich und kann hier herunter geladen werden.

15 Kommentare

  1. Womit man sich dann in die Abhängigkeit von Google begibt. Ich höre meine Musik meist offline, vom dedizierten Mediaplayer (um den Begriff „MP3“-Player zu vermeiden). Darauf kommt dann je nach Situation MP3 V0, AAC, Opus oder FLAC. Musik kaufe ich mir entweder online (mit DRM-freiem V0- oder FLAC-Download) oder auf CD und anschließender Digitalisierung.

  2. Hallo

    Du solltest vieleicht einen Deutsch-Kurs besuchen. Soviele Fehler schon in einem Absatz sind ätzend und machen nicht wirklich Lust, den Rest zu lesen. Inhaltlich sage ich nur – eine Software von Google zu bewerben ist schon grenzwertig zur Verblödung. Google ist Big Brother – Finger weg !

  3. Die „musiktechnische Revolution“ der vergangenen 20 Jahre beruht darauf, dass das Medium keine Rolle mehr spielt. Mit der zunehmenden Bandbreite des Internets war davon auszugehen, dass die Inhalte über Streamingdienste angeboten werden. Die Dienste entlasten die Benutzer, die „alten Medien“ zu digitalisieren und vor allem über Jahrzente zu erhalten. Das ist zwar sehr angenehm, aber es gibt Schattenseiten dieser Änderung: 1) Du besitzt das Medium nicht mehr, nur noch die Rechte zum Abspielen 2) Du begibst Dich in völlige Abhängigkeit anderer. 3) Der Anbieter kennt Dein Verhalten bis ins letzte Detail. Daher hat die Enscheidung „Google Music Manager“ oder einen anderen Dienst einzusetzen, eine grundlegende wenn nicht sogar eine gesellschaftspolitische Dimension. Für mich ist die Sache klar. Solange man Medien selber besitzen kann, werde ich sie erwerben, digitalisieren und bewahren. Nur das garantiert mir meine Unabhängigkeit. Im übrigen wurden dieses Jahr nach 18 Jahren die meisten Vinyl-Platten verkauft: http://www.bbc.com/news/technology-30216638 Die Japaner weigern sich konsequent gegenüber Musik-Download und Streaming.Diensten. Dort ist die Ausio-CD nach wie vor das beliebteste Medium: http://aynsleymovement.org/cd-loving-japan-resists-move-to-online-music.php/

    Es liegt an den Benutzern, ob wir in Zukunft noch Medien und die Hoheit darüber bekommen. Denk‘ mal drüber nach. Es gibt auch noch einen weiteren Aspekt. Die Haptik und das Cover-Kunst. Es ist eine sinnliche Erfahrung, eine Schalplatte aufzulegen und das Cover zu betrachten. Ich habe in den letzten Jahren ausschließlich Vinyl gekauft, heute zu 95 % mit DL-Code für die wav/flac oder schlechtenfalls 320kbps mp3s.

    • Zu den Schattenseiten (Abhängigkeit von den anderen): meines Wissens ist dies bei Google Play (wie auch Apple Store) nicht der Fall, wenn man den Aufwand auf sich nimmt und die Datei als MP3 erst einmal herunterlädt. Dies kann man bei Google Play (wenigstens laut Werbeaussage) bei Nutzung des Google Music Manages so häufig tun, wie man möchte.

      Bei allen Cloud Diensten gilt eigentlich, dass man sich eben nicht in die Abhängigkeit begeben sollte, in dem man nur dort die Daten vorhält. Wenn man die Daten auch noch in offenen Formaten lokal speichert, dann kann eigentlich nicht viel passieren (im Gegenteil: man hat endlich auch einmal ein Backup).

      Der weitere Nachteil – das Preisgeben von Informationen über sich selbst – muss man dabei selbst abwägen: die Bequemlichkeit auf der einen Seite verglichen mit der Preisgabe der Daten auf der anderen Seite. Auch wenn ich selbst diesen Dienst nicht nutze, so frage ich mich wirklich, was man beim Musikgeschmack preisgibt, erst recht wenn man für eine Mehrpersonenhaushalt die Musikdateien aus der Cloud lädt.

      • Also wenn man den Google Music Manager installiert hat, dann kann man die eigenen Titel unbegrenzt als MP3 downloaden. Hat man diesen nicht, dann geht das insgesamt nur drei Mal.
        Was die Verhaltensweise meines Musikkonsums angeht ist mir das völlig egal, ob diese Daten von Google weiterverarbeitet werden. Jeder sollte sich im Klaren über etwaige Risiken im Netz sein. Meiner Meinung hat personalisierte Werbung hat auch seine positiven Seiten, insbesondere wenn es dabei auch um Musik geht.

  4. Da macht es doch Sinn sich zuhause einen Nas hinzustellen (z.B. Synology) diesen mit einer VPN auszustatten und somit hat man Zugriff auf seine Musikdatenbank von unterwegs. Titel lassen sich ganz einfach einfügen. Software dafür gibt es für Android und Apple. Und man weiß wo die Daten liegen. Eine neue Funktion Names „QuickConnect“ macht den Zugriff auch für Anfänger relativ einfach.

  5. Mitnichten ist Google Play Music ein iTunes Match, das die Titel in höherer Qualität zurückgibt. Play Music reencodiert einfach alles, was Du hochlädst erneut! Die 320 kbps mp3s haben also noch weniger Informationen als Deine 192 kbps-Originale.
    Warum nicht die paar Euro für einmal iTunes Match ausgeben und auf einem Windows-Rechner (oder über VirtualBox) Deine ganze Sammlung auf 256 kbps AAC upgraden? – Denn das ist definitiv die einzige Möglichkeit, das zu erreichen, was Du tun möchtest.
    Wie schon von anderen geschrieben, ist eine Bindung an einen Streaming-Anbieter nicht jedermanns Empfehlung. Meine Meinung ist, dass man die Angebote nutzen kann, sich aber unbedingt weiterhin eine legale Kopie der Sammlung aufbewahren und weiter kuratieren sollte.

  6. Edit: Habe jetzt hier (1) gelesen, dass Play Music doch ein Matching täte, allerdings gibt es nur diesselbe Bitrate zurück, die man hochlädt, hm… In jedem Fall bleibt iTunes Match das, was Du willst. Da Dir Play Music laut diesem Blogbeitrag dennoch oftmals 320 kbps zurückgibt, würde ich die zwei Versionen mal ganz genau gegenhören.

    (1) http://www.androidpolice.com/2012/12/18/google-finally-brings-scan-and-match-to-play-music-doesnt-require-uploading-your-whole-friggin-library-anymore/

    • Hallo Maxi, auch wenn einige Leute meine Artikel sehr kritisch quer lesen, kann ich getrost schreiben, dass alle Inhalte auf Erfahrungswerten beruhen. Sprich, es ist alles selbst auf Herz und Nieren getestet!!! Die Beiträge dienen eher als Gedankenstütze meinerseits und nicht als Teil einer Belehrungs-Maschinerie! 😉

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