Erfahrungen – Xubuntu 12.04 => 14.04

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jamesosborne_ / Pixabay

Es würde und wird ja immer noch viel diskutiert was man nach dem Auslaufen des Supports für Windows XP machen sollte. In vielen Computermagazinen wird geraten die alte Hardware doch einfach mit Ubuntu zu bestücken und dann sei die Welt wieder in Ordnung.

Hier folgt nun ein kleiner Erfahrungsbericht meinerseits.

Dass seit dem Wechsel von GNOME 2 auf Unity Ubuntu immer grafikhungriger geworden ist, wissen diejenigen die sich mit dieser Materie intensiver beschäftigen. Ubuntu ist nichts mehr für ältere Rechner die ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Hier springen jedoch Ubuntu-Derivate wie Xubuntu und Lubuntu dem Platzhirsch zur Seite. Lubuntu ist die Distribution, welche von den drei erwähnten am besten mit älterer Hardware zurecht kommt, dicht gefolgt von Xubuntu. Xubuntu ist aber mein heimlicher Favorit, durch die ähnliche Bedienung wie einst unter GNOME 2. Ich installiere es gern auf Rechnern von Freunden und Bekannten, weil es leicht zu bedienen ist und den wenigsten Ärger macht. So lief auf einem älteren System nun ca. zwei Jahre Xubuntu 12.04 LTS. Da jetzt Version 14.04 veröffentlicht wurde, wollte ich den Rechner nun auf den aktuellen Stand bringen. Das Upgrade stieß ich wie folgt an:

Dann kam der erste Schock (siehe Abbildung)!

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Upgrade worauf??? Ubuntu 14.04? Das verunsicherte mich wirklich! Egal, ich tat es. Und siehe da, aus Xubuntu 12.04 wurde die Version 14.04 LTS. Das System wurde sauber aufgesetzt und im Anschluss habe ich noch ein paar Einstellungen vorgenommen. Nun ging es an den Grafiktreiber, da Symbole nicht oder nur beim Überfahren mit der Maus sauber angezeigt wurden. Im Normalfall ist dies kein Problem. Man sucht über die Hardwareerkennung nach dem entsprechenden Treiber. Meist ist das ein ATI (AMD) oder Nvidia. Was bei der 12.04 LTS noch problemlos möglich war, versagt mit 14.04 und der verbauten Grafikkarte völlig. Verbaut ist eine Nvidia Geforce 4 Ti 4200. Per Software-Center habe ich das Paket nvidia-current erfolgreich installiert, mit dem Ergebnis, dass die Grafik hervorragend läuft. Leider geschieht dies nur in drei Auflösungs-Modi 1024 x 768, 800 x 600 und 640 x 480. Würde jetzt hier ein 4:3 Monitor dran hängen wäre das noch akzeptabel. Leider ist ein 16:10 Bildschirm (1440 x 900) angeschlossen, wobeidie Ränder nun schwarz bleiben.

Nun muss ich sehen ob ich eine entsprechende Grafikkarte oder einen anderen für das System Monitor bekomme.

Fazit

Vor einem Umstieg sollte man die Hardware mit einem Live-System testen. Ratsam wäre die Installation für Umsteiger unter Aufsicht eines erfahrenen Linux-Users durchzuführen, da ein Windows-Nutzer hier schnell aufgeben würde.

Abschließend kann man aber sagen, dass nicht jeder ältere Rechner auf dem Windows XP läuft oder lief fit für ein Ubuntu oder eines dessen Derivate ist!

10 Kommentare

  1. Die Meldung des Updates zu Ubuntu fand ich auch, als ich laufend von Lubuntu 10.10 bis 12.10 upgradet gemacht hatte. Ok, das erste Mal schockiert das vielleicht noch, aber bis zum nächsten Upgrade hat man sich daran gewöhnt.

    Ich weiß gar nicht, ob eine Live-Version auch die Grafiktreiber wirklich voll unterstützt. Bislang hatte ich nur eine Knoppix-Version, partout nicht mit einem meiner älteren Rechner laufen wollte, aber bei Ubuntu funktionierte immer alles gut.

    Ich muss auch sagen, dass die Suche nach dem geeigneten Grafiktreiber schon länger dauern könnte. Bei meinem aktuellen openSUSE 13.1 habe ich schon etliche ausprobieren müssen, bis ich den dafür gebräuchlichen gefunden hatten.

    Mit der Installation mit einem erfahrenden Linux-Nutzer ist es nicht getan, auch im normalen Betrieb bräuchte ein Windows-Nutzer den Rat eines Linux-Users und man muss eigentlich auch sagen, dass Windows-Nutzer, wenn sie Linux benutzen wollen, auch die Lust haben, sich mit dem Betriebssystem auseinander zu setzen müssen (natürlich nicht jeden Tag).

    • Ja, man muss sich mit GNU/Linux auseinander setzen, wenn man damit dauerhaft arbeiten möchte. Die perfekte Distribution für Einsteiger ist aus meiner Sicht immer noch Ubuntu. Wenn man einen erfahrenen User an seiner Seite hat ist dies perfekt, aber diese Aufgabe kann auch die hervorragende Community von http://ubuntuusers.de übernehmen. Man bekommt dort immer schnell eine entsprechende Hilfe!

  2. Mit diesen Nvidia-Grafikkarten ältere Generation ist es im Moment echt ein Ärgernis. Praktisch so, wie es vor einigen Jahren mal mit den Intel-Geräten war, als der freie Treiber (proprietären gibt es ja gar nicht) noch ziemlich mies war. Inzwischen werden von Nvidia Geräte vor Geforce 5 irgendwie gar nicht mehr offiziell unterstützt und der nouveau-Treiber kränkelt ebenso bei den älteren Modellen.

    Die Frage, ob du schon alle Möglichkeiten in der xorg.conf durchprobiert hat, spare ich mir hier. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie ätzend das ist für irgendwie 10 Jahre altes Gerät noch Stunden zusätzlich zur Installation investieren zu müssen.

    Ich bin inzwischen dazu übergegangen auch ältere Rechner noch nachträglich auf ATI/AMD-Grafikkarten umzurüsten. Meine gebrauchten Vorräte sind inzwischen aber gerade bei AGP-Karten erschöpft und Neuanschaffung lohnt sich eigentlich nur bei passiv gekühlten PCIe-Karten. Tatsächlich ist der freie radeon-Treiber gerade ab 14.04 wirklich bei einer verhältnismäßig guten Leistung inkl. Stromsparfunktionen angekommen.

    In diesem Sinne, alles Gute!

  3. upgrade-manager -d aktualisiert doch auf eine Testversion? Weil es ja heißt:
    -d, –devel-release
    Möglichkeit einer Aktualisierung auf die aktuelle Entwicklungsversion prüfen

  4. Ich habe kürzlich auch den Wechsel auf Ubuntu 14.04 gewagt und das Grafikkarten-Desaster erlebt. Unter 12.04 lief auf meinem 2008er Macbok alles reibungslos, Heise berichtete es gäbe keinen Grund nicht auf 14.04 zu wechseln… und dann der Reinfall. Nix geht mehr vernünftig. Der freie nouveau Treiber ist immer noch unbrauchbar, da er nach dem resume vom suspend einfriert. Es gibt dazu einen Bugreport auf Launchpad vom Januar 2013 (vor über einem Jahr!), der sogar als critical eingestuft ist, aber wohl nie mehr behoben wird. Der nvidia Treiber ist mittlerweile auch kaputt, vermutlich seit Einführung der Optimus-Unterstützung. Bei jedem 4-5 booten findet er plötzlich keine Grafik- und Eingabe-Devices mehr. Der WLAN-Treiber von Broadcom zickt jetzt auch rum, braucht ewig um sich zu verbinden, und manchmal schafft er gar keine Verbindung mehr. Und dann gibt es noch das Problem dass sich mitten unter der Arbeit völlig zufällig das Tastaturlayout auf qwerty umstellt. Ebenfalls bei Launchpad gelistet und keine Lösung in Sicht.

    Nach 2 Wochen wurde mir das zu blöd und ich bin zu Debian Wheezy mit Gnome 3 gewechselt. Läuft alles auf Anhieb problemlos, bis auf den nouveau Treiber, aber dafür funktioniert der nvidia einwandfrei. Jetzt ärgert mich das ich nicht schon früher gewechselt bin. Gnome 3 ist von der Bedienung ähnlich wie Unity, nur besser.

    • Danke für den umfangreichen Bericht Deiner gesammelten Erfahrungen. Letztendlich bin ich ja auch bei Debian Wheezy gelandet. Zwar geschah dies aus anderen Gründen, aber ich bin mehr als zufrieden. GNOME 3 hat mir eh von Anfang an zugesagt.

        • Canonical verfolgt aus meiner Sicht einfach zu viele Ziele. Viele Dinge werden angefangen und nicht zu Ende gebracht. Ich denke dabei an Ubuntu One, schnellere Bootzeiten etc. Das OS für ein eigenes Smartphone stößt mir jetzt noch sauer auf. Wer bitte braucht Ubuntu Phone? Dieser Flop ist doch wohl vorprogrammiert. Und warum stellt man dann die Cloud ein, wenn man Ubuntu Phone glaubt? Die Einführung von Unity ließ mich schon am Anfang zweifeln, wie andere Alleingänge auch. Zwar habe ich dann irgendwie mit der GNOME-Shell gearbeitet, aber rund lief das alles nicht wirklich. Mit Ubuntu GNOME dachte ich finde ich meine Heimat, doch man schaffte es innerhalb eines halben Jahres nicht das fehlende Sprachfile in Evolution zu patchen. Alles in allem staute sich da etwas, um neue Dinge zu probieren. Gedanklich spielte ich mit Arch oder Debian GNU/Linux. Die Vorteile aus Bewährtem und Stabilität haben mich letztendlich bewogen Debian eine Chance zu geben. Ein weiterer Grund war, dass zwei meiner Raspberry Pi mit Raspian laufen. Der Schritt zu wechseln war für mich aus jetziger Sicht absolut richtig. Im Moment fühle ich mich mit Debian richtig wohl, denn ich kann endlich arbeiten.

          • Kann dich gut verstehen, geht mir ähnlich. In meinen Augen hat Canonical den Anspruch das beste Desktop-System zu werden, wie man auch in den „One Hundred Papercuts“ nachlesen kann. Das ist richtig zwanghaft bei denen. Die suchen ständig nach etwas was man anders/besser machen kann, aber im Endeffekt wird es nur schlechter. Beispiele: der neue Batterie-Indikator in 14.04 ist ein Witz! Statt der Laptop-Batterie sehe ich plötzlich meine Mausbatterie, weil die ja grad am entladen ist, und das nach dem Algorithmus „wichtiger“ ist als Laden. Völliger Käse. Ich will da den Laptop-Akku sehen, und sonst nix. Oder die „phased updates“. Jetzt kriegt nicht mehr jeder sofort ein Update, sondern erstmal nur 10% aller User. Wenn keiner meckert, kriegen es die nächsten 10%, usw. Auch völliger Käse (da die die Bugs ja gar nicht abarbeiten können, wie man auf Launchpad sieht). Oder die Shopping-Lenses oder Webapps. Braucht alles kein Mensch. Macht nur die Performance kaputt und bringt Fehler ins System.
            Und wenn ich dann schaue wie lang Bug Reports offen sind und nicht bearbeitet werden, echt übel. Vor allem wenn es einen selbst betrifft.
            Im Grunde ist Ubuntu nix anderes als ein Gnome 3 bei dem die Gnome Shell durch Unity ersetzt wurde, andere Schriften in den Themes, und ein bisschen mehr Orange. Dabei wird aber so viel „kaputt gebastelt“, dass mir das Original dann doch lieber ist.

            Ich bin vor einem Jahr schon mal zu Debian Wheezy mit Xfce gewechselt. Das lief total stabil, jedoch war das Xfce doch etwas arg angestaubt. Aber die Ausgereiftheit war super. Gnome 3 habe ich damals nicht gewagt, weil so viel Negatives darüber geschrieben wurde, und ich eigentlich ein Freund von Gnome 2 war. Bin deshalb dann zurück zu Ubuntu 12.04, was auch sehr gut lief. Nur der Dateimanager war extrem buggy, 2 Sachen gleichzeitig machen hat er nicht verkraftet (ich kopiere viel übers Heimnetz, entpacke Archive, usw.). Jetzt nach dem Upgrade auf 14.04 war der Dateimanager ok, dafür der Rest Mist. Zwischendurch war ich auch mal bei Elementary OS, optisch sehr gelungen, erinnert an MacOS, aber auch da war nicht alles Gold was glänzt.
            So bin ich nun wieder bei Debian gelandet, diesmal mit Gnome 3, und sehr zufrieden. Die gewohnte Stabilität von Debian, und eine moderne Benutzeroberfläche die gut zu benutzen ist. Die Schriften sind etwas dürftig, aber man kann halt nicht alles haben.

            Was ich nicht verstehe: warum Debian im nächsten Release das Xfce zum Standard machen will. Das ist doch nun wirklich ein Rückschritt. Aber egal, Gnome wirds ja weiterhin geben.

            Achja, 2 Raspberry PIs mit Raspbian habe ich auch, und einen gemieteten Server mit Debian Wheezy. So passt das alles zusammen.

            Ach nochwas: dass Debian stabiler ist verwundert auch überhaupt nicht, wenn man den Prozess vergleicht: Debian bringt ca. alle 2 Jahre ein neues Release. Ca. 1/2 Jahr vorher wird „testing“ eingefroren (keine Änderungen mehr) und alle Bugs gefixt. Erst wenn keine „release critical“ bugs mehr drin sind wird das System veröffentlicht. Es gibt kein festes Datum. Ziel ist: alle Bugs raus.

            Anders bei Ubuntu: die nehmen alle 6 Monate ein Debian „unstable“ als Basis, basteln da ihre eigenen Änderungen rein, und dann wird es zu einem festen Termin veröffentlicht. Das „reift dann beim Kunden“. Wobei für „reifen“ nicht viel Zeit bleibt, denn nach der Veröffentlichnung geht das Gebastel ja gleich mit dem nächsten Release weiter. Und so bleiben viele Bugs ungefixt. Die LTS Release sind etwas besser, weil da weniger Änderungen einfliessen, aber die Ausgereiftheit von Debian schaffen sie auch damit nicht.

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