Kein Platz für Firlefanz

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Jetzt habe ich seit über einem Monat Debian Wheezy in der Version 7.4 auf meinem HP Notebook. Zeit ein kleines Fazit zu ziehen. Zuerst möchte ich auf die Beweggründe eingehen, warum ich diesen Schritt gewagt habe und Ubuntu hinter mir lasse. Nach wie vor bin ich von Ubuntu überzeugt und bin der Meinung es ist die beste Distribution um den Einstieg in die Linux-Welt erfolgreich zu bestehen. Da ich nun einige Erfahrungen gesammelt habe, kann ich mich aber weitestgehend von Ubuntu trennen.

Warum verzichte ich nun auf Ubuntu?

  • zu viele nicht zu Ende gebrachte dauerhafte Baustellen (Ubuntu One etc.)
  • Desktop-Umgebung Unity

Warum nun gerade Debian?

  • Sicherheit & Stabilität
  • läuft inzwischen ausschließlich auf den Notebooks der ISS-Besatzung
  • Ubuntu setzt als Unterbau auf Debian, somit ist alles vertraut
  • GNOME-Shell
  • Raspbian läuft auf meinen drei Raspberry Pi

Kristian Kißling schrieb einmal in Ubuntu User 2/2010.

Uns bleibt immer noch Debian!

Nach ein wenig Frust mit Ubuntu und dessen Derivaten in letzter Zeit habe ich nun den Debian-Weg gewählt. Hierbei beeindruckt mich mehr die Stabilität als neuere Software. Einige Gewohnheiten musste ich allerdings aufgeben. So ist es mir bisher nicht gelungen Google Earth auf Wheezy zuverlässig zum Laufen zu bringen. Dies war bisher mein persönliches Steckenpferd und ich konnte diese Problematik immer zu meiner Zufriedenheit lösen. Ein weiteres Problem habe ich mit Steam, welches man ebenfalls nicht ohne weiteres installieren kann. Es ist eben so wie ich es schon in der Überschrift erwähnt habe, Debian Stable lässt keinen Platz für Firlefanz. Damit kann ich aber gut leben, denn mit Wheezy 7.4 habe ich seit langer Zeit das Gefühl ein OS installiert zu haben mit dem man einfach arbeiten kann, ohne lange daran herum spielen zu müssen. Als Alternativen zu GE und Steam verwende ich einfach Google Maps via Browser und begnüge mich vorerst mit Games wie UrT, Nexuiz, OpenArena.

Wurden meine Erwarten mit Debian erfüllt?

Ja, voll und ganz! Jedoch sollte man nicht gleich einen Anfänger auf dieses Linux-Urgestein los lassen. Es empfiehlt sich einen erfahreneren Linux-User bei der Installation und zum anschließenden Einarbeiten dabei zu haben.

Fazit

Ich vermisse im Moment nichts Essentielles. Ich genieße ein funktionierendes und perfektes Betriebssystem.

Nachtrag

Soeben habe ich auf ubuntuusers.de gelesen, dass UbuntuOne zum 01.06.2014 eingestellt wird.

4 Kommentare

  1. Hi,

    wie ich bereits per Email schrieb: Steam läuft einwandfrei unter testing. Dass es in stable erst später kommt liegt halt an der Philosphie von Debian.
    Im allgemeinen kann ich dir zustimmen: Debian ist eine gute Distri, hat jedoch auch Ecken und Kanten (wie jede andere Distri auch, die perfekte Distribution gibt es nicht).
    Ich habe meinen Linux-Einstieg mit RedHat8 gemacht und bin über RedHat und später Fedora, mit kurzen Ausflügen zu Mandrake und SuSE, bei Ubuntu gelandet. Zwischendurch habe ich mal zwei Jahre Arch genutzt. Die kurzen Ausflüge zu allen möglichen Distris, die ich aber nach 2 Wochen wieder verworfen habe, zähle ich erst mal gar nicht auf.
    Seit Herbst 2010 nutze ich Debian testing und habe keinen Grund das zu ändern. So lange war ich wohl noch nie am Stück bei der gleichen Distri. Dass ab und an mal etwas nicht so elegant ist wie bei einer anderen Distri hat mich früher dazu bewegt die andere zu testen. Heute weiß ich, dass jede Distri Vor- und Nachteile hat. Von daher ist die Distributionswahl auch immer ein Kompromiss. Mit Debian testing habe ich meinen gefunden und das unnütze Distro-Hopping an den Nagel gehängt. 😀

    • Danke für Deine Sicht der Dinge. Es ist sicher verlockend die ein oder andrer Distribution mal zu testen, aber nicht so mein Ding. Letztendlich habe ich mich vor fünf Jahren komplett von MS-Produkten im privaten Bereich gelöst. Angefangen habe ich mit Ubuntu 9.04, dann kam 9.10 und bei der 10.04 bin ich zwei Jahre hängen geblieben. Mit dieser LTS war ich war ich sehr zufrieden. Dann kam mit der 12.04 für mich das Unity-Desaster und damit der Wille in Richtung GNOME-Shell zu wechseln. So installierte ich GNOME über die 12.04, was zwar einigermaßen lief, aber mit Ecken und Kanten. Irgendwann probierte ich Ubuntu GNOME Remix und zuletzt Ubuntu GNOME 13.10. Auch mit diesem Derivat gab es offensichtliche Probleme, die nicht mit Aktualisierungen behoben wurden, wie z.B. die fehlenden deutschen Sprachfiles in Evolution. Das war für mich völlig unverständlich.
      Nach früheren Ausflügen zu Debian und dem Einsatz von Raspbian auf zwei meiner Raspberry Pi, war der Wechsel zu Debian auf dem Notebook nur logisch. So, nun bin ich hier und sehr zufrieden.
      Was mich aber interessieren würde, warum Du Arch wieder begraben hast?

      • Arch ist ein cooles System, hoch flexibel und zwangsläufig relativ „sauber“, da man es sich ja von null ab selbst einrichtet.
        Aber es ist halt „bleeding edge“ irgendwann gegen Ende meines Studiums hatte ich halt viel zu tun und keine Zeit und Lust mehr häufig nachzuarbeiten. Es kam nämlich häufig vor, dass System-Updates etwas zerhauen haben, was ich dann erst mal reparieren wollte. Fazit: tolles System, aber für mich zu pflegeintensiv.
        Ich habe Arch ca. zwei Jahre (so 2007/2008 rum) genutzt. Vielleicht läuft das heute auch stabiler, aber wie bereits geschrieben, ich habe keine Lust mehr ständig neue Distris auszuprobieren nur weil das Gras auf der anderen Weide grüner scheint. Mit Debian fahr ich gut und wenn da nicht etwas, aus meiner Sicht, total aus dem Ruder läuft werde ich dabei bleiben. 😉

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