Finanzamt verzichtet auf Java

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Alexas_Fotos / Pixabay

Jedes Jahr ist es spannend die Steuererklärung mit Ubuntu anzufertigen und an das Finanzamt zu versenden. Da es immer noch kein natives Programm hierzu gibt, greife ich immer wieder zum ElsterFormular. Ich habe mittlerweile in regelmäßigen Abständen Artikel zur Verwendung von Elster unter Ubuntu verfasst. Meist tat ich dies im Zusammenhang mit einer Neuinstallation eines aktuellen Ubuntu-Derivates.

Jetzt ist es einmal wieder soweit und ich arbeite mit dem aktuellen Ubuntu GNOME 13.10. Auch hier habe ich wieder ElsterFormular zur Erstellung meiner Steuererklärung installiert. Ob ich diese tatsächlich über die 13.10 anfertigen und absenden werde kann ich jetzt noch nicht genau sagen, da ja im April die 14.04 LTS erscheint. Die Installation ist unter der 13.10 recht einfach. Voraussetzung hierfür ist aber Wine aus den aktuellen Repositories. Winetricks muss nicht gesondert installiert werden. Das aktuellste ElsterFormular-Installationspaket erhält man hier , welches man über Wine installiert. Des Weiteren bedarf es einen unter Wine funktionierenden PDF-Readers. Hier empfehle ich SumatraPDF. Dieser muss dann noch wie folgt registriert werden. SumatraPDF wird  geöffnet (Einstellungen -> Optionen -> PDF-Dateien werden standardmäßig mit SumatraPDF geöffnet) und als Standard festgelegt. Wurde dies alles erledigt überprüft man nach erfolgreicher Installation das Ganze mit einer Test-Übertragung im ElsterFormular. Von dem von mir bisher eingesetzten Foxit Reader sollte man die Finger lassen, weil es hierbei zu Kompatibilitätsproblemen kommen kann.

Da das Finanzamt immer wieder auftauchende Sicherheitslücken in Java für zu problematisch hielt, ist es nun endlich möglich über ElsterOnline einen Zugang auch ohne das bisher vorausgesetzt Oracle Java zu erhalten. Das bedeutet, dass die umständliche Installation des Oracle JRE entfällt.

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21 Kommentare

  1. Schritt 1: Von Windows auf Ubuntu (ausgerechnet Ubuntu!) umsteigen, weil man ja „kein Windows braucht“. Irgendwas von einem „Kampf“ (gegen Windows) herbeifaseln.
    Schritt 2: Windows dann doch brauchen.
    Schritt 3: Wine installieren, damit man seine dringend benötigten Windowsprogramme weiternutzen kann.

    Ach, ihr seid schon putzig manchmal, ihr Linuxer.

    • Ach tux.,du alter Nörgler! Ich bin nicht von Win auf Ubuntu gegangen, weil ich Windows nicht brauche! Des Weiteren kämpfe ich nicht gegen Windows oder MS. Warum auch? Das Leben ist der Kampf lieber tux.! Übrigens brauche ich Windows (dienstlich), privat kann ich aber mittlerweile getrost darauf verzichten. Leider muss ich wegen der Steuererklärung auf diese zwei erwähnten Win-Proggis zurückgreifen. Das finde ich aber nicht schlimm!!! Falls ich aber einmal eine Unterlassungsklage deswegen bekomme, dann fülle ich die Formulare per Hand aus und schicke sie mit der Post. Ich schreibe dies übrigens nur auf um anderen armen verzweifelten Linuxianern einige gemachte Erfahrungen weiter zu geben und so etwas das Leben zu erleichtern.
      Also keep calm tux. und denk an dein Herz!

          • Wenn man zum Beispiel Ubuntu, das Windows unter den Linuxen, nutzt, vermutlich schon … 😉

            Dass „der Kampf geht weiter!“ gar nichts mit Linux gegen Windows zu tun hat, kannste deiner Oma erzählen. 😉

            • Ich bin froh, dass es mittlerweile grafische Oberflächen gibt. Ich würde sonst immer noch am Bernstein-Monitor und irgendwelche Befehle eintippen. Da kam mir 2009 Ubuntu ziemlich entgegen.
              Entnehme ich dem ersten Satz deines letzten Kommentars ein wenig die Arroganz, die du der Ubuntu-Community unterstellst?
              Und meinen Omas kann ich es leider nicht mehr erzählen!

              • Genau, warum sollte man unter einem unixoiden System auch die Shell nutzen? Es gibt doch klickebunte Mausschubsprogramme für alles! Gut, die gibt es unter anderen Systemen auch, den großen Vorteil eines unixoiden Systems nimmt man sich damit selbst, aber es ist schön bunt und so praktisch!

                Warum genau bist du noch mal von Windows weg?

                Ich bin nicht arrogant – ein bisschen hämisch vielleicht.

  2. Danke für diesen Beitrag.
    Übertragung läuft einwandfrei auch unter Debian 7 (Wheezy) Linux 3.2.0-4-amd64.
    Endlich hat das FA zumindestens dahingehend reagiert, auf Java zu verzichten.
    Bleibt nur noch die Frage, warum nicht eine wine-freie Anwendung ihren Weg in die Öffentlichkeit findet. Auch ich als ‚eingefleischter‘ Linux-User zahle schliesslich meine Steuern, von denen letzten Endes auch die Elster Software finanziert wird.
    immerhin: „Ein kleiner Schritt für die Linux Gemeinde, ein grosser Schritt für das Finanzamt“.

  3. Oracle Java zu installieren ist doch kein K(r)ampf! 1 Befehl und man hat aus dem heruntergeladenen zip-File ein Debian-Paket geschnürt, dass sich mit noch einem Befehl direkt Debian-konform installieren lässt. Wenn das der Admin deines Vertrauens noch in den lokalen Mirror integriert hat man keine Probleme mehr mit Java (also keine, die man nicht eh damit hätte – versteht sich :-D)

  4. Mir ist nicht ganz klar warum man einen PDF Reader unter Wine braucht?
    Reicht der Systemeigene nicht aus, oder der von Adobe?

    • Das unter Wine laufende ElsterFormular wirft am Ende der Berechnung Daten aus, die den PDF-Reader (in diesem Fall SumatraPDF) öffnen und das Ergebnis dort sichtbar machen. Schöner wäre es Elster würde die Daten in eine PDF in einem lokalen Ordner speichern. Leider funktioniert das Ganze aber nur so.

  5. ok, soweit verstanden.
    aber wieso macht das komerzielle produkt, WISO Steuer (irgendwas) genau das wie es sein soll.
    es wirft das PDF in einen lokalen ordner bzw. wird es per email an dich selbst verschickt.
    dabei greift es auch auf das elster zu.

  6. Bzgl. wine und nativer pdf reader kannst du mal folgendes probieren (am besten in einem wine prefix, wo noch kein pdf viewer installiert ist ;)):
    – Erstelle eine Datei pdf.reg mit Inhalt:
    [HKEY_CLASSES_ROOT\.pdf]
    @=“PDFfile“
    „Content Type“=“application/pdf“
    [HKEY_CLASSES_ROOT\PDFfile\Shell\Open\command]
    @=“winebrowser \“%1\““
    – dann registriere das mit:
    wine regedit rtf.reg

    Danach sollten Windows Programme pdfs im nativen viewer (z.b. evince) öffnen.

  7. Kleine Rückmeldung bezüglich PDF und Elsterformular:

    ich habe auch mit EF meine Einkommensteuer gemacht , jedoch OHNE extra nen PDF Viewer in Wine zu installieren, da die PDF’s serwohl auf der Platte generiert werden. Die öffne ich dann einfach schnell aus Dolphin und das wars. Die Datenübertragung funzt wunderprächtig und es kommt nur bei der Anzeige nachher der Fehler dass die Anzeige des PDF’s unter [Pfad] nicht funzt. So what ? :-)) Soll es doch so sein… wie gesagt die PDFs liegen in dem Pfad und man kann Sie dann auch ansehen. Es ist ja nur eine Anzeigefunktion nach der (Test)Übertragung. 🙂

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